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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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07.02. Tag 13 verfluchte Klimaanlage...

Wir haben ganz gut geschlafen, bis auf den Umstand, dass das Luftbett wohl ein kleines Löchelchen hat. Denn in der Nacht lagen wir auf einmal flach, und wir mussten das Ding nochmal aufpumpen. Wir standen dann auf, machten Kaffee und die Wäsche war auch wunderbar trocken geworden. Sandra war ein bisschen zu neugierig und wollte sich mit den Ziegen auf dem Campingplatz anfreunden, die betrachteten den Eindringling aber wohl nicht ganz so friedlich und rannten in einem Affenzahn auf mein Schatzi zu. Flucht zurück zur Basis… Auf dem Platz war einiges los… viele Wüstenfahrer aus allen Teilen Europas. Darunter auch ein Pärchen aus Deutschland mit einem alten VW-Bus. Wichtigtuer sag ich dazu nur. Er sprach mich an, wohin es denn ginge und so. Ich erzählte ihm die Pläne über Westafrika und das hat ihm wohl nicht so gepasst, dass jemand noch weiter fährt als er. Die beiden haben wohl kein Visum für Mauretanien. Pech gehabt. Da hilft nur eins… den weiten Weg nach Rabat zurück. Wir haben unsere Visa. Gut so. Dann machten wir los.

 

Wir erreichten die ehemalige Hauptstadt des Staates Westsahara (Laayoune) und dort deckten wir uns noch mit Obst und Gemüse ein. Ich sah noch einen Tandler, der Gartenschläuche vertickte. Ich kaufte noch einen Meter für die Wasserkanister. Somit können wir jetzt vom Dach in den kleinen 10 Liter Kanister beliebig umfüllen. Hervorragend.

 

Unterwegs hörten wir spanisches Radio; Cuarenta Principales, Cad-Dial, RNE usw. Wohl ein Überbleibsel aus spanischer Kolonialzeit… egal, uns wars recht. Unterwegs immer wieder Kamele und ich verhielt mich jetzt so, dass ich stark abbremste, langsam ankam, wartete bis ALLE drüben waren und langsam, ohne starkes Motorengeheul, wieder anfuhr. Scheint zu klappen. Keine brenzlige Situation mehr. Wir kamen in Boujdour an und wurden am Checkpoint zur Abwechslung mal nicht durchgewunken. Wir sollten halten und die Personalien wurden aufgenommen. Alles aber korrekt und freundlich. Ich fragte den Polizisten noch, ob es in Boujdour eine gscheite Werkstatt gäbe; für Klimaanlagen. Denn unsere funktionierte nicht richtig. Wenn wir sie brauchten, ging nix. Ich rief sogar noch den Herrn Krauß von FBS an und fragte, was da los sein könnte. Er meinte, ich solle mal schauen, ob der Magnetschalter am Kompressor funktionierte, oder ob noch genug Klimagas vorhanden sei. Das sollte eben mal gecheckt werden, denn langsam merkten wir, dass wir gen Süden fuhren. Die Temperaturen erreichten deutlich über 30 Grad tagsüber.

 

Der Bulle, Wahid, sagte, wir sollten nicht hier in Boujdour, sondern in Dakhla zur Werkstatt gehen. Er kenne dort auch einen, wo er mal anrufe und uns ankündige. Denn hier wolle man nur Geld, mache aber nix dafür. Nur… bis Dakhla ist es noch ein gutes Stück, mal schauen ob wir das heute überhaupt schaffen. Wenn, wohl eher knapp. Er meinte, das wäre patt probläm da noch hinzukommen. Sein Wort in Allahs Ohr… verkehrt wärs nicht, dann wärs auch nicht mehr weit zur Grenze und meine Versicherung läuft ja bald ab. Wir müssen also raus aus Marokko. Er rief dann da an und alles wäre patt problääm, dann sollte Sandra schon zum Auto gehen und ich noch kurz da bleiben. Mir war schon klar, was jetzt kommt. KADOOOOOOOOH. Genau so wars. Ich versuchte, ihm was von dem Tee aus Guelmim anzudrehen, das wollte er nicht, dann konnte er mich mal. Ich hab ihn ja zu nix gezwungen. Die Werkstatt hätten wir auch ohne anzurufen gefunden. Wir fuhren ohne kadoh weiter.

