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  • : Dies soll vorwiegend ein Reisetagebuch werden, mit den ErFAHRungen in aller Welt mit meinem W123!
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Der Fahrer

  • Blauer Bolide
  • Ich bin ein lebenslustiger Mensch, der einfach nur die Welt entdecken will...das Leben ist viel zu kurz!!Ich arbeite bei der REWE Touristik als Reiseleiter und hab so die Möglichkeit ausserhalb des Sommers lange Urlaub zu nehmen für die Reisen :)
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27. April 2011 3 27 /04 /April /2011 23:33

Des Daimlers Winter unterscheidet sich nur geringfügig von meinem Winter. "Mi 123 es mi casa" oder so ähnlich.

 

Das neue Fahrwerk steht dem Boliden sehr gut. Ich hab mindestens 3 mal kontrolliert, ob ich wirklich alle Wagenheber weg hatte, oder ob er sonst irgendwo aufsitzt. Aber nix, der ist einfach so hoch. So ist's fein. Das war ja schliesslich auch der Arbeit großen Sinne. Der Einbau war allerdings so komplett ohne Werkstatt schon sehr mühselig. Vor allem, weil auf der Backbordseite achtern der kaputte Stossdämpfer nicht rauswollte. Eine Schraube saß fest. Beim Versuch, sie rauszubekommen, brach natürlich ein Stück von der Drecksau ab. Dies gab mir die Steilvorlage für rekordverdächtige Fluchtiraden. Ich musste mich aber noch ein bissel zusammenreissen, sonst schickt der Herr da oben doch noch den ersten Schnee, bevor ich fertig bin. Lange Rede, kurzer Sinn... Rausbohren stand auf dem Stundenplan. Erstmal mussten gscheite Stahlbohrer her. Dann gings los... Stundenlang... wieder warten, bis der Schrauber geladen war. Mit der Bohrmaschine war kein Beikommen, die Schraube sitzt einfach saublöd. Aber auch das wurde geschafft.

 

Zu guter Letzt knallte mir dann noch das Differential, beim Versuch es wieder am Chassis festzuschrauben, durch eigene Blödheit vom Wagenheber runter. Hätt ich halt noch einmal mehr gschaut, ob das sauschwere Teil richtig aufliegt, wär das nicht passiert. Das Ergebnis: Ein angeknickter Auspuff, genau da, wo Mittelrohr und Endrohr zusammentreffen. Jetzt hab ich zusätzlich zum DieselMOTOR auch noch den Sound eines Traktors. Aber das stört nicht weiter. Die Maschine läuft ja trotzdem.

 

Allerdings, was mir weitaus mehr Sorgen bereitet, ist der rätselhafte Kühlwasserverlust. Keine Spur an den Schläuchen und Schellen, Kühler scheint auch dicht zu sein. Ich hab keine Ahnung. Aber wenn nach einer Tour nach München und zurück der Kühler wieder trocken liegt, das ist nicht normal. Anzeichen für die Zylinderkopfdichtung gibts auch nicht. Ich wills hoffen. Diese Dinge jedenfalls müssen vor einer neuen großen Fahrt geregelt werden.

 

Ansonsten nichts Außergewöhnliches. Wie immer, vernünftig-gemütliches und zuverlässiges Ankommen. Auch bei der Tour in die Schneeberge in der Zentralschweiz. Das ist einfach ein Auto...

 

Möge der Diesel noch lange singen,

mich weiter über der Erden Pisten und Straßen bringen,

Von Kontinent zu Kontinent

folg' ich dem Ruf der weiten Welt!

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Published by Blauer Bolide - in Winter 2010-11
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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 06:54

Ja, das Jahr 2010… nach dem fulminanten Auftakt mit der Westafrikatour, ging es leider nicht ganz so weiter. Die Reiseleitersaison auf Kos lief nicht so wie vorgestellt. Will heißen, die finanziellen Mittel für ne schöne Fahrt fehlen.


Was habe ich sonst so angestellt? Der Blaue hat hinten ein neues Fahrwerk von mir bekommen. Ich hab 19mm Distanzgummis, Bilstein Heavy Duty Dämpfer und W116 Federn (verstärkte Version) verbaut. An der Stelle nochmals ein DANKESCHÖN an den Wettergott, der Ende Oktober, als wir ja erst aus Griechenland wieder kamen, noch super Wetter zauberte. Zudem bin ich jetzt stolzer Besitzer eines USB/Bluetooth-Autoradios. Gab es günstig im Lidl und ich bin auch sehr zufrieden damit. Damit hat die CD-Schlepper und Sucherei auf großen Touren ein Ende.


Sonst bestand der Winter aus Kurztrips. Mein Schatz schenkte mir einen Kurztrip nach Wien für 4 Tage, über Silvester ging es nach Karlsruhe und zwischen den Jahren mal zum Schilthorn im Berner Oberland. Ich habe mir immer wieder mal überlegt, ob eventuell noch ein Ausflug auf den Balkan oder ins Baltikum drin ist… aber Budget zu knapp. Es sollte nicht sein. Der Hammer war allerdings, als ich Andi+Lene in Göppingen besucht habe. Die waren grad abflugbereit, um beim Joe in Gambia den MB Bus wieder flott  zu machen und dann weiter zu fahren nach Mali, Burkina… wie gern wär ich da jetzt auch unterwegs. Die beiden gibt’s unter http://aficka.wordpress.com. Aber… das kommt schon wieder.


Ich kam auch endlich mal dazu, in Ruhe meine Westafrikaberichte zu vervollständigen. Bei der Gelegenheit fiel mir auch auf, dass das, was unter Naher Osten zu lesen ist, nur das Geschreibsel von unterwegs ist. Das muss auch noch überarbeitet werden.


Am 15.01.11 geht es nach Teneriffa für mich und meine Sandra. Da wird es wieder ganz anders laufen also in GR, also rechne ich mal damit, dass es hier nächsten Winter Spannenderes zu lesen gibt, als diesen Artikel hier. Die Überlegungen gehen bis dato so in Richtung Nordamerika mit Verschiffung oder vielleicht mal rüber in den Iran und/oder noch weiter gen Osten. Nichts Genaues weiß man nicht. Es wird zu lesen sein und zwar wieder hier.


Das war im Kurzabriss des Daimlers und meiner Wenigkeit „spannender Winter“ 2010/11.

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Published by Blauer Bolide - in Winter 2010-11
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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 05:08

Ich wollte es ruhig angehen lassen, bzw. innerlich wollte ich wahrscheinlich gar nicht losfahren. Ich hab sowas von ausgeschlafen… ein richtiges Bett, ein richtiges Badezimmer, das alles in Madrid für lau… schon schön. Aber andererseits wartete ja auch meine Sandra auf mich zuhause im kack Deutschland. Trotzdem kam ich erst am Nachmittag los.


Eigentlich freute ich mich auf die Pyrenäen, mit den schneebedeckten Bergen. Aber mir war schon bei Abfahrt vor Raffas Wohnung klar, dass das wohl nix wird. Doch zuvor kam nochmal Oscar vorbei, wir konnten uns also auch noch verabschieden. Wir scherzten, von wegen wenn ich meine Griechenland-Saison hinter mir hätte und ich wäre in Spanien, könnten sie ja da mal auf Urlaub vorbeischauen. Warum nicht? Ich hätt nix dagegen. Schau mer mal. Man bleibt ja in Kontakt.


