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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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Tag 29, 27.12.08

Ich traute meinen Augen nicht, was ich da sah als ich das Zelt oeffnete. Es war einfach wunderschoen...mitten in der Wueste, von Wind und Sand erodierte Felsen in allen Farben und Variationen, Sandduenen, die sich an die Felsen schmiegen.... Ein wundervoller Anblick!!! Und das ist noch nicht einmal der Nationalpark, da soll es jetzt hingehen.

Nachdem alles verstaut war, wollte ich los und sandete wieder ein, aber kein Problem....das Interessante war nur, dass 2 von 3 Fahrzeugen angehalten haben, ob ich Hilfe braeuchte. Hier bist du nie auf dich allein gestellt...der erste war ein Jordanier im Gelaendewagen und fragte, ob ich ein Seil haette. Hab ich, aber bis ich das jetzt raus habe aus dem Kofferraum, bin ich wohl selber frei. Das sagte ich ihm so und er meinte nur, ok, er komme in einer Stunde nochmal vorbei, wenn ich dann noch haenge, zieht er mich raus. Super...unglaublich. Kommt der einfach nochmal her... Aber es war nicht noetig. Es stoppte gerade ein Truck und ich setzte zum letzten Sprung an und ich war raus. 30 Minuten insgesamt... echt langsam Routine. Und das im tiefen Sand, Die Raeder waren zur Haelfte eingegraben!!!

So, auf, Besucherzentrum und schaun was da los ist. Auf dem Weg dahin haette ich alle 5 min anhalten koennen um Fotos zu machen, so zauberhaft und maerchenhaft schoen ist es hier!!! Dann bog ich auf eine Asphaltpiste ab, die ich auf Nachtplatzsuche bereits angetestet hatte aber nix ergab. Und die fuehrte tatsaechliche zum Besucherzentrum.... dachte das waer weiter vorn, weil dort das "Rum-Village" angeschrieben ist. Dann war ich da auf dem Parkplatz inmitten von Offroad Fahrzeugen mit Nummern und zwischendrin parkte ein Mietwagen, Citroen C3. Mietwaegen sind hier am Kennzeichen sofort erkennbar. Ich stiefelte dann rein, suchte ne Karte und da waren die Jeeptouren aufgelistet. Sehr teuer, fuer mich allein. Also hiess es nun jemanden finden, der mit mir faehrt, um den Preis zu reduzieren. Ich sprach einige an, so wie die Eseltreiber in Petra, aber niemand fand sich. Dann, am Wadi-Rum Plan direkt, waren 2 Maedels und ein Paerchen, die ueber dieses Thema diskutierten. Ich klinkte mich ein und wir berieten, welche Tour... Wir entschieden uns, Tickets wurden gekauft und los...

Zuvor gab es noch einen kleinen Einfuehrungsfilm ueber dieses Wadi und dann sassen wir auf dem uralten Pickup. Ueber Pisten gings in die Wueste...nur wenige haette ich mit dem Daimler geschafft, viele Weichsandstellen, 4WD unbedingt erforderlich. So kamen wir zu den schoensten Plaetzen....

Die Mitfahrer waren echt schwer in Ordnung. Die Maedels, 2 Schwestern aus Litauen, kamen aus Israel und sind jetzt mit Mietwagen noch in Jordanien unterwegs. Ich gab Tipps, wohin, was sich lohnt, zum Autofahren hier... denn denen wurde erzaehlt, dass sie bloss nicht selber hier fahren sollten. Es sei abartig. Versteh ich gar net... Zu europaeische Fahrweise aufgrund der vielen Kontrollen, gute Ausschilderung, hervorragende Strassen... der, der das den Maedels erzaehlt hat, war wohl noch nie in Syrien unterwegs.... Das Paerchen, er Italiener, sie Deutsche, kommen aus Schweinfurt und machen 8 Tage Urlaub in Jordanien. Wir hatten ne schoene Zeit auf dem Pickup sahen wundervolle Duenen, machten Halt bei Beduinen, den Khazali Canyon....herrlich. Einzige Scheisse war, dass der Akku meiner Kamera streikte. Zeigte noch voll geladen an.... aber die Maedels boten mir an, die Bilder zu geben, im Anschluss. Ich hab Laptop, sie die Speicherkarte...PERFEKT.

