Das Jahr verlief etwas anders, als ich mir das ursprünglich vorgestellt habe. Aber besser mal am Anfang anfangen.
Ich kam eben anfang Januar aus dem Nahen Osten zurück, vollgestopft mit tausenden von Eindrücken und Erlebnissen. Dann kam mein Einsatz Gran Canaria; Abflug 14.1.09 So landete ich auf der Insel. Der erste Eindruck war einfach nur fürchterlich. Ich kam aus den Wüsten und Weiten des Nahen Ostens und fuhr nun vom Flughafen in den Süden der Insel in eines der größten Ferienzentren Europas. Hotelbunker, Urlauber mit Adiletten und weissen Tennissocken, Kamera auf dem Bierranzen abgelegt. Toll, super. Die erste Unterkunft war ein Hotel mit 724 Zimmern. Dort sollte ich wohnen. Das alles war mehr als ein Kulturschock. Aber gut, ich wollte die Saison nutzen, um ordentlich Geld ranzuschaffen für eine ausgedehnte Reise im Winter, dieser sollte komplett freigenommen werden.
Nach und nach gewöhnte ich mich daran und der Verdienst lag so, wie ich mir das vorgestellt habe. Im März allerdings passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich lernte meine Traumfrau kennen. Ich kannte sie schon von 2007, meiner Saison auf Lanzarote. Auf Gran Canaria hingegen hatten wir dieselben Hotels zu betreuen, 2 davon sogar zu denselben Uhrzeiten. Der freie Tag war für uns beide Samstag. So kamen wir uns näher, unternahmen viel und mit einem Satz beim Leuchtturm von Maspalomas wusste ich: sie ist die perfekte Frau. Wir spazierten dort eines Abends entlang und dort stand ein alter MB 701, der tagsüber als Waffelstand diente. Sie sagte zu mir: " Weisst du, was ich gern mal machen würde? Mit so einem alten Bus als Camper umgebaut auf Weltreise zu gehen!" Ich traute meinen Ohren nicht... denn genau darüber hab ich mit meinen Bekanntschaften aus Erzurum gesprochen; dass ich so neidisch bin, dass die alle Frauen gefunden haben, die Overland-Trips mitmachen. Nun bin ich auch fündig geworden... Künftige Co-Pilotin: Sandra Wander, Frau meiner Träume !!!
Wir zogen auch sehr schnell in eine gemeinsame Wohnung, lernten uns somit auch sehr sehr gut kennen und beschlossen, auch das Jahr 2010 gemeinsam anzugehen. Mittlerweile ist sie auch bei der Rewe-Touristik angestellt, den Winter haben wir erstmal gemeinsam frei und wir fahren nach Westafrika, wo ich schon seit langem mal hin wollte.
So plätscherte das Jahr so vor sich hin mit dem üblichen Reiseleiter-Wahnsinn, dummen und netten Gästen, netten Kollegen, entspannten wie auch stressigen Phasen. Dann kam der November. Ich eröffnete den neuen Calimera-Club in Maspalomas und das hat mir dann letztendlich den Rest gegeben. Ich war sowieso schon urlaubsreif, dann noch ein unfertiges Hotel aufmachen. Herrlich. Diese Tomatenpflücker... ich hatte die Schnauze voll. Vor allem weil meine Sandra schon seit 1. November in München zurück war und ich noch auf der Insel war. Aber auch das hab ich überstanden und es ging am 30. November nach einer durchzechten Nacht total verkatert nach Hause.
Meine Sandra war sogar auch noch am Flughafen mit dabei, um mich abzuholen, das war natürlich DIE Überraschung. Ich wurde im Glauben gelassen, sie läge im Krankenhaus, wo die Mandeln entfernt werden. Das wurde allerdings verschoben auf den 14. Dezember. Sie kam mit mir nach Donaueschingen, wir gönnten uns noch 4 Tage in Dresden in einem Hotel mit Wellnessbereich und dann kam langsam der OP-Termin immer näher. Derzeit ist sie mit starken Schmerzen zu Hause in München und erholt sich, bis es dann heisst: AUF NACH WESTAFRIKA!!!!