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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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11.02. Tag 17 Willkommen in Schwarzafrika!!

Ich hab so gut geschlafen, wie ein Baby. Kein Wunder, wie fertig ich war, gestern abend noch. Sandra erzählte mir, dass des nachts immer wieder ein Lichtkegel erschien und der kontrollierte, ob auch noch alle richtigen Menschen am richtigen Ort sind. Hängt wohl mit der aktuellen Situation in Mauretanien zusammen.

 

Jedenfalls waren wir schon im stockdunklen wach und es wurde Kaffee in Roberts Transit bereitet. Wir wollten früh los. Wir packten alles zusammen und es ging los in richtung Senegal. Ich war schon sehr gespannt auf dieses Land, da ich im Vorfeld nix Positives gehört hab. Aber ich mach mir doch lieber mein eigenes Bild, denn jeder Mensch hat ein anderes Empfinden und Wahrnehmungsvermögen. Besonders gespannt war ich auf die Polizei, die im Senegal korrupter als korrupt sein soll, einfach furchtbar, besonders im Raum St. Louis und genau da werden wir ankommen.

 

Bevor wir die Stadt verließen, wurde noch getankt. Die waren noch richtig im Halbschlaf die Jungs da an der Tanke… Robert machte voll, ich auch. Meine Tanknadel zeigte noch gut halb voll, der verschlafene Typ tankte den Daimler und dann kam die Rechnung. Ich war leicht verwirrt ob des Preises und schaute mir die Literanzahl an. 45 Liter stand da. Wie zum Teufel soll das denn funktionieren?? Ich hab doch nur 65 gesamt. Versteh ich nicht. Ich rannte dann schnell zu Robert vor und fragte ihn, wieviel er denn getankt habe. Es waren mehr als 45 Liter. Ich dachte schon, der hätte einfach die Uhr weiterlaufen lassen um doppelt zu kassieren. Aber anscheinend nicht. Ich ging zurück und fing noch eine Diskussion mit den verschlafenen Tankwarts an. Es hieß immer nur, dass hier in Mauretanien alles ok sei und keiner betrügen würde. Jaja, das heissts immer. Behaupten die in Somalia wahrscheinlich auch, dass ihr Land niemals gefährlich sei und so. Aber ich hatte keine Wahl, anscheinend ging alles mit rechten Dingen zu und ich musste die Rechnung bezahlen. Genau da lag das Problem, ich hatte nicht mehr soviel Micky Maus (ich nenn die Währung hier mal so). Robert musste mir aushelfen… werden wir später begleichen. Sowas Blödes aber auch. Verstanden hab ich das bis heute nicht.

 

Dann gings raus aus Nouakchott, es dämmerte immer noch leicht, und man merkte sofort, dass der Sahara nun endgültig die Puste ausging. Immer mehr Bewuchs auf den Dünen, dichtere Besiedlung, mehr Verkehr. Die Straße hatte auch schon bessere Tage gesehen. Immer wieder unvorstellbar tiefe Schlaglöcher, aber das wird wohl, je weiter du nach Süden kommst, nicht besser.

 

Wir passierten einige Dörfer und nach etwa 150km kam ein PisteMauretanien 1618nabzweig, den wir zu nehmen gedachten. Die Teerstraße führt weiter nach Rosso, wo die Grenze per Fähre überquert wird und sehr stark frequentiert sein soll. Zudem sollen sich dort Unmengen an Gesindel rumtreiben, Schlepper, Helfer…  so dass der Grenzübertritt zu einem wahren Alptraum ausarten soll. Im Führer steht sogar drin, dass selbst sehr erfahrene Afrikareisende vor den Maschen der Typen nicht gefeit seien und genau dieser Übergang als der schlimmste von ganz Westafrika gilt. Das also galt es zu vermeiden. Wir nahmen die Alternative, den Staudamm bei Diama. Und da soll es eben eine neue Piste geben, die ganz gut zu fahren sein soll. Robert hat die GPS-Koordinaten von einem Typen bekommen, der nordwärts unterwegs war. Wir fuhren hinterher, ich wollte dann für den Rückweg die Koordinaten noch haben.

