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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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01.04. Tag 66 die Freiheit der Sahara plus Kulturschock

Heute war der Wind nicht mehr so stark. Es ging wieder, wie immer mittlerweile, mit den ersten Sonnenstrahlen los. Angedachtes Ziel war mal der Camping „Roi de Bedouin“. Hat mir wirklich letztes Mal sehr, sehr gut gefallen, dann kann ich mal wieder duschen und Essen soll dort auch lecker sein. Sollte kein Problem sein, anzukommen.


Es ging einfach weiter über die Asphaltstraße, immer auf Laayoune zu. Es kamen nur wenige Checkpoints und ich musste die Herren teilweise zwingen, mein vorbereitetes Papier auch anzunehmen. „Och, da kämen ja noch sooo viele…“ Ich antwortete dann nur: „Schau mal, wieviel ich noch hab… kannst eins behalten“. Einen leichten Schock erlitt ich auch. So zum Beispiel bei der Durchfahrt von Boujdour. Mein Gott… diese Städte… richtige Häuser, es existieren Bürgersteige, Fahrbahnmarkierungen und Banken in protzigen Gebäuden. Ja sogar richtige Straßencafes mit Stühlen und Tischen draußen. Dieser Unterschied zu Guinea beispielsweise fällt dir richtig drastisch auf, wenn du wirklich bretterst. Ist nicht schön… der Reisende kommt gar nicht mehr hinterher, die Eindrücke zu verarbeiten. Deshalb ist echt wichtig, sich viiiel Zeit zu lassen auf solchen Reisen, auch wenns am Ende auf Kosten anderer Länder (in meinem Fall Mali und Burkina etc) geht. Man hat aber einfach nix davon, einfach nur der Länder willen da durch zu brausen. Und… ich lernte niemanden mehr kennen. Auch nicht schön. Außer mit den Typen an den Checkpoints und Tankwarts hab ich mit keinem Menschen mehr gesprochen seit der Grenze. Das ist doch nicht schön…  Bald wird sich das wieder ändern.

 

Und genau weil das ändern musste, beschloss ich, auf dem Weg nach Laayoune nicht einfach nur zu brettern. Diese unberührte Küste am Atlantik wurde schon auf dem Weg gen Süden zu Unrecht rechts liegen gelassen. Nachdem ich also aufgebrochen war, wollte ich mal runter zur Küste. Ich hielt Ausschau nach geeigneten Pisten, die einfach mal nach links führten. Einfach mal auf Steinhäufchen, Reifen oder sonstige Pistenmarkierungen achten. Ich entschied mich nach dem Kriterium "männliche Intuition" nach einigen Kilometern einfach mal für einen Abzweig. Die Piste führte geradewegs Westsahara - einsamer Traumstrandauf  die Klippen zu und ich war gespannt, was mich da jetzt für ein Ausblick erwartet.

 

Ich stellte den Daimler ab und genoss einfach nur den Blick auf diese unberührte Küstenlandschaft. Ein fantastischer Strand, Sand und mindestens hundert Meter breit, lag etwas links von mir. Vom Atlantik her wehte ein angenehmer Wind und ich hatte das Gefühl, unendlich frei zu sein. Keine Menschenseele weit und breit... nur ich, der Blaue, die Sahara und der weite Atlantik. Ich bete zu Gott, Allah, Buddha und von   mir aus noch Jehova, damit diese Einzigartigkeit niemals vom Tourismus erschl ossen wird und die Strände hier mit Hotelbunkern zugepflastert werden. Schön, dass es auch noch solche Flecken auf der Erde gibt...

 

Ich genoss weiterhin die Fahrt, die letzten paar hundet Kilometer durch die Sahara lagen vor mir. So gegen halb 11 rum machte sich langsam Hunger breit. Ich wollte ein Frühstück. Und wenn ich schon hier durch die Einsamkeit gurke, will ich das Frühstück auch mitten im Nirgendwo haben. Ich hielt also Ausschau nach einem geeigneten Terrain, um die Asphaltstraße zu verlassen. Ich wollte nicht irgendwo einsanden und mich dann wieder freibuddeln müssen, dazu war ich jetzt zu faul. Aber hier gab es genug Flächen mit hartem Untergrund. Nach einer Kurve kam der ideale Platz. Leichte Hügel, die die Sicht auf die Straße nahmen und vom optischen Ersteindruck her auch fester Untergrund. Somit war also keine Piste vonnöten, einfach nur runter vom schwarzen Band durch die W Westsahara - einsam in der Wüsteüste und ab auf die Pfade der Karawanen...

 

Ich stellte den Daimler ab und futterte noch von dem Schinken mit Brot, machte mir noch Kaffee und ich genoss einfach diese unendliche Stille. Das einzige, was hier an das 21. Jh erinnert, sind die Reifenspuren in der Hammada, die in die Unendlichkeit der Sahara hineinführten. Mir kam der Gedanke, einfach mal da reinzufahren und schauen wo ich rauskomm. GPS wär dabei, Vorräte ebenso... aber die Versicherung macht Druck. Und es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich hier umherfahre, also wurde diese Idee schnell wieder verworfen, zumindest für die nächsten 1-2 Jahre.

 

Weiter gings wieder, unermüdlich auf die Wüstenmetropole Laayoune zu. Es war nicht mehr weit...


Ich kam dann in Laayoune an und verfranste mich wieder. Sag mal… ich bekam langsam das Gefühl, dass ich nicht nach Hause sollte… ehrlich. Normalerweise, grade in solch einfach konstruierten Wüstenstädten, hab ich null Orientierungsprobleme. Hm. Aber gut, irgendwann kam ich auch da wieder raus.


Was ich da allerdings in den Straßen durch das Echo der Häuser rechts und links hörte, war ab und an ein „tock tock tock“ von achtern her. Was mag das wohl sein? Am Ortsausgang war wieder ein Checkpoint, die winkten mich einfach durch. Ich hielt trotzdem mal an. Ich kroch unters Auto. Was ich denn da wolle? Fragten mich die sehr freundlichen Beamten. Ach, ich höre da so ein komisches Geräusch… Ich solle einfach mal zurück und wieder vor fahren, dann hören wir gemeinsam. Vorführeffekt… natürlich war alles bestens. Sehr komisch. Nun gut, Geräusch ignorieren, wenns irgendwas Wichtiges ist, wird sich das schon irgendwann zeigen. Auto fährt ja noch.


Dann kam ich wieder zum Baustellenabschnitt des Hinwegs, wo wir nach dem Wegweiser zum Roi du Bedouin gesucht hatten, allerdings war die Straße jetzt fertig. Der Abzweig war schnell gefunden und ich landete wieder auf dem Camping. Aufgrund der Temperaturen beschloß ich, ein weiteres Mal im Auto zu schlafen. Zu windig und zu kalt. Merklich kühler hier schon… nur noch so um die 25 Grad. Und abends kühlts richtig ab. Unaufhaltsam gen Norden… es ist nicht zu leugnen.


Das erste mal seit langem wurde nach dem Duschen wieder einmal der dicke Pullover rausgekramt. Das Essen schmeckte auch hervorragend, genauso wie das Bier. Fantastisch. Ein letztes Mal steht mir eine Nacht in der Sahara bevor… komisches Gefühl irgendwie. Wie schnell du jetzt durch die größte Wüste der Welt kommen kannst, wenns sein muss und zu Karawanenzeiten hat das Wochen gedauert.


Rkm 14 565 / 373 427


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L
<br /> Schreibst Du ggf. noch einen Eintrag für die Heimfahrt? Danke!<br /> <br /> <br />
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