Dann fuhr ich los. Ich nahm Raffa noch mit zum Flughafen, wo seine Schicht begann. Der Ärmste hat noch ein Souvenir vom Sicherheitsgurt mitgenommen… Pistendreck aus Guinea. Auf dem Beifahrersitz hat sich ja schon länger niemand mehr angeschnallt, da sitzt das richtig tief im Gurtschacht.


Raffa abladen, verabschieden und ab auf die A-2 nach Zaragoza. So kamen die Pyrenäen immer näher und der Himmel wurde immer dunkler. Es wird wieder nix… es ist wie ein Fluch. Genau dasselbe hatte ich vor 6 Jahren auf meiner Spanien/Portugal Tour. Damals noch mit meinem Mazda. Aber ich habs auch nicht geschafft, bei Tageslicht durch Andorra zu kommen. Jetzt zwar nicht Andorra, aber trotzdem Pyrenäen. Dann verfuhr ich mich auch ganz unnötig auf der Stadtautobahn Zaragoza. Ich nahm eine Ausfahrt zu früh. Da gings ins Industriegebiet. Ich wollte aber nach Huesca.


So war ich also auf der A-23 unterwegs und noch nicht mal in Huesca und es war schon stockdunkel. Ich tankte dann nochmal, ist billiger als Frankenreich, machte auch noch Kanister voll, weil ja auf Landstraßen in Frankenreich nix aufhat des nachts. Da muss vorgesorgt werden.


Ich hatte erstmal nicht vor, zu pennen. Einfach fahren, bis es nimmer geht. Jetzt liegt nichts mehr vor mir, wie das Treffen in Madrid… also ab nach Hause. Marokko ist eh schon so weit weg.


Die Strecke muss tagsüber wunderschön sein. Die Silhouetten der Berge waren zu erkennen, es ging immer weiter hinauf nach dem Autobahnende bei Huesca. Die Außentemperatur sank und irgendwann hatte ich das Gefüh l, als würde ich Schnee im Scheinwerferlicht sehen. nachts in den Pyrenäen, -1 Grad SchneeIch täuschte mich nicht. Ein paar Serpentinen später wars ganz deutlich. Dazu schien der Mond. Von dem her sehr schön. Diese gespenstische Stille da oben in den Pyrenäen, weit und breit kein Mensch, nur der Diesel und ich. Direkt auf der Grenze zum Frankenreich entstand das Bild.


Jetzt gings wieder talwärts. Mit deutlich mehr Schnee auf der Nordseite und einem beschisseneren Winterdienst. Ist ja nicht mehr Spanien. Es war ein gewisses Maß an Vorsicht angebracht, die steilen Kehren da runter zu eiern. Die Fahrbahn war stellenweise vereist. Überall auch Ampeln. Bei Lawine HIER stehen bleiben! Hab ich auch noch nie gesehen.

 


So kam ich unten in Pau an, mittlerweile schon der 14.04., fuhr da durch und was ich an Frankreich liebe… das nachts fahren auf den Landstraßen. Du kannst dir wirklich mit nem 200D die Autobahn sparen. Es ist null Verkehr, du kannst einfach fahren… deshalb nahm ich die N134 richtung Aire-sur-l’Adour.


Da kam ich auch an, dank der beschissenen Ausschilderung hier bin ich falsch abgebogen. Es ging bergab. Nach ein paar Kurven konnte ich wenden. Ging aber nicht. Das Fes-Syndrom. Das war ja klar, verfluchte Scheiße, das passiert natürlich nicht mittags um 14 Uhr, nein, das passiert um 3 Uhr nachts mitten im Nirgendwo auf einer beschissenen französischen Landstraße. Aber genau deswegen war ich im Marjane. Ich war froh, das Werkzeug zu haben. Ich stieg also aus, bockte den Blauen hoch und ja, die Antriebswelle war wieder raus. Dasselbe wie in Fes… Bissel rumspielen und er lief wieder. Aber diesmal nicht über hunderte von Kilometern, nein, nur den Berg hoch in den Ort.


Ich strandete erneut. Mitten im Wohngebiet. Also nochmal… Rütteln, spielen, machen, tun… es hielt wieder für 300m. Das ging mir jetzt auf die Nerven. Da muss irgendwas anderes sein. Ich schob das Auto vor die Einfahrt einer kleinen Firma an der N134 und ging pennen. Bei Rkm 18 570 ging also erst mal nix mehr.


Am nächsten Morgen machte ich mich gleich mal an die Arbeit und studierte die Reparaturanleitung. Da kam mir ein Verdacht… da war von einem 0-Ring die Rede, der die Antriebswelle im Differential hält. Und genau den wird der Marokkaner in Rissani damals vergessen haben. Bin ich mir sicher. Warum hab ich eigentlich immer so ein Glück mit marokkanischen Werkstätten? Der in Agadir mit seiner „Höherlegung“, jetzt das… andere fahren extra in das Land, um es gscheit reparieren zu lassen! Fuck!


Ich baute die Welle mal so weit ab, dass ich sehen konnte, ob es an dem Sicherungsring lag. Es war so. Da hilft jetzt kein neu gekauftes Werkzeug und auch kein Getriebeöl… ich brauch so einen Ring. Und wenn ich halt schon im ADAC bin… anrufen. Das ist das bequemste.


Bis die mal geschnallt hat, wo ich bin… das war ne Schur. Und es dauerte nochmal so lang, bis sie kamen. Zwischenzeitlich kam natürlich der Firmenmann an. Der erkundigte sich nach meinen Problemchen. Aber Kaffee hat er nicht angeboten. In solchen Momenten vermisst man die arabische Gastfreundschaft, die ich so lange genießen durfte.


Mittlerweile wars schon bald 12 Uhr mittags und mich beschlich ein ungutes Gefühl. Ob das heut noch was wird? Der Daimler wurde dann per ADAC nach Riscle verfrachtet, wo mir die Werkstattarbeiter gleich mitteilten, dass sie Pause machen müssen. Dacht ich mir. Ich ließ mir den Weg zu einem günstigen Restaurant erklären und machte einen Spaziergang. Ich aß, rief noch mein Schatzi an und gab die neuesten Ereignisse durch, dann trottete ich wieder zurück… bald nehmen die ja ihre Arbeit wieder auf.


Lange Rede, kurzer Sinn… dass der 0-Ring fehlt, hat der Mechaniker dann auch gemerkt. Aber einem erst nix glauben. Den hat er natürlich nicht da. Klar, hier fährt ja jeder auch nur Peugeot, Renault oder Citroen. Dreck da. Aber ich staunte nicht schlecht, als er doch einen aufstellen konnte. Der Einbau ging dann fix und ich war bereit zur Abfahrt. Die Bezahlung wurde dann doch nicht ganz so deutsch geregelt… er fragte mich, ob ich eine Rechnung bräuchte. Ich verneinte. Aus gutem Grund… denn dann gabs das alles ohne Steuer. Auch gut. Immerhin.


