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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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10.03. Tag 44 eine Reifenpanne und Schlaglöcher des nachts...

Des Morgens gab es wieder Kaffee und Süßkartoffeln zum Frühstück. Für mich als Nichtfrühstücker viel zu reichhaltig… Deshalb bot mir Hassan an, den Rest einzupacken, als Essen für unterwegs. Jetzt stand erst mal nur Fahren auf dem Programm, schnell in den Süden des Landes kommen. Ich packte meine sieben Sachen und war startklar, ich lernte noch Hassans Cousin kennen, der in Sierra Leone lebt und jetzt auf Besuch ist. Er empfahl mir sein Land. Dann fuhren wir zum Pumpbrunnen, Hassan auf seinem Moto, ich mit dem Daimler und wir füllten noch drei meiner fünf Wasserkanister auf. Dann hieß es Abschied nehmen von diesem herrlichen Fleck, ins Gästebuch hab ich mich natürlich auch eingetragen und es ging wieder auf die Piste nach Pita. Ich brauchte unbedingt noch Zigaretten, die waren mir ausgegangen und Hassan hat mir schon ausgeholfen. Ganz umsonst…

Ich fuhr also die Piste entlang, litt an Zigarettenmangel und dann überholte mich ein PKW und der Beifahrer deutete auf meinen Reifen. Der wäre platt. Nun heissts ja immer Vorsicht bei solchen Aktionen, aber das würde das seltsame Fahrverhalten auf der an sich guten Piste erklären… Na mal schauen. Das Auto fuhr auch weiter und so hatte ich nix zu befürchten. Ich fuhr rechts ran und schaute mir das Dilemma an. Tatsächlich platt. Das Löchlein hab ich auch gleich ausgemacht. Den muss ich wechseln. Also Kofferraum ausräumen, denn der Wagenheber ist natürlich ganz unten drin und bei der Gelegenheit schonmal das Ersatzrad raus. Die Reifen auf dem Dach… bis ich jetzt da den Schlüssel für eins der Schlösser gefunden hab… nee. Außerdem ist das Ersatzrad hinten auch ein Winterreifen mit grobem Profil und der Platten ist hinten links, also auf der Antriebsachse. Der Kofferraum war eh schon ausgeräumt und mittlerweile haben sich an die 25 Kinder versammelt und schauten mir zu. Dann Radmuttern lösen. Doch… das ging nicht. Die saßen so verdammt fest… unglaublich. Es hielt noch ein Auto an, der Fahrer versuchte vergebens die Kindermeute zu verscheuchen und auch er bekam die Radmuttern nicht gelöst. Ich fluchte, was nur ging, verfluchte diese scheiß Radmuttern. Radwechsel kein Problem, aber dazu sollten die Muttern aufgehen. Ich versuchte es mit meinem Reifenpilot, aber da tat sich auch nix. Ich dankte meinen Helfern und sagte, ich werde zum nächsten Ort fahren, passt schon. Muss halt langsam machen. Und das alles ohne Zigaretten, mann, war ich sauer.

Ich lud unter Fluchtiraden alles wieder ein und eierte los. So eine Scheiße!! Scheiterts an nem Radwechsel, ich glaubs nicht, nur wegen den beschissenen Radmuttern. Gibt’s doch nicht!!!

Ich hielt dann nochmal an und versuchte mein Glück erneut, denn es nervte mich langsam. Und siehe da… Das Kontaktspray aus Gambia scheint verpätet seine Wirkung erzielt zu haben. Ich bekam die Muttern auf. Ich wechselte also das Rad, unterstützt von zwei neugierigen Kindern. Ich behielt immer meine Sachen im Auge, nicht dass die mir noch was wegklauen. Glaub ich zwar nicht, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wunderbar. Alles gut, nix geklaut und neues Rad dran. Den Reifen lass ich mal richten, der ist ja noch gut und nach ner Flickaktion wieder verwendbar. Da sind die Afrikaner ja Meister drin… Ich passte den Reifendruck mittels Kompressor noch an und weiter in den nächsten Ort. Dort bekam ich endlich meine Zigarettten… was für eine Wohltat.

Dann erreichte ich gott sei dank Pita und es ging südwärts nach Mamou. Landschaftlich sehr schön und guter Belag. In Mamou tankte ich noch voll, quatschte mit dem Tankwart und er gab mir noch seine Telefonnummer. Wenn irgendwas sein sollte, einfach anrufen. Sehr nett. Dann fuhr ich weiter gen Faranah, dort wollte ich übernachten.

ZentralguineaDie Gegend war nun dünner besiedelt, der Belag gut und ich fuhr so vor mich hin. Immer wieder kamen mir irgendwelche UN-Fahrzeuge entgegen. Kommen wohl aus Nzerekore, ganz im Süden des Landes. Dann, so 80km vor Faranah, wurde die Straße schlechter. Immer größere und tiefere Schlaglöcher. Und die Uhr tickte. Ich merkte bald, dass ich mein Ziel nicht mehr erreichen werde. Ich begann, unter Fluchen auf die Schlaglöcher, mit der Nachtplatzsuche. Aber natürlich waren jetzt wieder überall Dörfer zu sehen und langsam wurde es dunkel.

Ich kam in die Nacht rein und ich überlegte, ob ich nicht doch noch bis Faranah fahren solle. Aber nachts, im Dunkeln, ist das echt ne Katastrophe. Und schon passierte es… RUMMS!!! Ich war im Schlagloch gelandet. Der Motor brummelte komisch laut. Ich stieg aus und schaute mir per Taschenlampe an, ob irgendwas kaputt sei. Aber nix… hört sich nach Motorlager an, wie vor dem TÜV. Na, wenns weiter nix ist… aber ich werde bestimmt nicht mehr groß weiterfahren.

Ich nahm dann die nächstbeste Piste, ich war im Grenzgebiet zu Sierra Leone, gott sei dank heutzutage sicher, und stellte mich da einfach in den Busch rein. Gut versteckt und wenn da Leute rumlaufen, mir auch egal. Die wollen ja nix Böses von dir, wundern sich vielleicht nur ein bissel, was denn der da macht. Sehr gut. Ich schlief im Auto. Erst aß ich noch die Süßkartoffeln von Hassan und dann richtete ich mein Bett her. Der nervenaufreibendste Tag bisher ging zu Ende… Wenn das Brummeln auch hoffentlich wirklich nur das Motorlager ist… So schlief ich ein.

Rkm 9186 / 368 048

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