Die Reisevorbereitungen begannen schon recht früh. Es ist halt immer ein Kreuz, dass du als Reiseleiter fernab von deinem Expeditionsmobil hockst und im Prinzip nix machen kannst. Das einzige, was geht, sind eben die Dinge für die Ausrüstung. Das geht ja heutzutage dank Internet ganz bequem. Erstens. Was wird alles benötigt?? Da wir nun zu zweit unterwegs sein werden, wurde die Ausrüstung eben auch etwas modifiziert. Partnerschlafsack, ein bequemes Luftbett, all solche Sachen wurden noch ergänzt. GPS Gerät, Karten, Moskitoschutz und und und wurde nach und nach bestellt. Leitfaden für die Afrika-Expedition stellte die Ausrüstungsliste des Herrn Besold, zugeschnitten auf einen W123. Spezielle An- und Umbauten am Fahrzeug stehen auch noch an, dazu aber mehr in einem gesonderten Artikel. Vielen Dank an den Besi an der Stelle.
Die Route soll uns über Marokko nach Mauretanien führen, dann weiter Senegal, Gambia, Guinea, Sierra Leone, evtl Liberia, Guinea, Mali, Burkina, Benin, Togo, Ghana, Burkina, Mali, Mauretanien, Marokko. Strammes Programm also. Wie schauts aus mit der Sicherheitslage in den Ländern, Visa, Carnet?? Je mehr Vorbereitung, desto mehr Fragen. Visa ist kein Problem, gibts jeweils da unten vor Ort in den Nachbarländern. Carnet. Dieses leidige Thema. Allerdings wäre das diesmal wohl machbar. Im Gegensatz zum Iran verlangen die Afrikaner keine 5000€ Zollkaution, sondern "nur" 1500€. Könnte noch hinhauen. Schau mer mal, dann seh mer scho. Dieses vermaledeite Zolldokument ist, wie es scheint, auch nur für Ghana zwingend notwendig. Bleibt die Frage, ob da dann überhaupt hingefahren wird. Noch ists geplant. Sicherheitslage sollte auch kein Problem darstellen; bis dann der 28. September 2009 kam.
Als Informationsquelle dient mir hierzu die sehr gute und hochaktuelle Seite www.allafrica.com Am 28. September wie gesagt, ereignete sich ein Blutbad in der guineeischen Hauptstadt Conakry. 150 Tote viele Verletzte und und und. Daraufhin wurden natürlich meinerseits die Entwicklungen kritisch und genau verfolgt. Kurze Zusammenfassung:
Im letzten Jahr verstarb der Diktator Conté (glaub ich) und die Militärjunta unter Dadis Camara übernahm die Regierungsgeschäfte in einem unblutigen Putsch.
Die Lage im Land war ruhig, die Bevölkerung voller Hoffnung auf die erste zivile Regierung in Guinea, da Camara versicherte, sich bei den nächsten Wahlen nicht aufstellen zu lassen
Genau das aber verkündete er Ende September, die Bevölkerung ging auf die Straße, die Demo wurde blutig beendet
Anfang Dezember gab es dann noch ein Attentat aus den eigenen Reihen auf den Juntaführer Camara, der derzeit in Marokko sein soll. Keiner weiss, ob er wirklich noch lebt oder wie schwer er verletzt sein soll
Guinea ist also derzeit einem Bürgerkrieg verdammt nah, und unter diesen Umständen muss das Land dann leider ausfallen. Leider Gottes auch auf Kosten von Sierra Leone mit den wunderbaren Stränden... wir werden sehen. In Afrika ist es auch möglich, dass Guinea das sicherste Land Westafrikas ist, wenn wir da unten rumgurken.
Abfahrtstermin wird wohl so Mitte Januar werden, wenn mein Auto fertig vorbereitet ist und vor allem, viel wichtiger, die Sandra wieder komplett hergestellt ist nach der Mandeloperation. Gelbfieber und Meningitis-Impfungen müssen wir dann auch noch machen...