Um 16.20 Uhr am 14.04. fuhr ich also in Riscle wieder los nach Aire-sur-l’Adour. Fernziel hieß Bordeaux, ich nahm die Landstraße bis Langon und ab dort dann die „Weinroute“ bis zum Autobahnring Bordeaux. Die Straße führt durch mittelalterliche Dörfer hindurch und immer wieder die mächtigen Chateaux der berühmten Bordeaux-Weine. Das hat sich gelohnt, muss ich sagen.


Nun passierte nicht mehr viel. Der Weg war derselbe wie vor einiger Zeit gen Süden. Immer schön gebührenfrei… über Angouleme nach Limoges. Die A20 dort kostet nix, also die nehmen, dann weiter nach Montlucon, Moulins und immer auf Chalons-sur-Seine zu. Die Pausen häuften sich. Ab und an einfach nur auf en Kaffee, dann wieder zum kochen… alles kein Problem mehr, auch im Dunklen, dank meiner Kopflampe.

 


nicht zu leugnen... die Heimat naht - es ist nicht mehr ferSo schreiben wir mittlerweile den 15.04 und befinden uns im Berufsverkehr vor Chalons. Stau. Ewig dauerte das… aber ich war geistig eh noch in Afrika. Ich genoss einfach die Blicke, die mein treuer blauer Gefährte auf sich zog. Dann weiter heimwärts über Dole, jetzt gebührenpflichtig nach Besancon und Mulhouse. Dort wollte ich noch tanken, weil der Diesel billiger ist als in Deutschland. Und wieder fluchte ich auf Frankreich. Natürlich fuhr ich von der Autobahn runter, denn an der Autobahn ist der Diesel sogar teurer als daheim. Dann find aber mal ne Tankstelle. Die hat zu, die nächste nimmt nur Karten. Und da ging das Fluchen los. Die nehmen nur Visa BLEU, also die Frankenkarte. Ich konnte nicht tanken. Die Welt, außer Frankreich, spricht Visa. So ungefähr. Nach längerem Suchen fand ich dann doch noch eine Tankstelle mit Kassierer. Euros nehmen die ja Gott sei Dank. Ist in dem Land auch nicht selbstverständlich.


Bei Rkm 19 590 wurde der Rhein überquert, Freiburg, Neustadt…. Donaueschingen.


Mein Blauer und ich spulten insgesamt 19 693 km runter und bei GesamtKM 378 555 und genau 80 Tage später stand der Daimler wieder am selben Fleck zuhaus vor der Tür. Eine unvergessliche und vor allem erlebnisreiche Reise ist nun definitiv zu Ende.

 

Durchquerte Länder: Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien, Gambia, Senegal, Guinea, Sierra Leone

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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 05:08

Gegen Mittag wollte ich in Madrid sein. Da stand noch ein Treffen mit den beiden Jungs an, die ich, gefühlt, vor langer Zeit, in Georgetown / Gambia getroffen hatte. Das war ja so verabredet und wird auch so eingelöst. Und erst jetzt wurde mir erst langsam klar, dass ich dieses wundervolle Reiseland Marokko hinter mir gelassen habe. Wehmut überkam mich… aber ich werde wieder kommen. Ganz klar.


Also gings auch gleich nach nem Kaffee und kurzem Frühstück weiter auf die Piste. Kilometerfressen ist ja hier in Europa keine Kunst mehr. Verlangt nur mehr Disziplin mit der Losfahrerei. Und daran haperts mir ehrlich gesagt ein bisschen. Aber sonst… Keine Sorgen um den Straßenzustand, damit kannst du eine kalkulierte Geschwindigkeit fahren und somit werden auch Entfernungen berechenbar.


Diese Autovias in Spanien sind schon eine feine Sache. Wer da die Autopista fährt ist selbst schuld. Der Unterschied ist ganz einfach: Autovia=gebührenfrei, Autopista=gebührenPFLICHTIG. Ausgebaut sind sie gleich und… gut an der Via hast jetzt nicht die Monsterrasthäuser mit allem Luxus, aber den brauch ich eh nicht. Wenn ich dadurch die horrenden Gebühren sparen kann… geschwindigkeitstechnisch wie fahrbahntechnisch seh ich da keinen Unterschied.


So gings also über Granada und Jaen nach Madrid. So 3 Stunden vor Madrid fuhr ich mal raus und rief Raffa an. Wir wollten uns dann am Autovia... warum bezahlen, wenns so ausgebaut istFlughafen treffen. Da arbeitet er, hat dann Pause und wir können was machen. Pennen könne ich bei ihm. Also neue Koordinaten: Madrid Barajas International. Ich wühlte mich durch den Großstadtverkehr, aber die Orientierung war kein Problem, auch ohne GPS. Ausschilderung hervorragend. Ich verfuhr mich kein einziges Mal, parkte dann einfach am Parkplatz beim Abflug Terminal 2 wie verabredet und ich hatte noch Zeit. Raffa wollte kurz anklingeln, wenn er fertig ist. Ich döste ein wenig… dann klingelte mein Handy.


Da kam er an, in Uniform, so gar nicht Traveller mäßig. Erinnerte mich an mich… bald werd auch ich wieder in Krawatte und Hemd durch die Gegend rennen. Es war ein großes Hallo. Erst mal kurz austauschen, was denn so passiert war seither, dann fuhr ich ihm hinterher zu seiner Wohnung. Grad mal 10 Minuten weg vom Flughafen. Ich bezog dann meine Couch, ging mal duschen und wir gingen was essen.


Am Abend kam dann Oscar vorbei und die Freundin von Raffa und wir zogen los in die Innenstadt von Madrid. Wir bestellten Tapas, tranken Bier und klönten. Das tat meinem Spanisch auch sehr gut. Ich bestand darauf, dass wir uns nur auf Spanisch unterhielten, obwohl alle Beteiligten des Englischen sehr mächtig waren. Es war ein richtig geiler Abend in einer noch geileren Stadt.


Rkm 17 962 / 376 824

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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 04:28

An diesem Morgen ging es mir wieder bedeutend besser. Noch geschlaucht von dem scheiß Allergieschock, aber es ging. Bei den Duschen begegnete ich Leuten von gestern, die besorgt fragten, wie es mir denn ginge. Alle waren beruhigt, als sie hörten, dass ich wieder auf der Höhe bin. Auch Ali schaute außerplanmäßig vorbei und war froh, mich wieder wohlauf zu wissen. Ich nutzte die Gelegenheit, und fragte ihn noch zu den Routen über das Rif-Gebirge aus. Da soll’s ja ziemlich heftig zugehen mit den Cannabis Bauern. Es gibt 3 Routen über das Rif. Von Fes über Ketama nach Chefchaouen, über Fes-el-Bali und Ouazzane nach Chefchaouen, über die N13 direkt nach Ouazzane. Letzteres hatte ich vor. Schien mir vertretbar. Von den anderen Routen hat auch Ali mir abgeraten. Ich befragte auch noch den Rezeptionsmann, mit dem selben Ergebnis. Dann war das ja klar.


Ich hatte allerdings, bevor ich Fes verlassen konnte, noch einige Besorgungen vor mir. Erstens wollte ich mir Werkzeug besorgen, falls mir mal wieder mitten in der Nacht in der Pampa die Antriebswelle aus dem Differential hüpft (das vorhandene Werkzeug ist ja vorgestern unbrauchbar geworden), dazu noch Getriebeöl für das Differential, sollte ich im Notfall die ganze Scheiße auseinanderschrauben müssen. Dazu noch zum Marjane, Vorräte für den Weg bis Donaueschingen fassen. Das sollte kein Problem werden, der hat auf, auch sonntags. Aber die andere Geschichte… das könnte schon schwieriger werden.