 

Die Piste war tatsächlich sehr passabel, teilweise starkes Wellblech, unsere Fahrzeuge wurden ganz schön durchgerüttelt. Am Buddeln waren sie auch noch. Deshalb änderte sich die Trasse etwas und es war nicht immer einfach, auf Kurs zu bleiben. Interessant wars allemal. Sehr abgelegene Dörfer bekamen wir zu Gesicht, die mit den Mauren wohl nix mehr zu tun haben. Nur noch Schwarze hier. Deshalb gings auch gleich los: Toubaaaab, Toubaaaab!!!!!! wurde geschrien, das ist hier die Bezeichnung für Weiße. Glaub Wolof heißt die Sprache. Robert musste unterwegs noch anhalten, um seine Küche aufzuräumen. Hört sich jetzt blöd an, aber durch das ganze Geruckel und Geschaukel auf der Wellblechpiste sind ihm halt die ganzen Töpfe um die Ohren geflogen; raus aus den Schränken. Und mir wurde wieder dieses Geklapper, das von hinten kam, bewusst. Ich muss dringendst mal die Auspuffaufhängung richten. Werd ich mal in der Zebrabar machen, der wird schon nicht abfliegen.

 

So düsten wir durch schon richtig afrikanische Savannenlandschaft, teilweise mit 70 Sachen über die Piste, bis wir uns in einem Dörfchen nicht mehr sicher waren, wo es weiterging. Zufällig wollte da ein Militärmann irgendwohin und Robert gabelte ihn auf. Herrlich… Dann standen wir auf dem Damm am Senegalfluss. Jetzt noch einige Kilometer auf dem Damm und wir sind an der Grenze, der Militärmann stieg aus. Wir befinden uns jetzt an der offiziellen Grenze der Sahara, dem Senegalfluss, der erste Wasserlauf seit xtausend Kilometern. Hier gibt es auch ein Schutzgebiet. Unter anderem sollen hier Pelikane, Flamingos und Warzenschweine zu beobachten sein.

 

Wir machten seMauretanien 1646hr viele Stopps und wir bekamen wirklich alle Tierarten zu Gesicht. Wunderschön, diese riesigen Pelikankolonien, die stolzen Flamingos und die trolligen Warzenschweine. Also, ich kenne ja die andere Strecke nicht nach Rosso runter, aber diese hier ist wunderschön zu fahren. Mit toller Natur und vom Zustand her perfekt. Könnt kaum besser sein… Unterwegs sah man auch Nomaden, die mit ihren Kühen hier rumziehen. Da heissts auch Vorsicht. Die Viecher möchte ich auch nicht vor dem Stern haben, ich denk da werd ich Zweiter.

 

Kurz vor der Grenze wurds dann spannend. Wir wurden angehalten und sollten die Nationalparkgebühr bezahlen von 5 Euro. Aber pro Person, damit waren wir nicht einverstanden und das Handeln war eröffnet. Nach ewigem Hin und her zahlten wir um die 5 Euro für drei Personen und zwei Autos. Quittung gabs natürlich keine, das Geld landete in irgendeiner Hosentasche. Damit wird ab jetzt zu rechnen sein, mit dieser Art Geld zu verdienen.

 

Es war nur noch ein Katzensprung zur Grenze und schon nach ein paar Minuten kam der mauretanische Posten in Sicht. Lasset die Spiele beginnen… Erstmal wirst du begrüßt mit einem „mon ami“, mein Gott, wie viele Freunde ich hier unten habe, das war mir noch gar nicht bewusst.  Dann stiegen wir aus und es ging an die Ausreise. Doch bevor wir 3 irgendetwas machen konnten, staunten wir nicht schlecht, wer denn da grad vor dem Zollbüro stand. Rudi und Heinz, die beiden mit ihrem Landcruiser von der mauretanischen Botschaft in Rabat. Großes Hallo, na wie geht’s, Palaver eben. Heinz fragte mich, ob ich denn einen 50€ Schein kleinwechseln könnte. Ich fragte ihn, warum. Ja, der will hier 10€ haben, deswegen. Klar kann ich machen. Jetzt haben wir schon mal bisschen Ahnung, in was für Dimensionen sich die kadoohs so bewegen. Das dauerte da ewig und wir beschlossen, erst UNSERE Ausreise zu machen, dann das Auto. Wir gingen da rein, Sandra und ich, ließen unsere Pässe stempeln und fertig. Doch dann wollte der fette Beamte natürlich noch sein Geld. 10€. Haben wir nicht. Ob wir denn Dirham hätten. Sandra gab ihm einen 100er in Dirham und wir hatten unsere Pässe wieder. Vielleicht hätten wir den auch drücken können, davon waren wir später überzeugt. Aber immerhin sind 100 DH nicht ganz 10€. Wenigstens bissel weniger.

