Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
Diese Woche habe ich außer einigen Behördengängen gar nix gemacht. Den Abschied von Sandra hab ich immer noch nicht ganz verdaut, da knabber ich immer noch dran. Aber ich versteh mich mit Andreas und Lene sehr gut und wir hatten eine gute Zeit. Aber jetzt der Reihe nach.
Am Montag wollte ich meine Visa beantragen, doch erst einmal musste mein Laisser-Passez verlängert werden. Ich fuhr nach Banjul rein, und ich fand den Zoll auch sehr schnell. Der Vorteil an Schachbrettstädten. Jo, Besitzer der Lodge, hat mir das auch sehr gut erklärt. Die Verlängerung war kein Problem, ich bekam bis zum 2.März. Super. Gebühr in dem Sinne gabs keine, richtet sich danach, wieviel du zahlen willst. Ich gab ihm 200 Dalasi, das war ok. Übrigens wurden wir an der Grenze abgezockt. Die anderen Deutschen haben durchweg ihre 8 Tage bekommen und nur die Hälfte bezahlt… Tja. Wusst ich vorher nicht, wieviel Tage da normal sind. Jedenfalls kann mein Auto jetzt noch länger bleiben. Ich gab noch 100 Dalasi meinem Helfer, ohne den hätte ich nie das richtige Büro gefunden.
Dann suchte ich die Botschaften. Es gab nur Sierra Leone an der angegebenen Adresse. Dort holte ich das Formular und sollte am Dienstag wieder kommen. Guinea ist umgezogen, Mali gabs nicht. Dazu noch ne Story. Ich gabelte einen auf, der mich hinbringen wollte. Auf einmal waren wir in einer Straße mit lauter heruntergekommenen Gebäuden in Hafennähe und er meinte, das wäre Mali. Da lag ein Afrikaner rum, am schlafen natürlich, und das wär der Zuständige. Der verkaufte Tickets für den Zug nach Kayes und Bamako. Aber ich brauch das Visa. Achso, ja, er ruft einen an. Dann kam tatsächlich einer und ich fing an, französisch zu sprechen. Das gefiel dem Aufgegabelten schon mal gar nicht, dass ich jetzt so reden konnte, wie ich wollte und er nix verstand. Der Herbeigerufene sagte, es gäbe keine Visa, bekomme man an der Grenze und ist in Bamako verlängerbar. Nur zwei Passbilder. Ich sagte, ich hab noch ungefähr 12 Stück, das passte dem Aufgegabelten noch weniger. Mit mir war kein Geschäft zu machen… Später erfuhr ich dann, dass diese Regelung tatsächlich so läuft (von Jo). Vielleicht hab ich seine Gesichtszüge falsch interpretiert, aber mir kam das alles mehr als merkwürdig vor. Meinen Pass hätte ich dort jedenfalls keinem in die Hand gedrückt.
Ich erfuhr dann, dass das Konsulat Guinea in Serrekunda sei. Jo beschrieb mir den Weg.
Am Dienstag holte ich für 100 US-Dollar (!) mein Sierra Leone Visum ab, ging innerhalb einer Stunde über die Bühne. Dann wollte ich die Guinea Botschaft suchen. Nicht gefunden. Nochmal Jo fragen.
Am Mittwoch fuhr ich dann, nach nochmaliger Beschreibung, mit Andi und Lene nach Serrekunda, denn da gabs einen großen Markt, den ich zufällig am Dienstag entdeckt hatte. Wir fanden das Guinea-Konsulat und der Konsul war sehr begeistert über mein Auftreten. Denn ich grüßte gleich auf französisch und als er im Antrag, den ich gleich ausfüllte, las, dass ich Reiseleiter bin, konnt er sich kaum mehr auf dem Stuhl halten. Er tat, als würde ich den Massentourismus jetzt nach Guinea bringen. Aber gut, das half mir, ich könne das Visum bereits um 15 Uhr abholen. In der Zwischenzeit gingen wir zum Markt, ich Trottel hatte die Kamera dabei, aber den Akku in der Lodge im Ladegerät, und wir schwitzten wie die Schweine. Zwei Typen wollten uns alles zeigen, die wurden wir nicht mehr los und uns war heiß. Wir fuhren zurück zur Lodge. Als ich mein Visum abholen wollte, war die ganze Straße immer irgendwie gesperrt, ich fuhr 2 Stunden durch ganz Serrekunda und kam dann, heiser vor Fluchen, vor der Botschaft an. Natürlich war jetzt keiner mehr da. Schon nach 17 Uhr.
Am Donnerstag fuhr ich auf Anraten von "Frau Sukuta" auf anderem Wege zum Konsulat und holte mein Visum ab. Alles schon fertig. Wunderbar, klappt ja wie am Schnürchen. Neue Latschen hab ich mir auch noch gleich gekauft und das wars.
Der Rest der Woche bestand aus Rumhängen, Bier trinken, schwitzen, kochen und schlafen. Wir klönten jeden Abend, Andi&Lene, Marek und ich. Wir entwickelten schon die Theorie, dass die Lodge magische Kräfte hat und einem nicht mehr los lässt. Doch eines Morgens machte Marek ernst und brach tatsächlich auf. Ich nicht… mir gefiel das nixtun. Zwischendurch mal nach der Klimaanlage sehen, die trotz des auf der Lodge gekauften Kontaktsprays immer noch nicht richtig funktionierte, dann wieder rumhängen, Bierle holen… Herrlich.
Am Samstag beschloss ich aber, dass ich am Sonntag weiterfahre. Mein Laisser-Passez gilt ja auch nicht ewig. Und ich will noch was vom Gambia-Fluss sehen… also muss ich weiter. Deshalb hab ich am Freitag noch Besorgungen gemacht (Supermarkt, Obst&Gemüse, volltanken). Klima geht immer noch nicht, ich wollte mal den verschissenen Magnetschalter abschrauben, aber das System ist mir zu hoch. Gabelschlüssel ansetzen, das Ding dreht mit. Mit nem Imbus kannst ihn auch nicht festhalten… schwitz ich halt. Verflucht nochmal.
Kilometer haben sich so zusammengeläppert… habs nicht mehr tagtäglich aufgeschrieben. Kilometerstand bei Abfahrt in Sukuta:
Rkm 7582 / 366 444