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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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14.03. Tag 48 ab zum Foret de Ziama

Endlich ist die Horrornacht vorbei… jetzt aber nix wie weg hier. War schön, den Schimpansen wegen, aber sonst… Ich machte mich schnell fertig, kurz waschen, Zähne putzen, sieben Sachen packen und raus hier. Ich lud das Zeug in den Daimler und wer verschwunden blieb, war der Latschi vom Guesthouse. Jetzt was tun. Ich will weg und ehrlich ist man ja auch. Ich hätt auch einfach losfahren können. Aber ich nahm erst noch einen Kaffee am Bretterkiosk und als der ander immer noch nicht aufgetaucht ist, ließ ich das Geld einfach am Kiosk. Wenn der Latschi es nicht kriegt, nicht mein Problem, ich hab bezahlt und bin auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Daten haben die ja keine von mir. Also auf…

 Ich fuhr die Piste zurück und wieder rannten die Kinder hinter meinem Auto her. Vielleicht sind die das so gewöhnt. Wenn ein Weißer auftaucht, ist Karneval. Es regnet Süßigkeiten oder weiß der Teufel was. Wie gesagt, ist engstes Grenzgebiet zu Liberia mit vermutlich vielen Flüchtlingen. Am Bretterkiosk war auch einer, der eigentlich aus Liberia stammte… Jedenfalls waren die Checkpoints diesmal kein Problem. Man erkannte mich sogar und erkundigte sich, ob ich denn die Schimpansen gesehen hätte. Am liebsten hätte ich gesagt, ich hätte sie sogar gehört, ganz nah, im Nachbarszimmer. Aber ich beließ es bei einem fröhlichen „Oh ja, ganz nah, war fantastisch!“. Das freute sie. So kam ich problemlos nach Lola und fuhr weiter die sehr gute Straße nach Nzerekore. Dort kannte ich mich ja schon aus. Ich überlegte, ob ich noch Geld wechseln solle, aber ich hatte irgendwie kein Bock und bretterte einfach durch. Das war ein Fehler, wie sich noch herausstellen sollte. Aber die nächsten Tage mehr dazu.

der Regenwald mittendrinDie Fahrt verlief ereignislos, bis auf diese nervigen Steigungen. Ja richtig, da war doch was… ich wollte ja mal noch die Dieselfilter wechseln. Sollt ich heute mal machen. Ich fuhr so vor mich hin und fing an, vor mich hin zu sinnieren. Das Thema war: Abholzung des Regenwaldes. Das ist ein großes Thema hier, denn überall wird abgefackelt um Land zu gewinnen und in erster Linie, um Holz zu beschaffen. Wozu das Holz?? Zum Kochen. Und genau da liegt das Problem in dem Ganzen. Wir, in unserem feinen Europa, nicht nachdenkend, wenn ein Licht angeknipst wird oder heißes Wasser aus der Dusche kommt. Aber die Menschen hier leben anders. Da wird im Freien gekocht und zwar auf offenem Feuer. Gut, Heißwasser braucht man hier nicht, im Gegenteil. Das Zeug aus den Pumpbrunnen ist immer noch zu warm… Aber eben zum Kochen. Tag für Tag. Jeder Haushalt. Da ist kein Wunder, dass der Wald verschwindet. Aber was dagegen tun? In Europa ist schnell geschrien: „Rettet den Regenwald!!!“ Greenpeace lässt grüßen. Man könnte einfach die Bevölkerung in den Orten UND Städten ausrotten, wie damals im Dritten Reich, und das Problem wäre gelöst. Keiner braucht mehr Holz, der Wald ist gerettet. Aber im Ernst, das sind auch keine Methoden. Um das Problem nachhaltig zu lösen, müsste GESAMTGuinea mit Elektrizität versorgt werden. Denn auch in größeren Städten und selbst der Hauptstadt ist die Versorgung nicht gewährleistet. Dann könnte man Herde anschaffen. Gasherde? Konsequenz: Die Bevölkerung mit Geld versorgen, um Gas zu beschaffen. Dazu müsste auch erst einmal die Logistik aufgebaut werden. Das ist hier alles nicht so einfach.

Fazit: Die Bevölkerung leidet unter den Militärdiktatoren, die sich einfach alle Kohle selbst in den Arsch geschoben haben und das Land vernachlässigt haben. Deshalb können die nix dafür… sie brauchen den Wald, um zu kochen und Hütten zu bauen. Das kostet nix. Und Geld ist hier nicht vorhanden, um Baumaterial zu kaufen oder ähnliches. Ganz Reiche verputzen ihre Hütten, das sind dann wirklich die besser gestellten. Sonst wird mit dem gebaut, was der Wald hergibt. Also darf man den Menschen keinen Vorwurf machen, sie wollen einfach nur leben. Wie wir alle. Schuld sind in letzter Konsequenz die Diktatoren aus den vergangenen Jahrzehnten. Das ist alles nicht so einfach, wie wir uns das in Europa immer machen.

