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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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06.02. Tag 12 Welcome, Sahara!

Nach dem ganzen Luxus in den Hotels zuvor, kam uns der Schlaf im Auto natürlich nicht ganz so erholsam vor. Wir wachten zeitig auf und wurden bestens versorgt. Obwohl wir uns selber hätten Kaffee machen können, gab es welchen von Madame Christine aus dem Nachbarwohnmobil. Die konnte auch etwas deutsch, da diese Partei aus dem Elsaß kam. Orangen gab es auch noch als kleine Wegzehrung und nach dem Zähneputzen ging es bei uns auch schon los. War irgendwie lustig hier mit den Campern… Wir winkten uns noch zu und los gings. Nochmal durch den Fluss und runter nach Guelmim.

Ich musste unbedingt noch tanken, bevor wir in die Sahara reinfuhren. In der Stadt sprach uns ein Typ aufm Mofa an. Er stellte sich als Ahmed vor, Mauretanier seines Ahmed, die Teemafiagleichen, spricht aber fließend deutsch. Er habe lange in Hannover gewohnt und sei für Tengelmann LKW gefahren. Er gab uns noch Infos über die Grenze und schwatzte irgendwas von wegen die Mauretanier musst du bestechen. Und zwar am besten mit Tee. Er habe welchen. Hm. Naja, wir wussten es nicht besser und kauften in rauen Mengen diesen Tee ein. Wer weiß, wenn er recht hat… Ich fragte ihn noch nach einer Tankstelle und er wies uns an, zu folgen. Wir landeten an der Straße, wo auch grade ein Truck Sprit fasste und da gabs Diesel aus Kanistern schon für billiges, zollfreies Geld. Wahrscheinlich holen die das Zeug aus der zollfreien Westsahara und verkaufen das hier teurer, aber immer noch billiger als im eigentlichen Marokko. Clever. Interessant war auch noch folgendes: ein paar Kinder (eins davon schwarz) betankten den Daimler und als wir fertig waren, brüllte der Schwarze „Kadohh!!“ Wir sind noch nicht mal in der Westsahara, geschweige denn in Schwarzafrika und schon geht’s los. Wir gaben ihm die Packung Trolli-Gummibärchen und glücklich war er. So wurde nochmal vollgetankt. Ein paar Häuser weiter holte ich mir noch Zigaretten und es ging los, ab in die Wüste.


Wir verließen Guelmim und es war eindeutig, die Sahara hat uns. Es war auf einmal richtig Wüste, noch etwas steinig zwar, aber unverkennbar. Es ging los mit den Checkpoints, immer sehr freundlich und korrekt, wir machten mal eine Pause abseits der Straße und aßen Obst. Dort sahen wir auch einen, vollbepackt auf seinem Drahtesel gen Süden strampelnd. Das wär gar nix für mich. Kommst ja nicht vorwärts… aber gut, jedem das Seine, unsere Bewunderung über sein Projekt, wo auch immer er hin will, ist ihm sicher.


Tan-TanWir erreichten Tan-Tan, wo wir uns an einem Geldautomaten nochmal mit Bargeld versorgten und weiter gings. Dann liefen uns die ersten wilden Kamele über den Weg. Frage nur… wie verhält man sich da richtig, wenn die über die Straße rennen? Hupen? Vollgas? Hm. Lieber mal vorsichtig. Die sehen aus, als könnte sie das alles überhaupt nicht stören. Ich möchte keinen Crash riskieren. Paar Kilometer weiter gerieten wir in eine weitere Herde. Ich dachte, dass ich an denen ganz gut vorbei komme, doch dann will das eine auch noch rüber. Wär beinahe in uns rein gerannt. Kurzer Kurswechsel stark backbord und der Crash blieb aus. Das war knapp… Also noch vorsichtiger, die sind wohl ganz schreckhaft.


Die Strecke führte weiter, direkt am Meer entlang, durch mehrere Oueds. Herrlich. Die Seevögel da… Flamingos etc, der Atlantik und überall standen Womos rum.  Dann kam langsam Sidi Akhfennir. Ab hier haben wir zollfreien Sprit. Also vollmachen, Wasser wollten wir auch noch tanken. An einer Tankstelle tankte ich voll und dann kam da so ein Baraber an und meinte nur: Ja servus, Ca va? Hörte sich so an, als ob wir ihn kennen. So wars auch, hat bei mir nur ne Weile gedauert. Das waren die, bei denen wir den Sprit in Guelmim gefasst haben. Das hat er mir mit Händ und Füß beigebracht. Also wirklich… Clever. Einfach mal runter fahren, Sprit holen, und billig in Marokko verscherbeln. Nicht schlecht… Wasser hatten die aber keines. Deshalb probierten wirs 50m weiter, bei der nächsten Tankstelle. Da konnten wir Wasser fassen. Schlauch hatten die nicht, das war ärgerlich. Denn jetzt war Arbeit angesagt. Sicherungskette weg, Zurrgurte lösen und 3 Kanister einzeln vom Dach runter holen. Naja, aber hilft alles nix, Wasser brauchen wir noch geilerund einen Schlauch konnte ich auch nicht herzaubern. Den Pumpschlauch haben wir ja schon für Diesel eingesetzt und reserviert. Gut. Wasser gefasst, Kanister wieder rauf und bevor die Verzurrung wieder losging, noch das uralte Wasser aus dem Seitenkanister abkippen. Gewicht damit optimal verteilt. Allerdings wars mit dem Auskippen nicht getan. Wir fanden dann im leeren Kanister ein nagelneues Nokia Handy. Wie zum Teufel kam das denn da rein?? Wir machten es auf und es war wohl eine französische Mobilkarte drinnen. Marokkanisch jedenfalls nicht, denn den Anbieter kannten die Morros an der Tanke nicht. Seltsame Geschichte… Wir rätselten unterwegs dann, was da wohl dahinterstecken könnte. Vermutlich geklaut und auf der Flucht oder so bei uns in den Kanister geworfen. Ins Wasser. Hm. Aber wo? In Frankreich? Oder vielleicht in Agadir, wo mein treuer Blauer mutterseelenallein im Quartier Industriel stand? Wir werden es nie erfahren. Gott sei dank haben wir das vor der mauretanischen Grenze noch entdeckt. Das hätten wir niemals plausibel erklären können!!


