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Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!

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16.03. Tag 50 schon wieder eine komische Tankerfahrung...

Morgens gings dann los, nachdem alles zusammengepackt war, und es stand nur Fahren auf dem Programm, mit eventuellem Stopp in Kissidougou, wo der Markt zu sehen war auf der Hinfahrt. Ich fuhr runter ins Dorf, gab den Schlüssel ab, bezahlte und nahm noch zwei Chicks mit in die Stadt runter, die zur Schule wollten. Ich sagte, ich hätte nur einen Platz, vorne. Hinten alles voll mit Gepäck. Patt Problääm, die beiden quetschten sich einfach zu zweit auf den Beifahrersitz… na meinetwegen, mir gings ja ums Gewicht auf der Hinterachse wegen der Piste runter in die Stadt und vorne ist schon ok…

Ich lud die beiden ab, an der Ecole, und ich fuhr weiter. Strecke war bekannt, es ging ereignislos dahin, nach Macenta. Dort schnell durch, nicht dass der eine Typ von der Straßenbaufirma mich noch sieht… Der wartet ja evtl immer noch auf mein Erscheinen.

die asphaltierte Straße nach GueckedouDann ging die Piste langsam los und irgendwie war alles viel trockener. Allah hat mich erhört, es hat nicht mehr geregnet. Und die Passagen, die noch auf dem Hinweg so schwierig waren, waren auf einmal ganz leicht zu nehmen. Der Opel Astra war auch nicht in irgendnem Loch auszumachen. Also hat er es geschafft, oder gewartet, bis das Loch austrocknet. So erreichte ich Gueckedou und irgendwie wollte ich einfach nur meine Ruh haben, ich war irgendwie gestresst, wusste aber nicht warum. Ich kann es nicht beschreiben, ich war froh um die Klima im Auto, machte alle Fenstern dicht und zog die Sonnenbrille auf. Ich wollte irgendwie unerkannt bleiben. So konnten die draußen rufen und tun, was sie wollten. Ich versteh das bis heute nicht, denn ich mag die Leute hier, keiner belästigt dich oder so, aber irgendwie… Dann kam ich durch irgendso ein kleines Nest und sah da am Straßenrand einen Weißen mit Bart rumhandeln. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich den Radler wieder aus der Sukuta Lodge, den ich auch vor Labe noch getroffen hatte.

Dann erreichte ich Kissi, wo ich noch Geld tauschen wollte, auf dem Markt vorbeischauen wollte und tanken wollte. Markt vorbei, an ner Tankstelle hab ich gehalten. Es gäbe kein Diesel. Gleich standen 5 Mann um das Auto rum und das Gewusel war mir einfach zu viel. Ich erkundigte mich noch nach der Geldtauscherei, aber die Gelegenheit nahm ich nicht wahr. Ich brezelte weiter, die Straße ist ja ab hier bis Faranah gut und da wird’s auch ne Möglichkeit geben. So düste ich mit 80 Sachen Faranah entgegen, eine Wohltat nach dem schlechten Stück, auch wenn ich es schlechter in Erinnerung hatte. Aber so glatter Asphalt, mit nur ganz wenigen und kleinen Schlaglöchern, das hat schon was.

Dann kam Faranah. Ich fuhr rein und als ich mich so darauf konzentrierte, den Abzweig nach Mamou zu finden, fuhr ich beinah einen Zöllner über den Haufen. Der hat mir jetzt grade noch gefehlt. Ich hab heut eh kein Bock auf Palaver, dann noch diese Parasiten. Hundesöhne. Aus Langeweile arme Touristen anhalten. Na, der kann was erleben, wenn der noch irgendein Geld haben will.