 

Im Ort holte ich noch Zigaretten und da quatschten mich bei dem Tandler zwei junge Burschen an, ob ich nicht was zu verkaufen hätte. Ja hab ich, nur der Gebläsemotor liegt in Deutschland. Wir hatten keinen Platz mehr, den mitzuschleppen. Ich denke, ich werd mal noch en Kurztripp nach Marokko machen, das Ding verscherbeln und noch bissel Urlaub machen. Ständig wirst hier danach gefragt, ob du irgendwas zu verkaufen hast. Das Auto, klar, ist unverkäuflich, aber auf irgendwelche Teile vom W123 sind die genau so scharf. Nun gut, weiter, Dakhla ist noch fern.

 

Wir fuhren und fuhren, immer mit dem Ziel Dakhla, dem alten Konvoisammelpunkt. War wohl sehr anstrengend damals, aber bestimmt auch lustig. Du triffst eben andere Reisende, tauschst dich aus etc… das ist jetzt nicht mehr so. Jeder brettert eben, wie er Lust hat, durch die Sahara rüber nach Mauretanien. Irgendwie schade.

 

Die Wüstenlandschaft war jetzt sehr eintönig. Nix besonderes. Nur noch Stein… Abwechslung bot ein Militärkonvoi, ewig lang, mit Panzern auf LKWs verladen, die die ganze Straße in Anspruch nahmen. War ganz lustig… die Überholmanöver über den unbefestigten Seitenstreifen. Links raus, Lenkrad gut festhalten, Vollgas, Staubwolke nach hinten und vorbei. Das ganze x mal. Uns folgten, wie sollts in Marokko auch anders sein, ein 190er und noch ein 123er. Hier scheints nix außer Mercedes zu geben und zwar nur die alten. Die fahren und fahren und hier gibt’s wenigstens kein TÜV oder Umweltzonen, die die guten alten Autos von den Straßen drängen. Hier tun sie ihre Dienste und werden wahrscheinlich noch manchen von uns überleben. Dann kam noch eine Nebelbank dazu. Und wie… Laut GPS bewegten wir uns nur wenige Meter vom Atlantik. Der war wohl für den Nebel verantwortlich. Wieder Verzögerungen, teilweise gingen nur so 40 bis 50 km/h. Ich machte alle Lichter an, die der Daimler nach den Umbauten jetzt zu bieten hatte, dass mich ja keiner übersieht und in uns reinrauscht. Auf Kamele im Nebel musst auch noch aufpassen… das alles ging an die Substanz.

 

Endlich erreichten wir den Checkpoint vor Dakhla. Wir bogen rechts ab, auf die Halbinsel. Für die Werkstatt wars natürlich, wer hätts gedacht, viel zu spät, aber noch einigermaßen hell. Wir hatten uns schonmal einen Camping ausgeguckt, aber wir entschieden uns dann dafür, bei vielen anderen Campern direkt am Meer im Auto zu übernachten. Wir fuhren querfeldein zur Küste, platzierten den Daimler und machten uns noch was zu essen. Nudeln mit Soße, unsere Möglichkeiten sind eben beschränkt. War aber trotzdem lecker. Sandra zauberte dazu noch einen tollen Salat mit dem Gemüse aus Laayoune und somit hatten wir auch leckeres zu essen. Betten herrichten, Zähne putzen und gute Nacht. Dieses unter Druck fahren macht ehrlich gesagt auch keinen Spaß, jetzt hier unbedingt noch Dakhla zu erreichen. Aber was solls… gut schlafen werden wir allemal.

 

Rkm 5035 / 363 897

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