Zurück jetzt aber auf die Straße. Ich erreichte also, nach intensivem Sinnieren, Seredou, wo ich den Foret de Ziama besuchen wollte. Im Lonely steht zwar, dass der Besuch telefonisch angemeldet werden muss, aber was solls… wird schon so gehen. Dieser Wald ist einer der letzten ursprünglichen Regenwälder Guineas, in dem sehr oft sogar die an sich seltenen Waldelefanten gesichtet werden. Bin ich ja mal gespannt. Ich musste in Seredou jetzt einfach nur das Hauptquartier finden und gut für heute. Nur wo…

Als ich schon wieder an der Ortsausfahrt war, fragte ich einen jungen  Typen, der mir aber auch nicht weiterhelfen konnte. Er meinte nur, wenn ich noch weiter fahren würde, dann käme auf der rechten Seite ein großes Gebäude, da arbeite er und die wissen bestimmt, wo das ist. Also gut… ich kam da dann kurze Zeit später auch an und ging einfach mal rein. Tür stand offen. Tatsächlich kam ich durch, bis zu irgendwelchen Leuten, zwei an der Zahl, die irgendwelche wichtigen Dinge ins Laptop reinhämmerten. Tatsächlich wussten die, wo das ist. Einer kam mit raus und zeigte mir den Weg. Hört sich ja einfach an… Einfach die Piste da hoch. Wunderbar, weit solls auch nicht sein.

Ich bedankte mich und fuhr los. Ich fand es auch gleich, doch kein Mensch da… doch, einer… der hieß mich willkommen und das Dorf wäre weiter oben. Ich nahm ihn mit dahin. Da kamen wir an und eine richtige afrikanische Mama kam an und hieß mich ebenfalls willkommen. Ob ich die Nacht bleiben möchte. Ja, will ich. Sie setzte mir ein Mädel ins Auto mit dem Schlüssel des Zimmers. Die war höchstens so 13. Sie zeigte mir dann, wo ich bleiben würde und ich war überwältigt. Wieviel kostet das denn? 15.000 FG war die Antwort, wie gestern. Aber ein himmelweiter Unterschied.

Die Unterkunft lag in Totenstille direkt am Fuße des geschützten Waldes. Kein Mensch hier, nur ein paar kleine Jungs aus dem Dorf. Bei meinem „Zimmer“ handelte es sich um ein Schlafzimmer, ein Speiseraum, Bad… Wow. Wasser gabs auch. Perfekt. Ich glaub der Lonely hat da was verwechselt. Bei dem Guesthouse gestern hörte es sich super an und in Seredou, also hier, hieß es nur „es können einfache Zimmer arrangiert werden“. Das hier ist allerdings nicht einfach, sondern komfortabel. Ich war happy.

Das Mädel ging wieder, ich bedankte mich tausendmal und ich machte mich nun an den Filtern zu schaffen. Hab auch alles brav mit Pappe ausgelegt, damit der Diesel nicht in die Natur läuft. Wechseln war patt problääm, das Entlüften der Kraftstoffanlage auch nicht, nur das Starten. Irgendwie ging er immer wieder aus. Hab ich was falsch gemacht? Nö. Ich denke nicht. Ich startete x mal und pumpte immer mit dem Gaspedal noch zusätzlich. Dann lief er auf einmal… Na Gott sei dank. Das wär geschafft. Dann band ich noch ein Bein meiner letzten Feinstrumpfhose um das ausgeschlagene Motorlager, das sollte die Vibration auch etwas dämpfen. Tatsächlich lief der Diesel dann ruhiger…

Nach getaner Arbeit, kam die Bordküche zum Einsatz, die ich auf der Terrasse aufbaute. Ich kochte lecker und ließ es mir schmecken. Bei meiner Zigarette danach tauchten noch zwei Jugendliche auf. Ich grüßte und sie kamen näher. Sie hockten sich zu mir und wir redeten über Tourismus, über Afrika… sehr interessant. Ich glaube, dass es mit diesem Land aufwärts gehen wird, wenn die Wahlen ordentlich ablaufen. Denn die jungen Leute versprühen einen derartigen Optimismus und eine Hoffnung, das ist schon unglaublich. Abends setzte ich mich noch ins Auto, um zu tippseln. Da hab ich ja Strom… Dann wollte ich rein, schlafen gehen, doch ich kam nicht mehr rein. Nur komische Geräusche aus dem Busch, es war schon stockfinster und ich wohl ausgesperrt. Dann kam, ob des Lärms, den ich verursachte, der Nachtwächter angetrabt. Ich gab ihm den Schlüssel  und er machte einfach auf… Hä?? Aaaah, des Rätsels Lösung… aufsperren rechtsrum drehen. Soso. Das hatt ich natürlich nicht ausprobiert. Dann quatschten wir noch ein bissel und er berichtete mir, dass der Direktor jetzt da sei. Ob ich ihn sprechen wolle. Ja bitte.

Er kam dann tatsächlich um diese Uhrzeit, es war schon 10 Uhr abends, und ich fragte nach Touren. Ja, wäre möglich, ob ich mich denn angemeldet hätte. Ich sagte nö, muss man das denn?? Dumm gschaut hab ich dazu auch. Er: Ja, denn dann hat man schon fast ne Garantie, die Elefanten zu sehen. Achso… ja, hab ich eventuell Pech. Aber ne Tour wäre möglich. Morgen um 6 solls los gehen in die Stadt runter, mit dem Guide treffen und ab. Hui, da muss ich aber noch mein Handy laden, da brauch ich einen Wecker, nach der letzten Nacht, die ich ja nicht geschlafen hatte. Das tat ich dann noch und ab ins Bett. 

Rkm 9937 / 368 799

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