Ich checkte nach dem Frühstück aus und machte mich auf die Socken. So, wie ich nach Fes reinkam, war gleich ein Gewerbegebiet mit eben dem Marjane und auch verschiedene Werkstätten. Vielleicht find ich da ja was. Fehlanzeige. Totentanz. Alles zu. Aber dann fand ich doch recht schnell nen Laden, wo geschraubt wurde. Also mal rein da. Mit Händ und Füß hab ich denen gezeigt, was ich will. Hatten sie nicht. Zumindest nicht zum Verkauf. Aber er schickte mich zum Marjane. Die hätten sowas auch. Gut, vielleicht nicht in derselben Meisterqualität, aber für den Notfall würds reichen. Ob die auch das Getriebeöl hätten? Ja, hätten sie auch.


Ja perfekt… da wollt ich ja eh noch hin. So geschah es… Ich fand alles im Marjane plus noch zwei zusätzliche Schmankerl. Eine Kopflampe für 50 Dirham und 2 Mercedes Nackenkissen für die Kopfstützen mit dem Stern drauf. Herrlich. Ich bin gerüstet.


Nun war es amtlich, der Rückweg begann. Ab auf die N13 richtung Sidi-Kacem dann weiter nach Ouazzane. Die Fahrt verlief ereignislos, bis ich in Ouazzane ankam. Da war irgend so ein kack Fest und deswegen war der ganze Ortskern gesperrt. Ich konnte anstellen, was ich wollte, ich landete immer auf der Straße nach Rabat, also praktisch wieder südwärts. Ich musste (von wollen kann keine Rede sein), nach Chefchaouen. Ich irrte umher, schmiss das GPS an, landete trotzdem auf irgendwelchen unbefestigten Straßen in komischen Wohngebieten… bis ich auf einmal wieder da raus kam, wo ich in den Ort reingefahren bin. Also nochmal von vorn. Die Fluchausdrücke waren mir schon ausgegangen, was mich aber nicht daran hinderte, alle zu wiederholen. Dank des GPS fand ich dann, auch mit bissel Glück, die Kreuzung und es ging ins Rif-Gebirge hoch.


Rif GebirgeIch war gespannt. Rennen da wirklich die Leut rum und wollen dir das Zeug da verkaufen? Von Verfolgungsjagden soll hier ja nix sein. Nur um Ketama rum. Die Gegend jedenfalls ist, wie das ganze Land, wunderschön. Hier erinnert es jetzt schon sehr ans Mittelmeer mit den ganzen Zypressen und Pinien; dazu die Berge. Von Hasch hab ich nix bemerkt… nur ein Fußgänger, der trabte talwärts, ich kämpfte mich aufwärts, der zischte mir nur „Haschhhhhhhhhh“ ins offene Autofenster. Sonst keine Vorkommnisse. Um Chefchaouen war dann deutlich zu sehen, dass Sonntag war. Alle Familien waren unterwegs, alle am grillen und picknicken an dem Fluss da.


So glitten die Kilometer dahin, ich hörte meine arabischen CD’s aus Marrakech und dachte voller Graus daran, wieder in diese scheiß Republik zurückzukehren. Es war auf einmal so nah… vor allem, als dann um Tetouan herum auch noch Regen einsetzte.


Ich fuhr dann die Küstenstraße runter, nicht die Autobahn, richtung Ceuta. Da bekam ich dann die ganzen Ferienorte zu Gesicht… furchtbar. Künstlicher geht’s gar nicht. Was die da als Tempel aus 1001 Nacht anpreisen… hab ich in ganz Marokko nicht gesehen. Dann zurückkommen und behaupten „Ich war in Marokkoooo“, klasse. Willkommen im Pauschaltourismus.


Dann kam die Grenze. Von Nervosität bei mir jetzt keine Spur im Gegensatz zur Hinfahrt. Überall lungerten wieder diese Helferlein herum, die ich ja so dringend brauch. Aber wenn ich da an Grenzen in Schwarzafrika denke, kam mir das hier ganz easy und locker vor. Ich fragte sicherheitshalber mal einen Polizisten, ob ich denn hier in der richtigen Schlange wäre. Sie bejahten. Na gut… Dann mal auf. Ich stellte den Blauen in die Reihe und dann kam er an, mein Oberheld. Der laberte mich voll, von wegen ich brauch hier seinen Zettel und er muss mir helfen. Jaja, ich winkte nur ab, schloss den Daimler zu und ging mal zu den Häuschen. Da saßen Beamte drin und dreimal darf geraten werden, was die ausgeben… Die Zettel von dem Helferlein! Ich nahm dankend so ein Ausreisepapier entgegen, ging zum Auto zurück und setzte mich rein. Da hat er mich wohl erspäht…


Ich dachte mir, jetzt machst dir mal en Spaß draus. Ich winkte ihn her und fragte, was ich denn jetzt machen müsste. Er hielt mir seinen Zettel ins Gesicht mit den Worten „den ausfüllen“. Ich schaute erstaunt, holte MEINEN raus und fragte ihn, ob er denn den da meine. Da hat er nur blöd gschaut und ist verschwunden. Da muss er mittlerweile früher aufstehen, bei mir. Dann gings weiter. Weil ewig nix vorwärts ging, blieb ich erstmal im Auto, schaute mir die Route in Spanien schon mal an und rauchte. Es tat sich immer noch nix. Dann sah ich wie eine kleine Parkbucht auf der rechten Seite. Da standen auch schon Autos. Ich fuhr da einfach mal vor. Dann stieg ich aus, schickte die Helferlein mit den Worten „Ach, lass mich in Ruh, ich komm grad aus Sierra Leone… geh woanders spielen“ weg und schaute mir mal die Schalter an. Ahja. EU da, Nicht EU da. Ganz einfach. EU Schalter, Nummer 4 war es glaub ich. Es wurde nicht gedrängelt, also stellte ich mich vernünftig an. Der Zöllner stempelte meinen Pass, behielt den Ausreisezettel als Souvenir und ich ging zum Auto. Ich drückte dann einfach wieder in die Schlange rein und ich war beim Zoll. Der wollte jetzt nur noch den grünen Wisch von der Einreise und das war’s. Ich schaute ihn ungläubig an. „Nix mehr? Fin??“ Ja dann… ab nach Spanien. Der Spanier an sich wollte gar nix. Nur den Pass kurz und ich war drin. Da fiel ich vom Glauben ab… So ne einfach Einreise… bin ich nicht mehr gewohnt.


