Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
Das war alles andere als eine entspannte Nacht. Ich machte mir Sorgen um den Daimler, im ganzen Viertel, so hat sichs angehört, wurden Türen geknallt, passt alles zu der Stadt. Da gibt’s nur eins: Schnell weiter.
Wir sind so gegen 8 Uhr schon aufgestanden, haben uns fertig gemacht und uns auf die Suche nach nem Kaffee begeben. Wir sind dann die Straße am Hotel hochgegangen und sehen da den Abdul mit seinem Kumpanen sitzen. Einfach freundlich lächeln und grüßen; im Geiste wurde er mit meinem Dolch zerlegt, der Halsabschneider. Weiter oben fanden wir dann ein Café, wo wir uns wach machten. Danach gings zur Garage. Wir sind einfach reingegangen und ich dachte mir, der wird da schon merken, dass wir kommen, sonst fahren wir halt, ohne zu Bezahlen. War gestern schon teuer genug. Natürlich kam er dann auch an. Wobei, ich muss sagen, der Kumpan vom Abdul war schon ok. Er war dann auch mit den 50 DH einverstanden und hat nicht noch mehr gefordert. Jetzt aber weg aus diesem mafiaverseuchten Drecksloch hier in Nordmarokko.
Wir fuhren durch Tanger und Sandra machte viele Bilder aus dem Auto raus. Es ging dann die Küstenstraße weiter durch Eukalyptuswälder. Landschaftlich ganz reizvoll, muss ich sagen. Die Polizeikontrollen wurden auch nicht weniger, so dass ich schon froh war, MIT Versicherung zu fahren, auch wenn wir nie angehalten wurden.
So tuckerten wir dahin bis Larache, immer wieder von komischen Blicken begleitet. Ich weiß auch nicht, aber die Marokkaner sind mir bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sehr sympathisch. Dieser grimmige Gesichtsausdruck, der einem da entgegen schlägt, ich versteh das nicht. Sollen doch froh sein, dass jemand ihr Land bereist. Das bin ich aus anderen arabischen Ländern ganz anders gewöhnt. Osttürkei, Syrien, Jordanien… da wird dir zugewunken, mit einem herzlichen Lachen begleitet. Du spürst förmlich die Freude der Menschen, dass du als „reicher“ Deutscher ausgerechnet IHR Land besuchst. Und hier… na, mal schauen ob das noch besser wird.
Ab Larache hatte ich keinen Bock mehr auf die Landstraßentuckerei und fuhr auf die Autobahn. Kostet zwar ne Kleinigkeit, aber nicht die Welt und wir kommen vorwärts. Insgesamt waren es 48 DH, also ca 4,80€ bis Rabat. Das ist vertretbar. Von diesem Abschnitt gibt’s nichts zu berichten, nur dass die Landschaft abartig langweilig war. Wer die Zeit und Lust mitbringt, dem sei angeraten, die Küstenstraße zu fahren, da kriegst wenigstens ab und an den Atlantik zu sehen mit tollen Stränden. Hat sich in unserem Fall jetzt nicht gelohnt, weil das Wetter sowieso dem Ersteindruck Marokkos entsprach (Regen, windig, kalt). Jedenfalls erreichten wir sehr bald dann auch Rabat. Es stellte sich wieder die Frage der Bleibe für die Nacht. Wir hätten zwar noch Zeit gehabt, weiter zu fahren, aber wir mussten hier bleiben, da wir in Rabat das Mauretanien-Visum holen mussten.
Südlich von Rabat gab es einige Ferienorte und wir beschlossen, dort irgendwo zu bleiben, evtl mit ein bissel Strand und hoffentlich Sonne. Die schien zumindest im Moment. Um die Hauptstadt herum führt eine Umgehungsstraße, die dann im Süden wieder zur Autobahn nach Casablanca wird. Die kamen wir entlang und da tauchte ein Riesen Shopping-Center namens Marjane auf, mit angeschlossenem Mc Donalds und Pizza Hut. Da fuhren wir mal hin. Sehr modern, das ganze Teil und irgendwie eine andere Atmosphäre. Sandra ging mal auf Klo da drin, ich blieb beim Auto und kein Mensch kam vorbei und wollte irgendwas. Dacht ichs mir doch, dass das gen Süden besser werden muss. Dann fuhren wir weiter und an der nächsten Kreuzung stand Temara angeschrieben, wir wollten nach Temara Plage. Aber laut Michelin-Karte soll da dann ne Straße runter führen. Gut, schauen wir mal. Wir landeten dann in irgendeinem Ghetto, was wohl Temara darstellen sollte. Sah mir mehr so aus wie die Slumviertel im Vorstadtbereich von Rabat. Es kam und kam kein Abzweig. Das GPS war irgendwie auch verschollen, so dass wir so da durch mussten. Wir landeten dann am Ende der Straße, wo außer Müll nix mehr zu kommen schien und drehten um. Kurs: zurück. Dann wird halt irgendein größerer Abzweig genommen, der nach unten richtung Küste führt. So kamen wir dann auch da unten an, auf der Küstenstraße.
