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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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02.03. Tag 36 Ankunft im Niokolo-Koba-Park

Nach dem Aufstehen traf ich den einen der beiden Spanier noch. Sie konnten nicht mehr schlafen. Auch kein Wunder… Hier geht’s früh gleich zur Sache, mit irgendwelchen Gießkannen wird hantiert, der ander unterhält sich mit dem anderen… und Fenster gibt’s nicht. Gott sei dank. Sonst würdest ja eingehen des nachts. Ich lud meine Sachen ins Auto und bezahlte noch meine Rechnung. Dann musste ich los, heute wars soweit, ich musste raus aus Gambia. David kam noch mit zur Fähre. Dort kamen wir dann an und die Fähre war grad unterwegs zum anderen Ufer, das hieß also warten. Ist ja aber patt problääm, wir sind in Afrika.


Ich unterhielt mich in der Zeit mit einigen Holländern, die auch hier unterwegs waren, aber nicht mit eigenem Fahrzeug. Sie waren mit einem Buschtaxi an den Hafen gekommen und wollten jetzt weiter nach Soma und zur Küste, also genau den umgekehrten Weg, den ich vor mir hatte. Die waren ganz begeistert ob meines Unternehmertums… freundliche Leut, die Holländer, ich mag sie. Dann kam David an und fragte, ob ich „den da“ noch mitnehmen könne, nach Basse Santa Su. Er sei von der Militärpolizei und müsse jetzt dahin. Ich stimmte zu, denn mit so einem tut man sich an den Checkpoints deutlich leichter… außerdem weiß der vielleicht, wie das mit den Formalitäten funktioniert am Übergang nach Velingara im Senegal.


Dann kam die Fähre auch schon und es ging auf die andere Seite. Da wollte David dann noch was haben „für seine Dienste“, aber das war mir schon von Anfang an klar. Gut, die Lodge hätte ich auch so gefunden, war gut beschrieben im Führer, zudem gibt’s in Georgetown nur eine Straße. Aber ohne ihn hätte ich keine Bootsfahrt machen können und irgendwie mochte ich ihn. Ich gab ihm 50 Dalasi und gut war. Nicht mal 2 Euro… und das gehört in Afrika eben dazu. Jeder macht irgendwie Business. Auf dem Boot gestern sollte ich auch schon ein deutsches Lokal in Georgetown aufmachen. Das würden die Toubabs bestimmt mögen. Jeder will hier irgendwie halt Geld machen… wer wills ihnen verübeln, ist bei uns ja auch so, nur in anderen Dimensionen.


Ich fuhr dann also mit dem Polizisten da nach Basse und der war ziemlich redselig. War aber interessant… Bissel Unterhaltung. Die Straße wurde schlechter, hier war kaum mehr eine Spur von vorbereiterter Trasse zum asphaltieren, immer wieder Schlaglöcher und schlechter Teer. Aber immer noch besser als dort im Senegal… man kam mit so 40-50 km/h voran. Ich quetschte unterwegs den Bullen bissel aus über den Grenzübergang, denn im Därr steht drin, dass die Ausreise schon in Basse gemacht werden muss, die Einreise dann in Velingara. Aber das Buch ist ja auch schon ziemlich alt… Hat bei der Einreise Gambia auch nicht mehr gestimmt. Der Bulle jedenfalls meinte, ja, das wäre in Basse. Da ist ein Zollposten.


Dann fuhren wir rein in die Stadt und im Führer stand was von „lebendiger, quirliger Stadt“. Das ist nicht untertrieben… ein Gewusel… ein Durcheinander… Wahnsinn. So kämpften wir uns durch die Hauptstraße, die von Eseln, Hühnern Pferdegespannen und auch Menschen, teilweise Autos, bevölkert war. Ach, ich vergaß die an die hundert Ziegen… die sind schon so alltäglich geworden, die laufen einfach überall rum und fressen an allem rum, Hauptsache im Müll stöbern.


Ich tankte noch voll und dann gings zu dem Zollposten. Ich parkte. Immer erst mal grüßen, fragen wie es geht, ob alles klar sei… Langsam hab ichs raus. Das kommt immer gut an. Dann machte ich mein Anliegen klar und der Hauptzöllner schaute sich mein Passavant an. Er schaute verwirrt und sagte nur, dass es doch noch gültig sei. Ja, das weiß ich ja selber, aber ich reise doch aus. Ob da noch ein richtiger Zollposten kommt. Er meinte nur knapp: Ja. Na von mir aus. Dinge ändern sich in Afrika. Dann eben direkt an der Grenze. Ich verabschiedete mich von allen, von meiner Begleitung auch und ich fuhr auf die Piste richtung Grenze.


