Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
Der Abschied fiel mir wirklich schwer und Marc freute sich richtig, dass ich vorbei geschaut habe. Wir tauschten selbstverständlich noch alles mögliche aus. Von Adresse bis Email. Auch die Adresse von seinem Bruder Serge, der in der Nähe von Stuttgart lebt, gab er mir noch. Da könnte man mal noch vorbeifahren. Irgendwann.
Dann gings los. Eingekauft hatte ich im Ort bereits, fehlt nur noch mein Aufkleber. Den bekam ich bei einem Stickerhändler in Mbour. Sehr fein. Langsam nimmt das Heck des Blauen Gestalt an. Ich fuhr über Thies weiter, alles problemlos und wollte noch einen Abstecher machen zu den Dünen von Lompoul. In Kebemer fragte ich an einer Tankstelle nach dem Weg. Patt Problämm, gleich hier lang. Wunderbar.
Den Abstecher hätt ich mir aber auch sparen können. Die Dünen such ich heute noch. Im Lonely Planet steht drin, dass das ein Ziel für organisierte Touren ist von St. Louis aus. Hätt ich mir denken können, dass sich das für mich nicht lohnt. Wenn du mit dem Flugzeug ankommst, lohnt es vielleicht, aber overland… da hast du deine Dünen in Mauretanien, in der Westsahara… da kann das hier abstinken. Ehrlich. Der Markt in Lompoul sur Mer war ganz lustig, buntes Treiben eben, aber sonst… Auf zur Zebrabar.
Der Wind war extrem stark, es war über 40 Grad heiß. Es war der Harmattan. Ein trockener, heißer und staubiger Wind aus der Sahara. Der Himmell war grau und die Sonne sah aus wie der Vollmond. Es erinnerte an Calima auf den Kanaren. Das kann ja was werden, wenn ich durch die Sahara bretter. Ich hoffe, ich gerate in keinen Sandsturm… Denn das sind meist die Anzeichen für Sandstürme in der Sahara weiter nördlich.
Die Landschaft hatte jetzt schon langsam Wüstencharakter, es wurde sandiger und die ersten Kamele tauchten auch schon auf. Dann, noch weit vor St. Louis, kam ein Wegweiser „Zebrabar 13km“. Hm? Das war aber nicht der Abzweig. Ich war etwas verwirrt. Gibt’s da noch ne Piste?? Ich war eh am träumen und die Tanknadel stand auch schon auf leer, da wollte ich nix riskieren und fuhr weiter. Den anderen Weg kenn ich ja, müsste zu schaffen sein mit dem Restdiesel im Tank. Die ausgewiesene Piste… großes Fragezeichen. Lieber nicht. Nachher bleib ich noch stehen wegen Spritmangel. Nönö.
Dann kam der Abzweig und ich fuhr den mir vertrauten Weg zur Zebrabar entlang. Mal schauen, was für Leute da grad so rumhängen. Kurz vor dem Abzweig verlor ich endgültig meine Radkappe vom Weg nach Süden (Roi de Bedouin). Schade, denn die wollt ich irgendwo in der Sahara in den Sand stecken und mich irgendwie verewigen. Sollte nicht sein. Ich kam an und gönnte mir erstmal ein „Gazelle“. Ich liebe dieses Bier. Dann das Zelt, fertig war mein Lager.
Ich lernte so die anderen hier kennen. Zwei deutsche Paare waren noch da, die nach Norden unterwegs waren und von Mali herkamen. Dann noch eine Deutsche, Monika, die bereits seit 3 Wochen in der Zebrabar hängt und nach einer Fahrgelegenheit in richtung Mali sucht. Aber alle fahren nach Norden derzeit. Dann noch eine deutsche Familie mit einem alten Feuerwehrtruck, auch auf dem Weg zurück, von Mali kommend.
Die Monika scheint mir eine ganz angenehme Gesellschaft zu sein, wir verstanden uns gleich gut. Hier halt ichs auch erst mal aus…
Rkm 12 923 / 371 785