Wir suchten das Hotel „Temara Plage“, was sich allerdings als Odyssee rausstellte. Fragen half auch nix, kein Mensch kannte das. Im Därr wurde es empfohlen, aber der ist ja auch schon ein paar Jährchen alt… So fuhren wir hin und her und wieder her vielleicht nochmal hin? Ich weiß es auch nicht mehr. Wir fragten etliche Polizisten, aber keiner konnte uns weiterhelfen. Dann fanden wir durch Zufall den Strand von Temara, dort war ein Gebäude mit der Aufschrift „Hotel“. Das war es bestimmt einmal, das Hotel „Temara Plage“. Hat auch schon bessere Tage gesehen… Ja dann müssen wir uns eben was anderes suchen. Es kam einfach nix. Ein ausgeschriebenes Hotel „Panorama“ schien es auch nicht mehr zu geben, einige Hotels mit Spa und Thalasso oder Clubhotels… das sprengt den Rahmen. Gut, dann fahren wir mal richtung Rabat weiter, vielleicht haben wir da Glück.
Wir waren langsam mit den Nerven fertig und Hunger kam auch noch dazu. Da passte es dann nur allzu gut, dass wir von der Küstenstraße her direkt in Rabat landeten. Wunderbar. Wenigstens macht der Verkehr hier riesig Spaß, das muss man schon zugeben und ich war froh, dass ich jetzt meine Fanfare am Laufen hatte!! Die brauchst wirklich hier… in Deutschland nicht mal zugelassen. Hier geht’s halt anders zu!
Wir irrten dann durch Rabat, sahen auf einmal den Königspalast, dachten, wir kamen da wieder raus aus der Stadt, dann war da aber Baustelle; Umleitung gibt’s nicht usw. So ging Zeit ins Land und plötzlich entdeckte mein Schatz den Marjane. Gehen wir halt dahin, zu Mc Donalds. Erst mal was essen, es war ja schon 4 Uhr mittags. Leider gottes stellte sich dann heraus, dass dieser Marjane ein anderer war. Ohne Mc Donalds natürlich, wie sollts auch anders sein. Sonst an jeder Eck, wenn man mal einen braucht, gibt’s keinen. Nun hatte ich endgültig die Schnauze voll und fuhr irgendwie, Allah allein weiß, wie ich es geschafft habe, auf die Umgehungsstraße. Da stand was von Meknes auf den Schildern, da geht’s raus und wir müssten eigentlich auf der Umgehungsstraße landen. So wars auch. Nur natürlich am nördlichen Ende. Der Mc ist am südlichen Ende. Was solls… fahren wir nochmal 24km spazieren. Wir haben ja nur Hunger, heilandzack!
Jedenfalls erreichten wir den Mc dann endlich und wollten den groß beworbenen „Mc Arabia“ futtern. Nö, is aus. Klar. Warum soll heut auch mal nur eine Kleinigkeit funktionieren. Dann halt Big Tasty. Nach dem Essen ist Sandra noch kurz rein in den Supermarkt, bissel Obst und so Zeug kaufen und wir machten uns auf den Weg zur Küste zurück. Wir fuhren diesmal nicht durchs Ghetto, sondern ein Stück auf der Autobahn gen Casablanca, die kostet da noch nix. Dann mal noch eine Abfahrt weiter nach Skihrat. Dort fragten wir in einem großen Hotel namens Kasbah. War uns aber zu teuer. 40€? Nö. Direkt auf der anderen Straßenseite sollte noch eins sein. Der wollte 35€ für ein muffliges, kaltes feuchtes Dreckloch ohne Heizung. Den Camping konntst auch grad den Hasen geben. Außerdem wollen wir immer noch keine Verschlimmerung von Sandras Bronchitis riskieren.
Ja himmel arsch und donner und doria noch mal, hier muss es doch was geben. Wir waren schon wieder auf dem Weg nach Temara Plage, da kam ein Schild „Hotel Panorama“. Da kams tatsächlich. Wir fragten, war zu teuer, wir sagten: Nö. Dann ging die Dame an der Rezeption einfach um 10€ runter. 300 DH. Wir schauten uns das Zimmer an, befanden es für in Ordnung und reservierten für 2 Nächte, da auch der Blaue auf bewachtem Terrain steht. Wie gesagt, Visa-Angelegenheiten in Rabat. Dann ist das Hotel, das wir ganz am Anfang nicht fanden, nun unsere Basis geworden. Gut. Jetzt muss erstmal der Streß von der Sucherei abgebaut werden. Wird Zeit, dass es wärmer wird und wir endlich campen können. Das erspart viel Nerven und vor allem Geld. Das wird langsam teuer hier. Genau deswegen gabs zu Abend dann auch nur noch Würschtel, Semmerl und so; vom Einkauf.
Rkm 2961 / 361 790