Jedenfalls kam ich dann im Hafen an und musste noch ein Ticket kaufen. Beim Büro parkte ich und ging rein. „Hola, que tal? Ich will ein Ticket für’s nächste Schiff nach Algeciras. Geht das?“ Der freute sich gleich mal, dass ich auf spanisch ankam und er stellte mir ein Ticket aus. Boarding um 18.00 Uhr. „Priiiisaaaaaaaa!!“ (Beeil dich). Hä?? Ist doch erst halb 4… was macht der denn jetzt für ne Hektik hier? Mann, mann, ich merkte wirklich, dass ich wieder in Europa war. Nix mehr mit „Jaja, irgendwann dann schon…“ Dann bemerkte ich allerdings die Uhr da an der Wand und erschrak. Wieso zur Hölle zeigt die denn statt halb 4 schon halb 6?? „Du, die Uhr geht falsch“, wollte ich den Büromann hinweisen. Der erklärte mir aber, dass die richtig gehe. Wieso? Ganz einfach: Spanien hat Sommerzeit. Die wurde Ende März umgestellt. Marokko tut das nicht und ist sowieso IMMER eine Stunde zurück, wie England. Jetzt noch das Uhrvorstellen… voila 2 Stunden. Scheiße, das war mir irgendwie überhaupt nicht bewusst.


Also gings gleich zum Boarding, der Kahn war sogar schon da und ich fuhr auf Deck. Neben mir stand ein Riesen-Overlandtruck mit Werbung drauf für Kinderhilfsprojekte oder sowas. Besatzung bekam ich nie zu Gesicht. Die Überfahrt war ganz lustig, weil Seegang herrschte und ich fuhr dann in Algeciras von Bord. Stau. Was denn da los? Ne halbe Stunde später wurde dann auch mein Daimler vom Drogenhund beschnuppert… Das also. Klar, irgendwie logisch. Rif-Gebirge ist nicht weit und da ist der Anbau von Cannabis sogar legal…


Dann war ich wieder auf einer europäischen Autobahn. Der Unterschied ist gewaltig. Der Verkehr, so zivilisiert. Und so dicht. Ich musste mich erst wieder dran gewöhnen.


Ich fuhr dann die Küstenstraße A-7, teilweise noch N-340 über Marbella nach Malaga, dort dann auf die Autovia gen Norden. Der Verkehr wurde endlich weniger, ich dafür müde und an der Autovia Nummer 92 bei Loja irgendwo war ein Rastplatz mit dunklen Parkplätzen. Da wurde gepennt. Meine Antriebswelle hielt bis jetzt tapfer.


Rkm 17 495 / 376 357

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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 02:51

Heute war der Tag der Stadtrundfahrt. Ich bin ja eigentlich kein Freund von solchen Gschichten, aber vielleicht ist auch nicht verkehrt, wenn ich mal ein bissel Bildung abkrieg. Ich werde jetzt nicht zu jeder Sehenswürdigkeit irgendeine Geschichte erzählen, damit würde ich wahrscheinlich den Server sprengen, bei der Masse an Sichtsehenspunkten.


Für 9 Uhr war Treffpunkt angesagt und zwar an der Straße, oberhalb der Grillplätze, wo ich erst die Einfahrt zum Camping gesucht hatte. Natürlich war um 9 nix von einem Bus zu sehen, die ersten wurden schon unruhig… das verstand ich nun gar nicht. Wir sind hier in Marokko, natürlich kommt da vor halb 10 keiner. Ist doch normal. Auch 10 wär noch akzeptabel. Ich unterhielt mich in der Zwischenzeit mit Ali, unserem Reiseleiter. Natürlich steckte ich ihm auch gleich, dass ich ebenfalls Reiseleiter bin. Das fand er natürlich gleich super und wir hatten Gesprächsstoff für Wochen. Sprachbarrieren waren ebenso gleich null. Ali spricht sehr gutes Deutsch, natürlich Französisch, ein bisschen Spanisch und seine Muttersprache: Arabisch. Die einzige, die ich davon nicht beherrsche.


FesDer Bus kam für arabische Verhältnisse überpünktlich; um halb 10 stiegen wir ein. Der Holland-Rentner von gestern war auch dabei, jetzt lernte ich auch seine Frau kennen. Es ging los. Ali stimmte die Truppe ein, ich saß irgendwo mittig und das erste was er machte, war, mich als Reiseleiter aus Deutschland zu entlarven. Ich sollte mich zu ihm ganz vor setzen. Von mir aus gern. So hatte ich immer einen Gesprächspartner. Und was drauf hatte er auch… neben diesen Touren begleitet er auch Studiosus-Gruppen. Er meinte auch sofort, dass mit jenen Gästen anders umzuspringen ist, als mit unserer Truppe. Mehr Daten, mehr Geschichte, weniger Späßle.


Erste Station war der mächtige Königspalast, aber nur von außen. Reicht auch. Wir Fes - Königspalastgingen dann in die Wirren der Altstadtgassen hinunter und landeten wieder am Bus, der uns auf eine Anhöhe hochkutschierte, wo eine alte Moschee stand. Die Attraktion war allerdings der Ausblick auf die Herrscherstadt Fes. Es folgten Erklärungen da oben über den Islam und die Entstehung der Stadt Fes. Von da oben eben sehr gut zu sehen, die verschiedenen Bezirke, wie die Medina, die Neustadt, Mellah usw.


Es ging dann weiter, natürlich bei dem Preis von 15€, in eine Kunsthandwerksfabrik. Ich fand da in der Nähe mehr den Taxistand mit ausschließlich 123ern interessant. Aber gut. Es wurde gekauft, gekauft, gekauft, am Bus kamen noch paar Jungs, die irgendwelchen Schrott loswerden wollten… mich störts nicht.


Fes - SouqWeiter zur Altstadt, die Medina. Eine der Ältesten von Marokko, die Fes - FärberviertelHandwerksviertel werden immer noch benutzt, wie bereits vor 1000 Jahren. Da war ich gespannt drauf. Und es übertraf meine Erwartungen. Diese Altstadt ist der Hammer. Und ich bereute es nicht, einen Führer zu haben wie Ali, der dich durch das Gewirr von Gassen lenkt. Die älteste Koranschule Marokkos, zahlreiche Moscheen, Souqs, das Färberviertel. Die Stadt bietet unglaublich viel. Einen schönen Blick aufs Färberviertel mit den bereits aus dem Frühmittelalter stammenden Farbtöpfen hatten wir… wie sollte es anders sein, von einem Lederladen aus. Natürlich wollten die auch wieder verkaufen und trotz allem „Charme“ der Marokkaner dort wurde nichts verkauft. Diese Truppe war eben etwas anderes, als die gewöhnlichen Pauschaltouristen. Auch wenn sie Joghurtbecher fahren, sind es dennoch Individualisten und kaufen keine Lederjacke für 350€.


Essen war auch noch inklusive. Es war sehr lecker. Sehr nettes Restaurant und du hattest nicht das Gefühl der Massenabfertigung, obwohl es faktisch eine war. Zum Dessert gab es dann auch noch alles Mögliche, wobei ich ein Erdnusstörtchen erwischte. Ich bin darauf ziemlich allergisch, eigentlich das einzige, was ich nicht vertrag und ein Bissen reichte, um mich aufs Klo zu treiben. Das war nicht weiter tragisch, weil ich nur eine weitere Verkaufsshow verpasste. Mir war so verdammt kotzübel… Einzelheiten erspare ich den Lesern hier besser.


Ich schleppte mich dann zum Bus zurück mit der Gruppe, die Rückfahrt überstand ich auch einigermaßen (wenn auch mehr schlecht als recht) und wir kamen wieder am Camping an. Ali war die ganze Zeit sehr besorgt, hat sich sehr gekümmert, wollte auch einen Arzt rufen, den ich aber ablehnte. So weit kommts noch… Durch halb Afrika getourt und hier noch en Arzt brauchen. Nö, ohne mich. Das vergeht schon wieder.