So hatten wir ne schoene Zeit in der Wueste, zu fuenft, und im Anschluss folgte abends dann die Verabschiedung. Witzig war noch, dass genau der Citroen, der aufgefallen war, den Maedels gehoerte. Ich bekam meine Bilder, die beiden machten noch Fotos von meiner Strassenkarte, Deal perfekt :-) Dann ging es fuer sie nach Petra, fuer mich richtung Al-Azraq.

Ich wollte meinen Akku laden an der Bordsteckdose, doch beim Einstecken in die Zigarettenbuchse stoerte irgendwas... hat sich doch da ne Kippe reinverirrt. Verflucht. Ich bekam sie nicht raus. Dann nahm ich Held mein Messer, liess natuerlich Zuendung an und verursachte einen Kurzschluss. Dann war ich auch noch ohne Musik, denn an dieser Sicherung haengt auch das Radio. Auf dem Wuestenhochweg fuhr ich rechts ran und wollte die Sicherung tauschen. So ein Scheiss Wetter grade... Es stuermte regelrecht. Und es war arschkalt. Aber ich brauch Musik. Ich hab die Selbersingerei jetzt schon satt. Also, Augen zu und durch!!! Mission erfolgreich, Akku laden, Musik hoeren.

Ich wollte noch tanken, denn auf meiner Karte ist ab Ma'an keine Tankstelle mehr eingezeichnet und das was ich noch hab, reicht nicht. Aber ich verfehlte die eine Tanke aufgrund einer LKW Kolonne. Nicht weil ich nicht rueber kam, das geht hier immer, aber ich sah die Tanke einfach zu spaet. Wird schon noch bei Ma'an eine kommen... Ich fuhr und fuhr und keine Tanke in Sicht. Ich war wieder in der Wueste und der Diesel wird knapp...Die Krux ist, ich hab 2 Kanister mit insgesamt 40 Litern aufm Dach, doch die sind leer...hatte hier noch nie Probleme mit der Versorgung. Dann kam Al-Jafr, und eine Ambulanzstation direkt am Hochweg. Da fuhr ich mal hin und fuchtelte wie wild "Diesel, Diesel". Er kam runter und konnte kaum englisch. Er wollte die Fahrzeugschluessel, denn ich verstand, in Al-Jafr gibt es ne Tanke. Er konnte mir aber nicht erklaeren, wie dahin kommen, deshalb musste er fahren. War ok... Wir fuhren dahin, und das war ne richtige Wuestentanke. Fernab jeder europaeischen Tankstelle. Denn da standen einfach nur paar alte verrostete Faesser in der Gegend rum, ein Schlauch, Kanister, das wars. Tanken erfolgte klassisch mit Ansaugen (von wegen Pumpe) und rein in den Tank. 40 Liter fasste ich. Und genau wegen diesen Dingen fahr ich W123. Ein moderner Diesel verreckt dir doch bei der Bruehe...wer weiss, was da drin ist. Kat, Partikelfilter....geht doch alles hinueber bei dem Gebraeu hier!! Aber ich muss hoechstens mal den Kraftstofffilter wechseln, das wars. Ich bleib nicht liegen. Ueberhaupt werde ich nie liegen bleiben. Bin mit kaputtem Kuehler von Istanbul (erstes Auftreten der Motortemp.) nach Jordanien gefahren....wahnsinn. Bleibst nie liegen, kannst immer noch zur Werkstatt fahren.

Nu hatte ich wieder Saft fuer den Blauen und ich begab mich auf Nachtplatzsuche. Auch wieder nicht so einfach, denn kaum Pisten, die von der Fahrbahn wegfuehrten. Ueberhaupt war es stockdunkel....nix weit und breit. Dann kam eine, die ich auch sofort nahm. Ich notierte mir noch die Koordinaten von meinem GPS im Handy (Erfahrung bei Madaba!!! passiert nicht nochmal) und suchte...doch es war flaches Land, Steinwueste. Wenigstens kein Einsanden, aber kannst dich nicht verstecken. Aber ist mir jetzt auch egal, dann nehm ich den Platz direkt bei der Strasse, hinter so Steinhaeufen. Geht einigermassen. Nur das Zelt aufstellen war schwierig. Es stuermte auch hier und der Untergrund war steinig. Die Heringe gingen nicht in den Boden rein und ich musste das Zelt ordentlich sichern, wegen dem Wind.... bis das mal stand....das dauerte...aber dann.... essen, und gute Nacht.

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