Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
Früh raus gings. Wie heißt es so schön… der frühe Vogel fängt den Wurm. Wer die Tiere sehen will, der muss aufstehen. 6.45 Uhr war Abfahrt zur Safari angesetzt. Ich war dann auch munter, wenn auch nicht ausgeschlafen. Keita kam dann auch schon an und wir gingen los. Doch vorab noch zum Camp. Herrlich. Fantastisch. Jetzt sah ich ja erst mal, wo ich eigentlich gelandet bin. Direkt am Gambia River, der wegen der Trockenzeit allerdings wenig Wasser führte. Alles sehr einfach, sehr authentisch. Rundhütten im Stil des hiesigen Volkes, der Peul, kaum Licht, einfach fantastisch. Ich genoss gestern, trotz der Müdigkeit, noch den atemberaubenden Sternenhimmel, der mich anfangs zu erschlagen drohte. So intensiv leuchteten die Millionen von Sternen. Dazu die Geräusche aus dem Busch… eine fantastische Atmosphäre. Morgens, als ich aufgewacht bin, wurde mir erst bissel anders zumute, denn da waren sehr laute Geräusche aus richtung Einfahrt des Camps. Ich traute mich erst gar nicht, auf Klo zu gehen, weißt ja nie, was da so rumläuft. Aber dann sah ich, was das war… Affen. Sie machten ihren Frühsport in den Baum- und Palmenwipfeln, turnten da herum, spielten miteinander und zeigten überhaupt keine Angst. Bei einem dacht ich, der hopst jetzt gleich auf die Motorhaube, so neugierig hat der gschaut. Aber das hat er sich doch nicht getraut.
Wir fuhren also los, ab zum Simenti Hotel, wo ich noch Geld tauschen konnte. Allerdings zu einem schlechten Kurs, deshalb grade soviel, dass ich das Camp und die Biere bezahlen konnte. Morgen wird schon ne Bank in Tamba auf haben. Nun war ich eingedeckt mit Barem und auch wieder Zigaretten und es ging weiter. Wir machten eine Tour auf Pisten, die ohne 4x4 machbar sind. Immer wieder suchten wir Plätze auf, die sogenannten „Mar“. In der Regenzeit steht da drin richtig Wasser. Leider ist der Park nicht mehr so tierreich wie vor einigen Jahren. So ist zum Beispiel der Löwenbestand rapide gesunken, wie auch jede andere Art von Großtieren. Aber Keita machte einen guten Job und so bekam ich einige Antilopen- und Gazellenarten zu Gesicht, große Warzenschweine, jede Menge Vogelarten, Affen in Hülle und Fülle und auch Krokodile. Leider sind die Viecher so schnell, ist halt Natur, nicht der Zoo zuhause, dass Fotos selten möglich sind. Kaum gesichtet, schon verschwunden. Mit meiner Kamera aus der Ferne ranzoomen ist auch nur sehr schwer möglich…
War jedenfalls ein interessanter Vormittag mit Keita. Wir kehrten zum Camp zurück und flackten nur rum. Gegen Abend wollten wir dann zu Fuß in den Busch und zum Gambia River runter. Aber erstmal ruhig, entspannen, wie die Viecher auch. Wir aßen zu Mittag, die Franzosen und zwei holländische Mädels. Wir unterhielten uns… die beiden Mädels reisen per Rucksack durch Westafrika, haben ein Jahr in Ghana gelebt und waren auch ganz erstaunt, dass ein verrückter Deutscher mit dem Auto allein durch Afrika gurkt.
Abends gingen wir dann los, es hatte immer noch gut über 40 Grad und ich Trottel hab kein Wasser mitgenommen. Keita hat das auch vergessen und so schwitzten und dursteten wir so vor uns hin… War aber ein tolles Erlebnis. Ist was ganz anderes zu Fuß hier lang zu gehen. Die Tiere haben weniger Angst, als vor dem großen Auto. Bleiben länger stehen usw. So kreuzten ein Riesenschwarm Affen unseren Weg, wie auch die Riesenschweinchen mit ihren großen Hauern. Allerdings waren die auch alle noch zu schnell für meine Kamera. Am Gambia River beobachteten wir ein Flusspferd, das ab und an auftauchte. Leider keine Krokodile mehr. Allerdings hatten wir am Vormittag bereits, auf einer kleinen Insel im Fluss (zu Fuß erreichbar über eine Brücke während der Trockenzeit) Spuren entdeckt. Keita erklärte mir, es handle sich um Kroko-Spuren. Und das hier muss ein Riesending gewesen sein, so um die 5 Meter Länge, den Spuren nach zu urteilen. Es war aber nicht mehr in der Nähe.
So kamen wir ins Camp zurück, soffen erstmal jeder anderthalb Liter Wasser. Ich wollte eigentlich ne kalte Cola, war aber aus. So ists halt im Busch… Dann ging ich runter zum Fluss, mich mal ordentlich waschen. Da trafen wir die zwei Briten wieder, die in der Zwischenzeit angekommen waren. Mit einem schwer bepackten Landrover Defender. Ich fragte sie, wo sie herkommen. Sie sind auf der Ostseite Afrikas runter, und jetzt die Westseite wieder hoch. Wow. Ein Jahr schon on Tour… Wohl dem, der das Geld und die Zeit dafür hat. Insgesamt waren die aber komisch, eher Einzelgänger. Wir redeten dann nicht mehr miteinander.
Es kam die Abendzeit und wir aßen wieder mit den Franzosen. Die Mädels waren abgereist, dafür kam ein anderer Schwarm Menschen an, Franzosen. Schätzungsweise 20 Stück. Naja… Sie würdigten uns keines Blickes. Dann klönten wir noch fröhlich beisammen, ratschten übers Reisen und so weiter und Marc, der eine Franzose, der im Sengal lebt, meinte noch, ich könnte doch auf dem Rückweg bei ihm vorbeischauen. Er beschrieb den Weg und ich werde sehen, ob das passt. Wenn ich von Mali über Kidira komme, wird’s wohl nix. Aber ich reise in Afrika. Und da ist planen so ne Sache… wer weiß, was noch kommt. Dann gingen wir schlafen, ich wollte morgen weiter nach Guinea, zumindest in die Nähe, die Franzosen wollten auch nach dem Frühstück los. Ich bezahlte noch, dann gings in die Heia, diesmal im Zelt. Leider ist eine Fiberstange gebrochen. Jetzt hängt da halt alles bissel auf halbacht, aber allein geht’s. Ich kann ja quer liegen…
Die Bilder aus dem Park gibts hier.
Rkm 8232 / 367 104