Ali verabschiedete sich, wünschte mir gute Besserung und ich ging sehr früh schlafen. Ich musste einfach wieder fit werden. Meine Versicherung für Marokko läuft ab. Ich MUSS morgen Spanien erreichen. Wenigstens hatte ich in meinem Zustand keine Gelegenheit in Melancholie zu verfallen, weil es ab jetzt definitiv heimwärts gehen wird.


Keine Kilometer 

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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 00:37

Besonders gut geschlafen hatte ich nicht. Was zum Teufel sollte das denn, dass der Blaue auf einmal nicht mehr will? Sich nicht mehr rührt? Ich hoffte auf einen bösen Traum.


Nach dem Kaffee in der Früh und der flüchtigen Morgentoilette, versuchte ich nochmal, loszufahren. Aber es war kein böser Traum, es war bittere Realität. Also doch nix mit „mal nach Fes reinfahren“ oder sonstigem Gammeln. Der Camping hier würde dazu einladen. Aber nein, man muss sich wieder mit irgendwelchen Problemchen rumschlagen. Gut, so ist das nunmal auf Reisen.


Es ging also los. Die theoretische Ergründung ergab eigentlich nix, nur dass ich ein Defekt im Getriebe ausschloss. Das kündigt sich meist mit einem Nichtfunktionieren von ein bis zwei Gängen an. Aber nicht alle auf einmal. Also mal nachschauen. Auto aufbocken, mit den Ersatzrädern als Unterstellböcke sichern und mal die Antriebswellen checken. Irgendwas da muss es ja sein, wenn der Blaue wie gelähmt da steht.


Ich brauchte nicht lang zu suchen, ich sah es sofort. Die rechte Antriebswelle, da wo die Gelenkmanschette erneuert wurde, war nicht richtig im Getriebe drin. Ich konnte die Ritzel der Kraftübertragung erkennen. Von Hand konnte die auch ganz leicht hin- und her geschoben werden. Ich löste dann die Radnabe (Kraftübertragung aufs Rad); zumindest hab ichs probiert. Da brach mir noch die Stecknuss ab. Verfluchte Scheiße! Jetzt reichts aber langsam. Ohne die kann ich nix machen. Mit nem normalen Gabelschlüssel komm ich da nicht rein.


Ich fragte an der Rezeption nach Werkzeug, negativ. Dann ging ich mal über den Camping und schaute, wer überhaupt da war. Ich fand ein holländisches Pärchen und der war wirklich gut ausgestattet. Er borgte mir das Werkzeug und ging mir sogar zur Hand. Er habe früher auch so Touren gemacht… jetzt, in seinem Alter, ginge es halt nur noch bis Marokko. Fand ich nett. Im Lauf der Zeit bekam ich es mit „Spielen“ hin, dass die Antriebswelle hält und nicht wieder aus dem Differential springt. Alles wieder zusammenschrauben, fertig. Dann rollte ich die paar Meter hinter und fand ein nettes Plätzchen abseits des Trubels und in der Nähe der Duschen.


Den Rest des Tages verbrachte ich mit Alltagsarbeiten. Also mal wieder ordentlich duschen, Geschirr abwaschen, Wäsche waschen… und gammeln. Bissel dösen, tippen… solche Dinge eben.


Abends lernte ich noch flüchtig ein Pärchen kennen,  beim Abwasch. Die waren mit nem VW-Bus unterwegs, schweizer Kennzeichen und reiselustig. Sie schauten sich meinen Blauen Boliden an und besonders der weibliche Part des Pärchens  bekam leuchtende Augen bei meinen Geschichten aus Schwarzafrika… Er meinte dann nur „das krieg ich aus der ihrem Kopf jetzt nimmer raus“. Jap, so soll es sein. Autos sind zum Fahren da…


Insgesamt war es dann doch noch ein recht lustiger Tag, mit netten Unterhaltungen. Morgen geht’s organisiert nach Fes. Der Camping hat eine Stadtbesichtigung im Programm, zu der ich mich mal angemeldet hatte. Für umgerechnet 15€… mal schauen. Und ich erfahr mal bissel was. Bin ja mal gespannt. Marrakech bin ich ja ganz anders angegangen, in Fes jetzt mal das Gegenteil. Eben wie ein Tourist.


Keine Kilometer, nur paar Meter zum endgültigen Standplatz

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14. Januar 2011 5 14 /01 /Januar /2011 00:01

Erg Chebbi - SonnenaufgangPünktlich zum Sonnenaufgang war ich munter. Ich machte mir Kaffee und schaute mir ein letztes Mal die Wüste in der Morgensonne an. Nun war es vorbei, das Abenteuer Sahara. Definitiv. Jetzt noch bis Erfoud und dann geht’s strikt gen Norden. Eine grauenhafte Vorstellung. Was gäbe ich jetzt dafür, hier noch viel mehr Zeit zu haben… wohl so Einiges, nehm ich an. Der Erg Chebbi hier ist wirklich eine wundervolle Gegend von Marokko. Auch wenn die Sanddünen jetzt nicht unbedingt der Hammeranblick sind, wenn du Mauretanien kennst. Aber trotzdem sehr schön anzuschauen. Eine Negativerscheinung gibt es allerdings…


Kurz nachdem ich mit meinem Kaffee durch war und ich den Blauen wieder sattelte zur Weiterfahrt, ging es mit besagter Negativerscheinung los. Der Verkehr nahm zu. Ich fühlte mich plötzlich nicht mehr wie in der verlorenen Wüste. Von allen Seiten kamen sie an und schwafelten irgendeinen Dreck von Fossilien. Hier vom alten versteinerten Korallenriff. Ja, das gibt’s wirklich, hab ich auch als Orientierungspunkt für die vor mir liegende Pistenfahrt im GPS drin. Und natürlich will hier jeder wieder was verkaufen. Das passiert dir eben in Mauretanien nicht. Dort gibt’s, vor allem derzeit, keine Touristen. Aber gut, mein Fell ist ja bekanntlich sehr dick. Die meisten hauten auch gleich wieder ab, als ich sagte, dass er sich gerne die Mühe machen könne, um sein Zeug vor mir auszubreiten, ich würd aber sowieso nix kaufen. Einer hat die Ansage wohl nicht kapiert…


Er legte los. Ich ignorierte ihn. Ich machte weiter den Daimler für die Abfahrt klar. Erg Chebbi - die Reifen brauchen wieder LuftSchaufel und Sandbleche in Position auf dem Träger, kurzer Orientierungsmarsch in Richtung Hauptpiste, um den Untergrund auszukundschaften… aber der kramte immer weiter in seinem Rucksack. Natürlich hat der angefangen, seinen Scheiß direkt vor die Front meines Boliden zu breiten. Ich hätte also drüberfahren müssen. Rückwärts ging nicht, da Weichsand und ohne Schwung wär ich sofort hängengeblieben. Also ignorierte ich ihn einfach fleißig weiter, rauchte noch eine Kippe und dann schien er es begriffen zu haben. Er packte zusammen und zog davon.