 

So, jetzt zum Zoll. Wir unterhielten uns noch mit Rudi und Heinz, während wir da warteten und ich hatte das Gefühl, dass den sogenannten Beamten das ganze hier nicht ganz passte, dass so viele Deutsche zur gleichen Zeit hier sind. So konnten wir uns auf deutsch austauschen, wie man die lästigen Typen am besten unten hält mit ihren Forderungen. Unser Vorteil. Wir sind dran.

 

Wir setzten uns rein und er meinte dann aber, dass nur der Fahrer hier rein dürfe. Klar… der Fahrer soll ja auch abgezogen werden. Jedenfalls saß ich dann da alleine drin und er machte seine Arbeit. Trug das Fahrzeug aus dem Pass aus, riss seinen Abschnitt von der Ehrenerklärung ab und dann wurds spannend. Er wollte, wie bei Heinz, 10€. Darauf hatte ich kein Bock. Soll er doch teilen mit dem von der Ausreise… Ich sagte ihm dann, dass ich keine 10€ hatte. Das Kleinwechseln vorhin haben wir ohne sein Mitsehen gemacht. Wie ich denn gedenke, jetzt die Gebühr zu bezahlen, fragte er mich. Ob ich noch Micky Maus hätte. Hm… ein gemächliches Ja kam über meine Lippen. Aber nicht mehr viel. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich maximal 2000 Micky Maus zahle. Das war ihm zu wenig. Schweigen. Ich hatte Zeit… dann fiel mir, oh Zufall, mein Feuerzeug aus der Hosentasche. Das hob ich ganz gemächlich auf… Er beharrte auf seinen 3500 Micky Maus. Dann ist mir eingefallen, dass ich ja noch einen Haufen Münzen habe. Gut, dann halt die Masche, vielleicht funktionierts. Ich nahm den ganzen Münzstapel aus der Hosentasche und legte in einer Seelenruhe eine nach der anderen hin. 20…, 5…, 5…, das war zuviel für den Typen. Ich solle den Kram wieder einpacken und „I let you go“. Gut, hab ich also um die 5 € gezahlt. Dann wollt er noch ne Taschenlampe. Das hab ich aber überhaupt nicht verstanden und ich ging raus. Genugtuung machte sich breit. Wir tauschten uns jetzt noch aus, wieviel wer wo bezahlt hatte und insgesamt waren wir dann zufrieden. Jetzt noch über den Staudamm und da ist der Senegal-Posten. Natürlich kam noch so ein Typ an, der Geld wollte fürs Schranke aufmachen. Den haben wir einfach links liegen gelassen. Rudi erzählte, dass er andere Deutsche beobachtet habe, die auch nix zahlten. Er weigerte sich weiterhin, den Schlagbaum zu öffnen. Dann sind die ausgestiegen und haben wohl selber die Schranke hochgemacht. Und wir waren jetzt 3 Fahrzeuge und das war wohl zuviel. Mit laufenden Dieselmotoren standen wir vor der Schranke und dann kam ein Zöllner vor und machte auf. Gut so. Wir fuhren über den Damm. Nächster Stopp. Wieder blechen. Wie muss das nur in Rosso sein… hier ist wenigstens entspannt, da kein Verkehr.

 

Der forderte jetzt den Brückenzoll, der muss wirklich bezahlt werden, steht auch so im Därr drin. Aber die Summe war zu hoch. Doch hier bekamen wir tatsächlich eine ordentliche Quittung… na gut, dann… ich hatte allerdings keine Micky Maus mehr, Sandra auch nicht, deshalb hat Robert für uns mitbezahlt. Werden wir dann alles verrechnen, mit dem Tanken und so. Wir parkten auf dem Hof des Zollpostens.

 