Ich wurde auf den Parkplatz geschickt und ins Büro reingebeten. Platz nehmen.unterwegs in Guinea Immer schön lächeln und innerlich die Typen durch den Wolf drehen. So geht’s. Als die dann merkten, dass bei mir nix zu machen ist und alle Papiere in Ordnung sind, fing er an, den Stempel auf der Rückseite des Laisser-Passez, das würde jetzt eine Gebühr kosten. War ja klar. Heut musst das ja noch kommen, wo ich eh schon so ne Laune hab. Es ist schon abends und ich wollte noch zu meinem alten Nachtplatz kommen, vor Faranah, also von jetzt aus gesehen hinter der Stadt. Ich lächelte ihn an, nach der Geldforderung, und sagte, ich hab kein Geld. Wenn er weiter gemacht hätte, hätte ich gesagt, dass ich die Nacht in Faranah bleiben würde, in irgendeinem Hotel, denn nun müsste ich auf dem Schwarzmarkt tauschen, das ist aber illegal und morgen zu einer Bank gehen, denn die haben schon zu. Aber soweit kams nicht. Ein zusätzlicher Verweis darauf, dass die anderen Zollbehörden den Stempel umsonst draufgedrückt haben, hat gereicht und ich durfte fahren. Na also.

Weiter also zum Markt, zum Geld tauschen. Ich hielt an einer Tankstelle und da gab es wieder kein Diesel. Heut ist der Wurm drin. Aber halt, er könne welchen aufstellen, aus Kanistern. Einmal voll bitte. Und Geld tauschen. Der Kurs war furchtbar, wie an der Grenze. Deshalb hätte ich noch in Nze tauschen sollen und zwar alles in CFA, was ich noch habe. Verflucht noch eins. Meine scheiß Faulheit manchmal… Dann rollten die Kanister an. Da staunte ich nicht schlecht… denn…

Die Tankerei ging los und er kippte tatsächlich 3 mal 20 Liter rein. Ich hab denen genau auf die Finger geschaut, damit die mich nicht bescheissen, auch den Diesel hab ich gekostet, es war Diesel. Die Kanister waren alle randvoll und sie wurden in den Tank geleert. Aber wie kann das sein?? 65 fasst der Tank, Die Nadel stand noch nicht auf Reserve, ich rechnete mit ca 45 Litern. Ich fing an zu diskutieren, aber sie hatten ja recht. Ich sah es ja mit eigenen Augen. Verstanden hab ich das bis heute nicht. Genau wie in Nouakchott, mit Robert noch, als ich bei halb vollem Tank 45 Liter getankt habe. Sehr seltsam. Vielleicht spinnt meine Tankuhr?? Läuft aber sonst immer zuverlässig. Ist mir einfach ein Rätsel, das Ganze.

Jedenfalls fuhr ich dann raus aus der Stadt, mit randvollem Tank und die Schlaglöcher gingen langsam wieder los. Aber nach der Gueckedou-Kissi-Route konnte mich das nicht mehr schocken. Mir kams diesmal, im Vergleich zum Hinweg, als sehr gute Straße vor. Ich hatte nur keine Ahnung mehr, WO mein Nachtplatz war. Ich hatte vergessen, den Wegpunkt im GPS zu setzen. Aber der auffällige Sendemast, der Pistenabzweig an einer Unterstellhütte an der Straße, das muss doch zu finden sein. Ich brauste in den Sonnenuntergang und da tauchte tatsächlich „mein“ Sendemast auf. Und wie der Teufel es wollte, stand genau da ein LKW und lud irgendwas aus. Weit und breit kein Verkehr und ausgerechnet da… naja. Ich fuhr vorbei, ein Stück weiter hielt ich an und studierte einfach mal die Karte und da kam der LKW auch bald schon an mir vorbei. Umdrehen und auf Parkposition im Versteck gehen. Wunderbar.

Gegessen hab ich den Rest von gestern noch, war nicht mehr astrein, aber noch nicht verdorben und mir mit meinem Saumagen wird das schon nicht schaden. Dann richtete ich mein Bett her und es hieß: Gute Nacht.

Rkm 10 385 / 369 247

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