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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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30.03. Tag 64 Mauretanien ohne Versicherung??

Bis ich mal wieder los kam, an diesem Tag… die Faulheit hat abartige Ausmaße angenommen. Es galt ja schließlich noch das Zelt abzubauen, Wasser zu tanken und diverse andere Dinge für die Abfahrt vorzubereiten. Und, ganz ehrlich, das einzige, was mich drängte, war das morgen ablaufende Mauretanien-Visum. Das verfiel leider Gottes nicht in eine tranige Faulheit, so wie dessen Inhaber.


Nachdem dann also alles erledigt war und die Verabschiedungszeremonien gefeiert waren, ging es los. Raus aus der Zebrabar, rein nach St. Louis. Nochmal. Mir schwante schon nix Gutes. Nicht nur wegen dem leeren Tank, sondern auch wegen der Bullenkontrolle an der Stadteinfahrt. Und sie standen da. Spritmäßig hat alles gepasst, ich sah die Tankstelle schon von weitem und freute mich. Deshalb hab ich den Drecksbullen da zu spät gesehen. Ich fuhr also einfach vorbei, rauf auf die Tanke und ließ meinen Tank füllen. Ich dachte mir, die werden mir schon hinterherlaufen, wenn die was wollen. Hätte es nie für möglich gehalten, dass der Penner das tatsächlich auch durchzieht.


Ich entschuldigte mich tausendmal, er brüllte immer nur was von „Autoritäääääääät“. Jaja. Jetzt mach dich mal locker. Das Problem war nur, dass ich jetzt ja im Prinzip wirklich was falsch gemacht hatte. Er brüllte dann irgendwas von einem Report, den er machen müsse und ich müsste warten bis morgen. Das geht aber nicht. Mein Mauretanien-Visum. Ich müsste nochmal nach Dakar zurück, mir ein Neues besorgen und darauf hab ich mit Sicherheit keine Lust. Es entbrannte eine hitzige, endlose Diskussion. Am Ende bezahlte ich halt 60€. Ich stand unter Druck, musste ich doch heute noch bis nach Nouakchott kommen, um am Folgetag die Grenze nach Marokko zu nehmen. Ich wiederhole mich mit Sicherheit, aber das ist hier, in Schwarzafrika, eine ungünstige Situation. Irgendwie scheint der das auch gerochen zu haben. Und eben, er hätte sogar wirklich einen Grund gehabt, mich festzuhalten, aufgrund des Staatsverbrechens, bei der Kontrolle nicht anzuhalten. Aber egal… ich konnte dann weiter und er wird wahrscheinlich nach mir Feierabend gemacht haben. Arschloch.


So gings dann über St. Louis wieder zur Grenze am Diama-Damm. Die Ausreise Senegal lief überraschend schnell und unkompliziert. Mir taten nur die armen Zöllner leid, die von mir aus der Mittagslethargie herausgerissen wurden. Aber gut. Was solls. Dann kam der Damm, die obligatorische Gebühr und nun die Einreise nach Mauretanien. Insgesamt ziemlich schnell und korrekt, es wurde nur einmal eine „Gebühr“ erhoben. Ich ignorierte diesen Satz einfach, ließ die Papiere da auf dem Tisch liegen und starrte ein Loch in die Decke. Der Offizielle wiederholte sein „Anliegen“. Ich starrte weiter. Nur, als er nach 10 Minuten sagte, ich könne gehen, brach ich meine Apathie ab und stiefelte raus in die knallende Sonne. Einreise abgeschlossen.


So. Nun geht’s ohne Versicherung nach Rosso. So mein Vorhaben. Robert, der Landrover-Holländer, meinte, ich müsse dann die Versicherung in Rosso machen. Bis dahin wird schon keiner fragen. Es gäbe kein Versicherungsbüro an der Grenze und ich konnte mir auch nicht vorstellen, in welchem Schuppen ich eine hätte abschließen können. Also, auf die Piste. Der erste Kontrollpunkt war bei der Auffahrt auf den Damm. Was kam da für eine Frage?? Genau. „Assüüroooooooooooooooons????“ Ich hab doch keine Versicherung. Ich müsste zurück zur Grenze, dort eine machen. Das geht?? Ja, das ginge. Oha. Na dann… fahren wir halt wieder zurück.


Tatsächlich war es möglich. Nur sei der Versicherungsmann grad beim Essen. Na dann wart ich eben, hab ja jetzt nix mehr zu verreissen, liege gut in der Zeit und die Grenzprozeduren sind ja abgeschlossen. Der Typ kam schneller als erhofft. Wir aßen aber erst noch eine Kleinigkeit, die Zöllner luden mich ein und ich lehnte meine Gabel ab. „Der Europäer muss wie die Mauren essen“. Das war mein Kommentar. Hand. Lecker wars… und nix mit Erdnuss. Dann wurde die Versicherung gemacht und ich sagte einfach, dass ich das vergessen hätte. In Westafrika, mit der Kombi-Versicherung für alle Länder… komplett vergessen. Da lachten sie… und ich hatte kurz darauf meine Versicherung.


Damit war der Kontrollpunkt kein Problem mehr und ich düste auf dem Damm weiter. Immer den Koordinaten von Robert (der vom Hinweg) nach. Allerdings verfranste ich mich bei einem Dorf und landete in weichsandigen Gefilden. Ich hab einfach die Piste nicht gefunden. Einmal kurz fragen und ich war wieder auf Kurs. Die Piste kam mir weit besser vor als auf dem Hinweg. Bissel Wellblech, gut… aber da hab ich andere Sachen durchgemacht, seither.


Es wurde langsam Abend, ich befuhr die Teerstraße mit ihren Schlaglöchelchen und landete dann abends in Nouakchott. Natürlich wurde die Straße, die ich fahren wollte zur Auberge Sahara, von einem LKW blockiert. Das war nur wieder das Ergebnis dieser idiotischen Fahrweise hier in Mauretanien. Ich hab bei Gott kein Problem mit dem arabischen Verkehr, aber das ist abartig. Die schalten das Hirn aus. Du siehst, dass ein LKW da in einem Zug nicht rum kommt. Bissel Abstand halten, dass der im Rückwärtsgang zurücksetzen kann, dann rum, und die Straße ist frei. Was machen die Mauren? LKW an Hauswand, die Mauren fahren aus allen Richtungen wieder los. Ja dann geht halt nix mehr. Der LKW MUSS zurück, aber da sind 20 Autos. Super. Vielleicht stehen die heute noch, ich hab umgedreht und ne Parallelstraße versucht, es wurde schon dunkel und ich wollte endlich mal ankommen.


Irgendwann im Dunklen hab ich es auch geschafft und ich checkte ein. Man erinnerte sich noch an mich. Wo ich denn meine Freundin gelassen hätte. „Och, Schwund is immer….“ Da lachte er. Ich tauschte noch Geld, machte mir was zu essen und nutzte noch kurz das freie WiFi. Ich wunderte mich nur über die anderen Gäste… Arrogant. Herablassend. Nur 2 Spanier waren einigermaßen kommunikativ. Der Rest war, wie sollts auch anders sein, Franzosen.


Dann war Schlafenszeit und ich wollte das Auto noch bissel lüften. Dabei krachte mir der rechte Fensterheber durch. Mann o mann. War ich am fluchen. Das hat jetzt noch gefehlt. Also nochmal aufstehen, Panzertape raus und die Scheibe über den oberen Türholm festhalten. Wird schon halten bis zu Hause…


Rkm 13 239 / 372 101

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