Dann gab ich Gas, erster Gang und Vollgas, die Reifen immer noch auf 0,2 bar und ich kam ohne Probleme zur Piste vor. Da war gleich der erste Stopp auf der heutigen Etappe vorgesehen. Piste heißt: Befestigt. Also auch Schotter. Das hat zur Konsequenz: Reifen aufpumpen. Kompressor raus und los. Ich bekam wieder Besuch. Der war aber ganz angenehm… er sei Reiseveranstalter und bietet hier Jeep-Touren an. Die, die ich auslache… Hier mit dem Jeep. Auf Dünenkämmen hab ich noch keine gesehen. Auch nicht hier im Weichsand, wo ich unterwegs war. Nur auf den Pisten, die mir wie Autobahnen vorkamen. Wegen dem bissel Wellblech brauch ich kein Allrad mit 50cm Bodenfreiheit. Der Fahrer macht’s eben.


Jedenfalls quatschten wir ganz nett und ich erzählte ihm auch, dass ich Reiseleiter sei. Wir einigten uns darauf, uns auszutauschen, ich könne ihm ja Touris schicken usw. Natürlich wurde die Einigung mit INSHALLAH beendet. Das ist so geil. Alle sind zufrieden… Ich hatte ne nette Unterhaltung und werde ihn nicht beleidigen, nur weil ich keine Touris zu seinen Touren schicke. Er freut sich, meine Bekanntschaft gemacht zu haben und wenn ich mich nicht melde, wollte Gott das eben nicht. Punkt aus. Manchmal hat das ganze Religionszeug doch auch Vorteile.


So gings also weiter… Immer schön auf Erfoud zu. Die Piste war hervorragend. Ich setzte allerdings die Marschgeschwindigkeit nicht allzu hoch an, um die Landschaft zu genießen. Wann bekommst du mal so ne gute Piste in so schöner Umgebung? Meistens eben nicht, da bist du mit dem Untergrund und Fahren beschäftigt und die Landschaft wird nicht wahrgenommen. Die Orientierung war auch sehr einfach… vor allem dank des GPS mit den Därr-Koordinaten. Kurz vor der Asphaltstraße, die nach Erfoud führt, überholte mich wieder so ne Truppe Wahnsinniger mit ihren High-Tech Geländewagen. Auch mit den Autos sehen die doch nix von der Gegend. Das versteh, wer will.


Auf der Asphaltstraße fuhr ich dann gleich rechts ran, weil ich jetzt definitv keine Schaufel oder Bleche mehr brauchen würde. Ich konnte die also wieder auf dem Träger anketten und abschließen. Da kamen dann, während ich am Träger rumfummelte, so ca. 8 Jeeps vorbei. Arabische Fahrer, europäische Mitfahrer. Wohl ne Jeep-Safari von Pauschaltouristen. Leider konnte ich die Blicke und Gesichter nicht ablichten, wie die aus den Jeeps auf meinen gewöhnlichen PKW schauten. Die Blicke sagten soviel wie: „Wie zum Teufel kommt der hierher? Doch nicht über die Piste wie wir?? Aber sonst gibt’s ja keinen Weg…?“ Ich winkte einfach freundlich.


Vor der Oase Erfoud kam noch eine Furt, einmal Unterbodenwäsche bitte, und ich war im Ort. Da stellte ich an nem Geldautomaten noch Bares auf, ging noch Tanken und quatschte dort noch mit den überaus netten Tankwarts und blies dann auf zur Fahrt in Richtung Norden. Ar-Rachidia, Midelt, Azrou, Meknes. So war der Plan. Ein weiteres Mal über den Hohen Atlas. Ich freute mich darauf.


Die Landschaft war auch wunderschön. Berge, schmale Straßen… herrlich. Es passierte allerdings nichts Bedeutendes unterwegs. Vor Ar-Rachidia lagen noch die Source Bleue. Irgendwelche blauen Quellen, ein Campingplatz gibt’s da auch noch… und wenn ich schonmal hier bin, schau ich mir das auch an. Ich fand den Abzweig von der Straße sofort. Es ging runter in ein Tal und es musste dann Eintritt bezahlt werden. Von mir aus… waren nur 20 Dirham, also 2 Euro. Ich parkte. Und wo zum Teufel soll jetzt hier die Attraktion sein? Hm… da ist kristallklares Wasser, eine Quelle. Paar Palmen drumrum. Okay… dann haben wir da noch die Joghurtbecher rumstehen und ein befestigtes Schwimmbecken, das augenscheinlich von der Quelle gespeist wird. Da wackelte ich mal hin.


Da sprach mich ein Araber an. Ich nenn ihn jetzt mal Mustafa, weil mir sein Name entfallen ist. Er erklärte mir jetzt also alles Mögliche, war zwar ganz nett, aber umgehauen hat mich das Teil hier jetzt wirklich nicht. Für mich kein lohnenswerter Abstecher. Zum Campen ganz nett, wenn man auf Gesellschaft steht. Es gibt einen Supermarkt, Cafe… naja. Nicht mein Fall. Lieber in der Pampa. Und weils hier nunmal nix zu sehen gab, ging ich mit Mustafa in seinen Laden. Wir unterhielten uns sehr nett, er machte frischen Tee und er zeigte mir auch Bilder bei Google; voller Stolz sein Heimatdorf in Marokko. Hier sei er nur wegen der Touristen. Es gäbe wenige wie mich, meinte er. Das kann ich sehr gut verstehen. Hier siehst du echt nur Joghurtbecher rumfahren… Natürlich hat auch er versucht, mir was zu verkaufen, oder zu „ertauschen“ natürlich ohne Erfolg. Aber wenn man’s richtig anstellt, ist hinterher auch keiner beleidigt.


Ich verabschiedete mich dann, dankte für den Tee und das nette Gespräch und ich fuhr weiter. Also meiner Meinung nach muss man den Quatsch da unten nicht gesehen haben.


MAN Werbung mal andersNach Ar-Rachidia wurde die Landschaft wieder spektakulär, die Schlucht von Ziz, dann eine Hochebene. Hier gab es wieder einige Polizeikontrollen. Ich hoffte schon, dass ich noch ein paar fiiiiiche loswerden könne. Auch wenn die nicht wollen, können sie doch mitnehmen. Mich nerven die nur. Aber nix… die wollten nicht mal quatschen, winkten mich einfach durch. Na von mir aus. Dann gings wieder über die Berge. Eine frische, waldige Landschaft tat sich auf. Da machte ich dann mal Mittagspause. Ich kochte mir ne Kleinigkeit, machte mir nochmal Kaffee und beobachtete einfach die Schafe hier an den Steilhängen.


Als ich wieder weiterfuhr, hatte ich einen Bus vor mir, mit irgendwie lustiger MAN-Werbung drauf. Azrou kam immer näher.  


Da traute ich meinen Augen nicht… Die Abfahrt in den Ort führte durch wohlriechenden Azrou - KurortZedernwald und als die ersten Häuser auftauchten, dachte ich schon, ich wär vorhin mal falsch abgebogen oder so… ich kam mir vor, wie in der Schweiz. Diese Holzarchitektur, dazu der Wald und die bergige Gegend… ausgeschilderte Skigebiete… man hätte sich auch fragen können, warum die Schweizer alles in Arabisch nochmal auf die Schilder schreiben. Der Wahnsinn… dieses Land überrascht mich immer wieder aufs Neue. Facettenreicher geht’s eigentlich nich t.


