Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
Heute wollte ich mir Aqabas Sehenswuerdigkeiten weng anschauen. Ich checkte aus, brachte das Gepaeck zum Daimler und stiefelte los....richtung Uferpromenade. Jetzt im Hellen fand ich sie sogar....die Zugaenge liegen etwas versteckt. Ein einziger Markt... und ueberall sind Leute am Zelten. Gut, so erreichte ich das Aqaba Castle, zu Fusse der riesigen Jordanien-Flagge an der Kueste. Eintritt war ok, 1JD, Museum durchgegangen, dann ins Castle rein. War ziemlich interessant, grade auch im Museum was ueber die Geschichte der Gegend und so nochmal zu sehen... Die Burg an sich war auch sehr interessant. Ich fand da noch einen Weg, eine Treppe, die ins Dunkel hinab fuehrte...musste ich natuerlich ausprobieren. Funzel is im Handy mit drin. Dann kam ich da hinter Gittern raus. Doch, eine interessante, gut erhaltene Festung. Auch tolle Aussichten auf die Halbinsel Sinai rueber... wirklich schoen. Das ist aber auch schon die einzige Sehenswuerdigkeit von Aqaba...
Deshalb bin ich erstmal weiter, die Uferstrasse entlang, zu nem Sandwichladen gegangen und hab was gefuddert. Danach hiess es, Proviant fassen. Ich kaufte in nem Supermarkt ein, auch Batterien fuer meine Maglite, Brot und auf dem Markt noch Obst und Gemuese. Dann gings los nach Petra... und ich muss sagen, jetzt zum Schluss hin hat mir Aqaba dann doch noch ganz gut gefallen. Vielleicht hab ich auch erstmal bissel Zeit gebraucht, mein "Nicht-nach-Dubai-kommen" zu verarbeiten.
So fuhr ich los...durch wahnsinnig tolle Landschaft. Wieder kam der Checkpoint. Und nu weiss ich auch was das soll... Steuerfreie Zone, das ist das Zauberwort. In Aqaba sind Zigaretten, Elektronik usw von Steuern befreit bzw reduziert. Deshalb wie ne Grenze, die Kontrollen. Mich wollten sie auch, aber dann irgendwie doch nicht....hm.. weiter. Ich befuhr dann den Kings Hochweg richtung Petra und der ist fantastisch... Ausblicke auf das Wadi Araba.... die laengste Schneise der Welt in der Geologie. Totes Meer, Wadi Araba, Rotes Meer. Und von da oben sah das fantastisch aus... so in etwa wie der Grand Canyon kann man sich das vorstellen.
Die Fahrt ging schneller als erwartet und weil hier Ortsschilder eher die Ausnahme sind, wusste ich jetzt nicht genau, in welchem Ort ich eigentlich bin. Auf einmal war da schon das Besucherzentrum Petras... hui, zu weit. Erst brauch ich einen Nachtplatz. Also wieder zurueck.... Gar nicht so einfach hier...mit den Nachtplaetzen. Alles sehr bergig, dann kaum ebene Stellplaetze. Aber, ich fand eine Piste, nahm die mal und das sah auch gut aus. Dann war da ein Platz und da wollt ich bleiben, allerdings etwas weiter unten, da war es ebener. Ich fuhr den Hang hinunter und da wollt ich bleiben. Zelt aufbauen, ich war grad drin, wollt anfangen mich einzurichten, vernachm ich kleine Regentropfen.... Oha. Gar nicht gut. Was ist denn da draussen los??? Tatsaechlich.... Wolken, ziemlich nieder sogar. Uebrigens, es war schon laenger wieder dunkel.
Ich, halb panisch, schnell aus dem Zelt raus, abbauen, alles nur ins Auto schmeissen und weg da. Wenn das richtig zum schiffen kommt, dann spuelts mich da unter Umstaenden mitsamt Auto noch runter!!!
So, eingeladen, hochfahren. Oha. Geht nicht. Steckengeblieben. Was is das denn jetzt fuer ne Scheisse??? Ausgestiegen....weiche Erde. Kein Sand, Erde. Super. Und der Dreckshang ist auch steiler als ich das beim Runterfahren eingeschaetzt habe....das is die Kacke nachts. Sowas siehst du im Hellen einfach und faehrst gar nicht erst runter. Aber ok, ich hab ja die Bleche....
Auf ans Werk. Viele Versuche vorwaerts....nix. Keine Chance. Also rueckwaerts. Ich war wirklich leicht panisch, wegen den Regenwolken da oben....aber letztendlich kamen nur ein paar kleine Tropfen, das wars. Aber ich wollte jetzt natuerlich da weg....wenn da nachts doch noch was kommt... erstmal hoch jetzt dann schlafen.
Ich hab geschuftet wie ein Irrer. Das Buddeln und Graben in dieser verdammten Erde....waers doch nur Sand!!! Geht einfacher....Ich lud auch meinen Kofferraum noch aus, damit das Auto leichter wird. Ich ueberlegte auch kurz, Druck von den Reifen zu nehmen....aber wegen den 100 Metern....hm so versuchen. Stueck fuer Stueck kam ich vorwaerts. Als ich rueckwaerst in Position war, konnte ich einen weniger steilen Aufstieg waehlen und mit leerem Kofferraum gehts schon. Aber. Zeitraubend. Ich danke Gott, Allah, Buddha und sonst wem, dass es nicht regnete, richtig eben. Es zog nur Nebel auf und dann wars wieder sternenklar.
Kurzum, ich brauchte fuer die (geschaetzten) 100 Meter 5 Stunden!!! Dauert eben, wenn du nach 1 Meter immer wieder aussteigen musst, Antriebsraeder ausbuddeln, Bleche ansetzen, und wieder Vollgas. Oft auch nur wieder einen Satz weiter, nach mehrmaligen Versuchen. Schinderei!!!
Aber, als ich oben angekommen bin, liess ich erstmal einen Urschrei ab. Und ich konnte es kaum glauben, als ich meine Ausruestung da unten sah....die musst ich ja wieder selber hochtragen. DEN Hang, mit der Steigung, hab ich ALLEIN NACHTS OHNE 4WD gemeistert!!!! Ich bin stolz, vor allem auf meinen Blauen, der so tapfer durchgehalten hat.
Jetzt erstmal Pause, und Essen machen. Das hab ich mir verdient.