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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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04.03. Tag 38 ab nach Guinea & eine unheimliche Begegnung...

Gegen 8 wollten wir los. Geweckt wurde ich wieder von den rumturnenden Affen. Die sind echt zu geil. Keine Scheu, nix. Die rennen durch das Camp und suchen sich irgendwas zu essen. Keita sagte noch zu mir gestern, ich solle um Gottes Willen immer Türen und Fenster zu halten, sonst kommen die ins Auto rein und wühlen da rum, ob sie was essbares finden. Der Hammer. Dann gings los.

Wir holten auf der Piste zum Ausgang sogar die Franzosen wieder ein mit ihrem Allrad. Allerdings fuhr der Guide und der lernt erst, verriet mir Keita. Dann wurde es dem Franzosen zu bunt und er fuhr selber weiter. Dann waren sie weg. Am Ausgang sah ich sie wieder. Ich war stolz auf meinen Blauen. Zwar nicht ganz so schnell, aber fast wie ein Allrad und das auf Piste, die laut Michelin-Karte und Reiseführer NUR mit Allrad befahrbar ist. Mein gewöhnlicher 123er ist nicht mal höhergelegt hinten. Musst halt nur fahren können, so schauts aus. Ich nahm noch Keita mit in sein Dorf, einen Kollegen, den wir auch im Camp trafen, nahmen wir auch noch mit. Auf der Asphaltstraße kein Problem.

Ich war dann froh, irgendwie, wieder allein zu sein. Jetzt konnte ich wieder tun und lassen was ich wollte. Ich wünschte mir zwar mein Schatzi an meine Seite, ich meine damit nur den Guide. Ich erreichte Tambacounda.

Die Bank, die letztes Mal geschlossen hatte, war nun auf. Ich ging rein und suchte den Geldautomaten. Das läuft hier allerdings anders. Der Sicherheitsbeamte wies mir den Schalter zu. Dort gab ich meine Visa Card hin und der Betrag wurde abgebucht, wie bei einer Kartenzahlung. Mit einem signierten Beleg ging ich zum Kassenschalter und ließ mir den Betrag auszahlen. Bargeld tauschte ich auch noch gleich. In der Bank war noch ein Toubab, wohl ein hier ansässiger Franzose, den fragte ich noch nach einem Versicherungsbüro. Denn meine Autoversicherung läuft am 10. März ab und ich möchte nicht ohne fahren. Lieber jetzt noch gleich machen, als dann im Zwang nach Conakry oder Freetown zu müssen.

Wie der Zufall es wollte, war am Schalter nebenan ein Mitarbeiter des Versicherungsbüros. Er sagte, ich solle einfach ihm hinterher fahren, patt problääm. Dann machte ich eine neue Versicherung, für einen weiteren Monat, genau dieselbe. Dann sollte ich bezahlen. 10 000 CFA. Ich fragte  zweimal nach.     10 000 CFA?? Die Angestellte schaute etwas irritiert, beharrte aber auf der Forderung. Also gut, schnell bezahlen, bevor der noch was einfällt. Der Grund meines Nachhakens ist Folgender: An der Grenze bezahlte ich für dieselbe Versicherung, auch ein Monat, das dreifache. 30 000 CFA. Ist wohl also ratsam, in Zukunft an der Grenze einfach die kürzeste Dauer, billigster Tarif, zu nehmen und dann in einem normalen Büro die gewünschte Versicherung abzuschließen. Das hat mich echt verwundert.

Danach tankte ich noch voll, inklusive 4 Kanister, und war damit beschäftigt, diese Parasiten von mir fern zu halten. Bettelnde Kinder. Bettelorden hin oder her, wenn die nicht so aufdringlich wären, würd ich denen ja vielleicht was geben, aber so… höchstens ne Tracht Prügel. Verflucht noch eins. Aber gut, weiter im Text. Jetzt fehlte noch das Internet auf meiner Liste. Das im Lonely Planet angegebene existiert nicht mehr. Hier MUSS aber eins sein. Einmal die Straße rauf, einmal runter… da sah ich das Schild. Einmal noch fragen, gefunden. Ich checkte nochmal Emails, schaute mir den Blog nochmal an und beantwortete die 3 Mails von Sandra bei Facebook. Ich hatte jetzt nicht mal mehr Handyempfang und das wird nicht besser… schon hart. Die Getrenntseinphase auf Gran Canaria ging ja noch, man konnte telefonieren. Sogar Internet war jeden Tag da. Hier gehen die Uhren anders…

Dann gings los, richtung Grenze. Wieder die Baupiste runter bis zu dem Abzweig, den ich früher erreichte, als ich dachte. Rückweg kommt dir echt immer schneller vor. Rechts gings nun wieder nach Velingara, geradeaus nach Guinea. Die Straße wurde schlechter, der Verkehr war so gut wie nicht mehr existent. Bin ja mal gespannt… Auf der Michelin Karte ist die Route asphaltiert bis zur Grenze. In der Karte vom Reise-Know-How nur bis Medina Gounas. Mal schauen was stimmt. Ich erreichte Medina Gounas und der Asphalt hörte tatsächlich auf. Allerdings waren Baumaßnahmen zu sehen, da tut sich also was, so in den nächsten 20 Jahren vielleicht. In Afrika dauert sowas eben… Dann kam der Grenzort.

Ich war an der Gendarmerie Nacional und dachte, hier musst du vielleicht deinen Pass stempeln lassen. Ein Buschtaxi aus Guinea hielt da auch an. War aber nicht so. Nur freundliche Beamte, schauten sich mein Laisser-Passez an, scherzten ein bissel und gut. Der Grenzposten käme noch, hier im Ort. Also gut. War auch nicht zu verfehlen. Ich erledigte die Ausreise, alles patt problääm, keine Geldforderungen, nix und ich fuhr weiter. Ich tauschte bei fliegenden Händlern noch Franc Guinee und stellte später fest, dass der mich um 10.000 FG beschissen hatte. Nun gut, ich vergaß auch, nachzuzählen, wenn ich ehrlich bin. Und das sind grad mal 2 Euro. Es wurde später und später und ich wollte nicht jetzt noch auf Zwang nach Guinea rein. Nachtplatz suchen. Schwierig war allerdings, dass hier von der Baupiste kaum Pisten abzweigen. Da was finden… nicht einfach.

Nach einem Kontrollposten des Niokolo-Parks, jetzt die Rückseite sozusagen, fand ich dann doch eine Einfahrt ins Gestrüpp. Ich quälte den armen Blauen mitten durch die Bäume durch, bis die einigermaßen dicht waren und ich von der Straße nicht mehr zu sehen war. Verkehr war eh nicht, passt schon. Hier steh ich gut. Laut GPS sind es noch 24 km zur Grenze… na da bin ich mal gespannt. Während ich so meinen Platz beäugte, fielen mir zwei riesige Gestalten auf. Huch, was das denn?? Ach, Vögel… Riesige Vögel, keine Ahnung was für welche. Schätzungsweise so um die 1,60m hoch, großer Schnabel… stolzierten da rum, ca 50m von mir weg. Aber bis ich meinen Foto bereit hatte, waren sie schon wegstolziert. Ich muss mal im Internet schauen, was das für Dinger waren… wird sich ja rausfinden lassen.

Ich versuchte dann noch, zuhause anzurufen, ging nicht. Netz überlastet. Ich versuchte, Mike zu erreichen, das ging. Wir quatschten ein wenig. Dann machte ich mir was zu essen, richtete mein Bett im Auto und Gute Nacht.

Rkm 8455 / 367 318

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