Weiter im Text. Die Küste runter richtung Mauretanien. Nach einigen Sanddünen kamen wir in ein Schutzgebiet namens Sebkhat Naile oder so. Das wollten wir uns mal näher anschauen. Von weitem sah man schon die vielen Wohnmobile da rumstehen, also muss ne gescheite Straße dahingehen. Die fanden wir auch und fuhren da vor, an die Küste. Kaum standen wir, kam ein älterer Herr aus seinem Kabuff und wollte irgendwas. Ich hab ihn nicht verstanden. Dann bemerkte ich erst, dass die Fetzen da wohl eine Uniform darstellen; vom Militär. Haben auch schon bessere Zeiten gesehen… also mal ernst Sebkhat Nailanehmen, denn auch ein Abzeichen war zu sehen, somit wohl echt. Ich hab aber auch trotz jetzt intensiver, ernster Mühe kein Wort verstanden. Dann endlich, ewig später hab ichs kapiert. Wir hätten eine Einfahrgenehmigung holen sollen, in Akhfennir. Hä? Wieso? Viele, viele Minuten später dann… diese Genehmigung ist nur fürs Übernachten. 30 Minuten hier zum gucken, Fotos machen, sind schon ok. Achso… ja dann. Bleiben konnten wir hier eh nicht, zu stürmisch fürs Zelt und zu harter Untergrund. Die Lagune war sehr schön, mit bunten Fischerbooten, Flamingos, Sandbänken, das Rauschen des Atlantiks… wunderschöner Flecken Erde.


Wir fuhren dann weiter und begaben uns nun auf Nachtplatzsuche. Sowas wie gestern soll nicht nochmal sein. Und wie es der Teufel wollte… Zuvor sahen wir immer wieder Wohnmobile irgendwo rumstehen, jetzt nicht mehr. Na mal schauen… Wir konsultierten mal den Därr, was der denn meint.  Da stand was von nem Camping mitten in der Sahara drin, unter belgischer Leitung. Hört sich mal gut an. Behalten wir mal im Hinterkopf.


Vor Tarfaya waren wieder Camper zu sehen. Da fuhren wir mal die kleine Piste runter und der Lackel wollte 20 DH haben für ein hingeschissenes Stück Land am Meer. Nicht grad schön. Wir entschieden uns, weiter zu fahren. Dieser belgische Campingplatz war noch im Hellen erreichbar, den steuerten wir jetzt an. Wir fuhren weiter und erreichten auch bald Darwa. Allerdings war bei unserem Glück natürlich grade hier, ausgerechnet hier, Straßenarbeiten mit Vollsperrung. Umleitung über provisorische Piste. Na super. Im Därr steht drin, der Camping sei ausgeschildert. Nach Darwa noch 4,5km Piste, aber beschildert, der Abzweig. Wenn wir den jetzt verpassen, nur wegen der scheiss Baustelle, dann flipp ich aus.


Wir holperten die Piste lang und ich dachte schon, das hört gar nicht mehr auf. Dann, nach dem Ort, gelangten wir wieder auf die Asphaltstrecke und, oh Wunder, kurz danach der Wegweiser zum „Camping Le Roi de Bedouin“. Wunderbar. Die Piste war auch gut markiert, mit starkem Wellblech teilweise, so dass mir noch eine Radkappe abflog. Die sammelte ich wieder ein, könnte man noch als Kadoooh verwenden. Dann erreichten wir den Campingplatz und der lag wirklich wunderschön. Schön abgelegen, mitten in der Wüste, tolle sanitäre Einrichtungen und freundliche Inhaber. Wir schlugen unser Zelt auf, machten noch was zu essen, wuschen unsere Sachen nochmal durch und gingen auch bald schlafen. Beim Aufpumpen des Luftbetts allerdings merkte ich, dass die Pumpe nicht funktionierte. Das gibt’s doch gar nicht. Ich las mir den Zettel da mal durch und las da, dass das Ding erstmal 4 Stunden aufgeladen werden muss. Na… dann mal ab in den Zigarettenanzünder damit. Dann funktionerte es. Vorteil: Du musst es während dem Pumpen nicht einstecken, das ist praktisch. Liegt sich saubequem, muss ich schon sagen… Gute Nacht.


Rkm 4468 / 363 330

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