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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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Tag 32, 30.12.08

Gut, auf gehts, mal schauen, ob ich das Haus dieser syrischen Familie auch so problemlos finden werde. Ich machte mich kurz frisch und zog los... Ich erreichte den Ort und ich hatte schon so ne leise Ahnung, wo ich rein abbiegen soll. Aber um wirklich sicher zu gehen, fragte ich da an der Ecke nochmal...da standen so paar Figuren in der Gegend rum. Ich hielt an, stieg aus und hielt denen die Adresse (auf arabisch geschrieben) unter die Nase. Dann ging die große Beratung los. Einer auf dem Motorrad, einer mit nix und der Ladenbesitzer da. Großes Getue... und dann wie immer. "Follow me". Der mit nix kam zu mir ins Auto, der aufm Motorrad fuhr voraus. Es ging richtig in den Ort rein und ich war mir nicht mehr sicher, ob die wussten, wo ich eigentlich hin will. Denn so weit war das doch nicht von den Ruinen entfernt, oder doch? Hm. Schließlich war die Adresse ja für die beiden verständlich geschrieben.... Mal abwarten. Es wurde nochmal gestoppt, sich nochmal wichtig gemacht, dann fuhr der aufm Motorrad davon und der mit nix wies mich weiterfahren. Ok... wir fuhren raus aus dem Ort und er erklärte mir mit Händ und Füss wie es weiter geht. Dann stieg er aus...

Ich fuhr weiter, wie erklärt. Irgendwann dacht ich, dass das doch alles Blödsinn ist hier. Die hatten keine Ahnung, wo die Adresse ist. Oder was weiss ich. Denn wären wir von den Ruinen damals so weit gefahren, wären wir im Hellen bei dem Haus des Syrers angekommen, verflucht nochmal. Das war niemals so weit, und vor allem WAR das Haus in dem Ort, bei den Ruinen. Ich drehte um.

So kam ich wieder bei dem Laden raus, erntete verständnislose Blicke, denn die hatten mich ja woanders hingeschickt, und fuhr einfach da die Straße lang. Und siehe da....da kam das Haus. Wär ich doch nur gleich reingefahren, ohne nochmal zu fragen. Auch nicht mehr zu ändern.... So kam ich da an, und die Frau des Hauses wusch grade Wäsche im Hauseingang und erkannte mich und den Blauen gleich. Sie begrüsste mich, lud mich ein, reinzukommen ins Haus und freute sich über die Bilder. Dannn kam auch noch der ganze Rest der Familie. Wieder hockten wir.... Der Hausbesitzer zeigte mir dann noch ganz stolz den Nachwuchs (seine Frau ist auf den Bildern noch schwanger zu sehen) und kam aus dem Strahlen nicht mehr raus.

War ja ganz nett, das ganze Gehocke da, aber ich hatte jetzt wirklich genug, wollte weiter, in die Türkei rüber. Ist wirklich wahnsinnig, hab mit der Reise im Kopf schon abgeschlossen und deshalb hast echt keinen Bock mehr, irgendwas zu erleben oder sowas. Besichtigung von "Krak de chevaliers", eine Kreuzritterburg, hab ich gleich ad acta gelegt... vielleicht beim nächsten mal. Deshalb gab ich der echt netten Familie zu verstehen, dass ich weiterMUSS, da ich nur ein Transitvisum habe und deshalb weiter müsse. Die Verständigung war äusserst schwierig... ich verstand dann das Weitere noch so, dass der Familienvater noch in den Ort reinwolle und ob ich ihn mitnehmen könne. Ja, von mir aus.... Dann los. Ich verabschiedete mich, entschuldigte mich tausendmal für den Aufbruch und los gings.