Die war schon sehr ausgefahren, es erforderte einiges an Konzentration, aber insgesamt kein Problem. Dann kam ich zum gambischen Grenzposten. Wellblechhütten und ein paar Männer saßen herum beim Tee. Wir fingen an zu quatschen. Waas?? Den ganzen Weg von Deutschland hierher? Och, ich find Deutschland toll, Fußball. So gings in einer Tour, bis der Zöllner uns unterbrach. Ganz ernste Miene… aber nur, bis er sah, dass ich Deutscher bin. Dann fand er es toll. Oberflächliche Kontrolle und wieder quatschen. Ich erzählte ihm auch, dass ich die Reise mache, um mir mein eigenes Bild von Afrika zu machen. Denn in Europa siehst du nur Afrika = Hunger, Krieg, Katastrophe, nix Gutes. Bist du aber hier, schauts anders aus. Das kommt immer gut an. Dann noch das Land, in dem du grad bist, in Himmel hochheben und du hast keine Probleme. Dann gings weiter in die nächste Hütte, da wurde mein Pass gestempelt. Würde was kosten. Ich fragte nach einer Quittung. Gibt’s nicht. Quittung sei der Stempel. Ja aber der, der ist doch gratis… your work!! Ich drückte ihm dann die Hälfte des geforderten in die Hand, 25 Dalasi, also so 80 Cent und gut war.


Weiter durchs Niemandsland bis zum Senegal-Posten. Einreise war ganz unproblematisch, Passavant ausgestellt, Pass gestempelt, wieder keine Forderungen.


Die Piste ging weiter bis nach Velingara, in gleichem Zustand, unterwegs winkten mir die paar Hansel zu, die auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs waren. Ist nicht grad ne Tourigegend hier, ganz anders als an der Küste südlich von Dakar. Dann kam Velingara. Insgesamt fiel mir auf, dass der Senegal doch dreckiger ist als Gambia. Überall fliegt Müll rum. Aber gut. Dann erreichte ich die Teerstraße gen Tambacounda.


Die Gegend war dünn besiedelt, landschaftlich auch nicht anders als in Gambia. Was aber auffiel, keine Bullen. Sammeln sich wohl wirklich nur in St. Louis und Dakar… Ich hielt mal noch an, um mir einen Plan zu machen. Ich werds wohl doch noch in den Niokolo Park schaffen… Wir werden sehen. Kommt immer auf die Straßen an. Die hier war ganz gut. Es kam der Abzweig: rechts nach Guinea, links nach Tamba. Ich fuhr links. Dann gings los… Nur noch Piste. Die Straße wird neu gemacht und die gesamten 50 km eierte ich über teilweise übles Wellblech bis Tamba. War aber ganz gut zu fahren.


Ich schaute in Tamba noch nach einer Bank. Es gab eine, hatte aber zu, die andere gab kein Geld gegen Visa-Card. Dann halt nicht… Ein paar CFA hab ich ja noch. Ich fuhr zum Niokolo-Park. Die Straße war hervorragend. Interessante Dörfer auf der Strecke und so war ich schon bald am Park angekommen. Es gab noch einen Checkpoint, mit Personalienaufnahme (sehr freundlich), dann fuhr ich nach Dar Salam, wo der Haupteingang ist. Dort, am Tor, ließ ich mir die Konditionen erklären. Da hat sich einiges getan… Führer ist obligatorisch (8000 CFA pro Tag), Eintritt 2000 CFA pro 24h, Auto einmalig 5000 CFA. Ich fing an rumzudiskutieren, ob ich im Camp vor der Parkeinfahrt übernachten sollte, es war immerhin schon viertel nach sechs, oder nicht… Die meinten nur, das würde passen, den Führer müsst ich für heute nicht bezahlen. Und es wäre besser, gleich morgen sehr früh zum Tiere schauen zu starten. Man verliere zu viel Zeit, wenn ich erst noch reinfahren würde, Camp beziehen… Dann verstecken sich die Viecher schon langsam vor der Hitze. Hier hats derzeit immer um die 45 Grad. Abartig… ich war auch um meine Klima froh.


Ich bekam dann also meinen Führer, Keita (sein Name) und wir eierten los. Die Piste war anstrengend. Mit meinem Auto sehr anstrengend. Aber machbar. Nur kam bei mir die Müdigkeit hinzu und die Sonne ging auch schon bald unter. Wir gerieten auch tatsächlich in die Nacht. Alle Funzeln am Daimler an, so gings einigermaßen. Aber nach dem ganzen Tag unterwegs, der Piste nach Tamba, einem Grenzübergang, machte mich das schon fertig. Und das „Camp du Lion“ wollte einfach nicht kommen… Aber, als es noch hell war, sahen wir schon die ersten Tiere. Nashornvögel und ein paar Affen, das macht Lust auf mehr.


Schließlich erreichten wir das Camp, es war bereits stockdunkel. Die Frage nach dem Camping war positiv, auch wenn ich heute mein Zelt bestimmt nicht mehr aufbauen werde. Ich werde im Auto nächtigen. Stellt sich noch die Frage nach dem Essen. Ganz verstanden hab ich das bis heute noch nicht. Als Antwort bekam ich: nur Omelette. Es wurde dann aber ein Menü mit Omelette als Vorspeise. Naja, seis drum… satt bin ich jedenfalls geworden, nach dem ganzen Tag ohne Futter. Das erste, was ich allerdings zu mir nahm, war ein Bier. Sollte kühl sein, wars aber nicht wirklich. Auch egal. Es schmeckte trotzdem. Den Franzosen auch. Die waren schon da, am Nachmittag angekommen. Der eine sprach sogar bisschen deutsch, was mich verwunderte. Die Erklärung war simpel. Er arbeitet in Stuttgart und hat eine deutsche Frau. Der andere lebt seit 3 Monaten bei Mbour im Senegal. War noch ein netter, geselliger Abend. Dann haute ich mich hin.


Rkm 8219 / 367 081

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