Hier war alles ganz easy, keine Helfer, nix. Polizei, Einreisestempel. Ganz schnell und er wollte nix haben. Ich bin begeistert. Dann noch das Auto. Es muss ein Laisser-Passez gekauft werden für 2500 CFA. Ich ging da hin und er fing an zu schreiben. Ob ich schon eine Versicherung hätte. Nein. Die muss ich erst haben und es muss alles in CFA bezahlt werden. Gut. Dann schreib mal weiter und ich geh in der Zeit wechseln und Versicherung kaufen; ein Häuschen weiter. Ich wechselte Geld und setzte mich an den Tisch. Mein Schatzi versorgte mich noch mit kalter Cola, herrlich. Hier geht irgendwie schon alles lässig afrikanisch zu… gefällt mir. Ich kaufte die große Versicherung (Carte brune) für 30 000 CFA (50€), gültig einen Monat und gültig in allen westafrikanischen Ländern inkl. Gambia, Guinea, Sierra Leone… alles mögliche, wo wir noch hinwollen. Perfekt… Dann zurück zum Laisser-Passez-Schalter, abgeholt, bezahlt, Quittung, fertig. Ohne Korruption, kadoooh oder sonst was. Ich war echt überrascht. Der Schlagbaum war schon oben und wir fuhren los. Robert voraus, wir hinterher, Rudi uMauretanien 1648nd Heinz brauchten noch ein Weilchen, aber wir treffen uns dann in der Zebrabar. Wir waren im Senegal… Witzige Geschichte noch am Rande: Schon seit Marokko verfolgte uns ein sogenannter „Scholz“. Ständig liest du auf irgendwelchen Verkehrsschildern oder Felsen oder auch nur Steinen „Scholz“, „durch Afrika, nur mit Scholz!“, „Scholz nach Ghana“. Am senegalesischen Grenzposten war dann ein Aufkleber zu finden, eben dieser Scholz in seinem fetten roten Rolls Royce durch Afrika, mit dem Titel „Mitleid kommt von ganz allein, Neid muss man sich erkaufen“. Schräg…

 

Die Straße war gut und wir passierten kleine Dörfer. Tolle Savannenlandschaft zog vorüber, wir machten Fotostopps und die ersten Baobab-Bäume tauchten auf. Ich musste an dieses neue Hotel auf Gran Canaria denken…

Ich hielt mich exakt an die Geschwindigkeiten, weil ich wusste, dass die Polizei hier nur den kleinsten Fehler zum Anlass nimmt, um den Fahrer zu melken. Dann kam eine Zollkontrolle. Der wollte nur das Laissez-Passer sehen, war in Ordnung und weiter. Wir erreichten St. Louis. Aus Versehen fuhren wir rein, über eine Brücke, die in Deutschland als lebensgefährlich eingestuft werden würde, über den Senegal-Fluss, in die Stadt. Wir wollten zu einem Geldautomaten und einem Supermarkt, aber wir fanden nix. Dann halt erstmal zur Zebrabar. Der Verkehr war schon enorm, im Vergleich zur Wüste, das merkst du wirklich. Aber interessant… die bunten Busse, die Menschen, mir gefiels hier bis jetzt sehr gut.

 

Wir verließen die Stadt wieder und kamen dann in eine Polizeikontrolle. Wir hätten nicht geblinkt beim LKW überholen. Tatsächlich machten wir eine leichte Lenkbewegung, weil ein Traktor mit Angänger abbog und der Anhänger noch ca 2 Meter auf die Straße rausstand. Abzocke… Bei uns war auf einmal alles Patt Probläämm nur Robert musste zahlen. Der Chef kam auch noch dazu und es wurde teuer. Wo denn sein 2. Warndreieck wäre und und und. Er erzählte uns dann, dass ihn der Spaß über 7000 CFA gekostet habe. Puuuuuuuh das ist also die korrupte Polizei von St. Louis. Natürlich gabs keine Quittung, nix. Wir fuhren weiter zur Zebrabar, gut ausgeschildert und freuten uns erstmal auf ein kaltes Bier.

 

Herrlicher Fleck Erde hier… unbeschreiblich schön. Direkt am Meer, viele Palmen, Baobab-Bäume, Aussichtsplattform über die LagunenlandschafMauretanien 1654t… traumhaft. Wir tranken ein Bier, direkt am Meer und schlugen dann unsere Lager auf. Hier werden wir einige Nächte bleiben, bevor es weitergeht. Nach unserem Bier schauten wir uns mal den Strand an. Herrlich… mit einigen kleinen Fischerbooten bestückt. Traumhaft ruhig.

 

Abends kamen dann noch Fischer vorbei mit frisch gefangenem Fisch und wir kauften drei Stück. Den kochten wir dann des abends und gingen auch bald schlafen. Mein Auspuff läuft nicht weg und wir werden morgen ja auch noch nicht weiterfahren. Herrlich… traumhaft hier. Während dem Essen überredeten wir Robert noch, morgen auch noch nicht weiterzufahren, macht doch gar keinen Sinn, blabla und wir klönten noch beim senegalesischen Bier „Gazelle“.

 

Rkm 6275 / 365 137

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