Dann standen wir vor den Syrgilla-Ruinen. Hm??? Ja, ein Missverständnis...es kam dann raus, dass er mir die Ruinen zeigen wollte. Hatte vergessen, dass wir doch schon dort waren, des nachts, mit den Istanbul-Jungs. Also wieder zurück... Um ihm ne Freude zu machen, liess ich ihn noch zurück zum Haus fahren und es war wirklich interessant, den Stolz in seinem Gesicht zu sehen, wie er da mit dem Daimler durch "seine" Straße kreuzte. Dann hieß es, Abschied nehmen. Er wollte dann noch Geld oder irgendwas haben, hatte ich aber keines übrig (nur das für die Ausreise Syrien...) Das störte mich ein wenig, aber andererseits... wer kanns denen übel nehmen. Die Bevölkerung leidet wirklich unter der Politik Syriens. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei etwa 25%, doch ich schätze die reelle Zahl auf etwa 60%. Sie wollen ja arbeiten, aber es gibt einfach nix....Nunja, aber ich muss trotzdem weiter. So fuhr ich davon... und der Mann winkte noch lange dem Daimler hinterher.... War ne schöne und interessante Begegnung.

Ich fuhr dann weiter, Idleb, richtung türkische Grenze. Da kam sie...der Grenzübergang Bab-al-Huwara. Das sollte ja jetzt kein Problem sein... aber wieder kam es anders.

Ein völlig undurchsichtiger Grenzübergang, total chaotisch, überhaupt nicht zu empfehlen. Unfreundliche Behandlung, Wieder komische Kostenverteilung... gut, die 500 Pfund Ausreisesteuer, klar, aber dann waren da nochmal 50 Pfund zusätzlich fällig. Bei der syrischen Ausreise nach Jordanien waren beim Carnet nochmal 100 Pfund "Bearbeitungsgebühr" fällig. Wenn die jetzt auch noch kommen, hab ich ein Problem. Das waren dann aber auch nur 50.... also ist ja klar, wer diese "Bearbeitungsgebühr" einstreicht. Die Grenzer. Es hat so seine Zeit gedauert, bis ich mich durch diesen undurchsichtigen Dschungel von Schaltern durchgeschlagen habe, bis ich auf der türkischen Seite anlangte. Dort liefs sehr unfreundlich ab, ganz ungewohnt für die Türkei, strenge Kontrollen (vor allem die Benzinkanister und die Reifen waren interessant) aber ansonsten natürlich problemlos. Fahrzeug wird ja nur in den Paß eingetragen, Einreisestempel... alles fix. Insgesamt aber ein Drecksübergang, den ich nicht nochmal nutzen werde. Allein wegen der unfreundlichen Behandlung...

Aber, ich war in der Türkei. Kilometerfressen in richtung Alanya. Bergige Strecke bis Iskenderun, dann Autobahn bis Adana, ab richtung Westen. In der Nähe von Adana musste ich dann noch tanken und wurde wieder zum Tee eingeladen. Ich hatte noch ne nette Unterhaltung auf türkisch, wieder, wie gewohnt, sehr freundliche Menschen. So kenne ich die Türkei, nicht wie an diesem beschissenen Grenzübergang. Ich wollte unterwegs eigentlich mal en paar Nudeln kochen, aber es stürmte richtig... das hieß also, kalte Küche mit Brot und Wurst an Bord. So ein arschkalter Wind... und in einer Stärke.... machte die eigentlich milden Temperaturen vom Gefühl her viel kälter.

Ich fraß weiter fleissig meine Kilometer, die Autobahn endete und das Gekurve an der Mittelmeerküste entlang ging los. Silifke, Anamur.... meine Fresse. Ich dachte, ich komm nicht mehr vorwärts. 40-60 km/h auf dieser bergigen und kurvigen Strecke bis Anamur... und da wirds nicht besser, wusste ich ja noch von meiner Türkeisaison her. Der Wind war immer noch da.... also fuhr ich immer weiter....langsam aber sicher. Auf dieser Strecke konnte ich nicht mehr von "Kilometerfressen" reden, das war eher "Kilometerlutschen". Mann o mann. Irgendwann nervt dieses Gekurve...

Anamur erreicht, Gott sei dank. Land in Sicht. Und weiter. Es geht nun nahtlos in den 31.12. über....
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