Hinter Azrou stoppte ich mal. Ich wollte Rolf anrufen, der Chef da in Frankfurt, wo meine Klimaanlage herkommt. Der hat ja in Meknes ein Häuschen, wo er mittlerweile auch schon angekommen sein musste. Wir wollten uns eigentlich treffen. Allerdings schlugen alle Versuche, ihn zu erreichen, fehl. Also: Planänderung. Dann verzichte ich auf Meknes und fahr schnurstraks nach Fes. Därr raus und mal nach Campingmöglichkeiten suchen. Der Diamant Verte hörte sich gut an. Im GPS mal nachschauen: Tatsächlich auch als „Point of Interest“ vorhanden. Also, dahin.


Der Verkehr wurde dann auch immer dichter, leicht dunkel würde es auch schon bald werden… also auf. Dann kams natürlich, wie es kommen musste. Der Markus war natürlich zu geizig, paar Cent für paar Kilometer Autobahn auszugeben. Das rächte sich. Die andere Straße war gesperrt und es ging durch irgendwelche hässlichen Vorstadtkäffer über ziemlich schlechte Straßen, teilweise sogar pistenartig, weiter. Und ich wollte endlich ankommen. Eine Zigarette nach der anderen war fällig, Fluchtiraden inbegriffen, wenn ich feststellen musste, dass die Drecksumleitung immer noch nicht vorbei ist. Aber irgendwann, im Dämmerlicht bereits, erreichte ich auch so Fes. Das GPS lotste mich ohne Probleme zum Camping. Nur dort hatte ich dann Schwierigkeiten, die Einfahrt zu finden. Ich sah nix, keine Wohnwägen, gar nix, nur Grillplätze. Aber ich musste da sein… eigentlich.


Ich fuhr also mal da runter, zu den Grillplätzen. Am Wochenende bestimmt brechend voll mit Stadtmenschen, da der Platz hier etwas außerhalb der Stadt in einem Wald liegt. Ich stieg dann mal aus und kundschaftete. Da fand ich auch den Eingang. Zurück zum Auto, aufsitzen und rein da. Ich parkte, checkte noch ein, quatschte noch mit dem Rezeptionsmann und wollte dann weiter nach hinten fahren, um mir ein Plätzchen zu suchen. Motor anlassen, Gang rein, Kupplung kommen lassen…. Nichts. Motor heult auf, Daimler steht. Hm??? Achja… die Handbremse! Nö, ist nicht gezogen. Was zur Hölle ist denn nun los?? Zweiter Gang? Dritter Gang? Rückwärtsgang? Auf der ganzen Linie tot. Das musste jetzt noch sein, oder? Verfluchte Scheiße!! Wird’s mir morgen schon nicht langweilig… ich geh jetzt erstmal was futtern und dann schlafen. Mir doch jetzt auch egal hier… ist ja schon dunkel.


Ich ging also hinter zum Restaurant und bestellte mir Putenfilet mit Pommes, dazu Cola, Bier gabs keins. Dann wackelte ich zurück und ging IM Daimler schlafen. Bin ja mal gespannt, was das mit der Unbewegtheit wieder ist…


Rkm 16 940 / 375 802

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10. Januar 2011 1 10 /01 /Januar /2011 19:02

Wieder begann mein Tag ziemlich früh. Zelt abbauen etc musste ich ja nicht, also war die Morgenprozedur ziemlich schnell erledigt. Die Besatzungen der Joghurtbecher schlummerten noch, die einzigen, die neben mir schon munter waren, waren die Spanier. Die wollten wohl auf Offroad-Tour gehen heute. Ich übrigens auch. Etappenziel heute: Erg Chebbi. Mit Sandfahren, versteht sich. Ich beschloss dann auch, die Werkstattvisitenkarte als Souvenir mitzunehmen und mir ne Benz-Werkstatt in Rissani zu suchen. Die geflickte Manschette hält ja noch… Wird schon passen.


Das Auschecken zog sich allerdings etwas hin, die Spanier waren einen Tick früher bereit als ich, so war ich das vierte Fahrzeug. Dazu ein Araber, der von nichts Ahnung hatte. Es gab noch Unstimmigkeiten über die Rechnung der Spannokel, bei mir hats dann gepasst und 90 Minuten nach dem Aufstehen war ich wieder auf der Straße. Ich ließ dann auch besagte Werkstatt rechts liegen und nahm sofort Kurs auf Agdz. Dort sollte es dann mal nach rechts in richtung Rissani gehen. Den Abzweig fand ich auch sofort. Auch wenn die Straße verdammt eng wurde und ich mich schon fragte, ob das auch wirklich besagte R108 sein soll. Der Wegweiser wies nur nach Nekob. Und zu dem Kaff könnte auch ein anderes Pistlein führen. Aber das GPS bestätigte: Kurs nach Osten, Straße: R108.


nun gehts zu Erg ChebbiDie Straße wurde immer schlechter, fast schon pistenähnlich. Es waren stellenweise nur noch 60 km/h drin. Ich fing schon langsam an zu zweifeln, ob ich mein Tagesziel überhaupt schaffen würde. Schließlich waren es vom Abzweig nach Osten immer noch 233km bis Rissani, das Tor zum Erg Chebbi. Das macht schon irgendwie keinen Spaß. Immer dieser Druck. Versicherung läuft ab, Arbeit beginnt, du solltest, nach Möglichkeit, dann und dann wieder im Heimathafen einlaufen… nervig. Wo war das muntere „sich treiben lassen“ aus Schwarzafrika geblieben? Das Problem hier ist nun wirklich, dass es wirklich so viel zu erleben gibt. So tolle, schöne Ecken bietet dieses Land. Und ich heiz irgendwie trotzdem nur durch. So fühlt sichs zumindest an.


Jedenfalls war die Landschaft wunderbar. Schon ziemlich wüstenhaft, auch immer Sand tauchte auf. Die Straße wurde auch wieder besser und die Zweifel über das Tagesziel schmolzen immer mehr. Das passt. Da kann ich in Ruhe noch zu nem Schrauber gehen, der so ne Manschette aufstellt und dann schnell einbauen kann. Ich hatte kein Bock, da das Differential auseinanderzunehmen (Getriebeöl hatte ich ja eh nicht an Bord) und den Dreck da selber aufzuschieben. Nönö, bei den Werkstattpreisen in Marokko lass ich das lieber mal machen. Es passierte nichts unterwegs. Nur… die arabischen CD’s passten jetzt schon langsam perfekt, mit der Wüstenlandschaft.


So erreichte ich also gegen mittag, so 13 Uhr bereits Rissani. Ich sah da so eine Werkstatt, suchte aber noch weiter. Es kam nix gscheiteres mehr… also fuhr ich zur Erstsichtung und brachte mal mein Anliegen vor. War gar nicht so einfach, denn die waren da nicht mal des Französischen besonders mächtig. Wird echt Zeit, dass ich mal Arabisch lern. Ich bin viel zu oft und gern in solchen Regionen unterwegs. Jedenfalls hat der Meister es dann auch begriffen, hatte sogar Manschetten da und es ging los. Allerdings hatte ich immer mehr das Gefühl, dass er nicht weiß, was er da tut. Einfach mal auseinanderschrauben und gucken was passiert. Ich schaute ihm ganz genau auf die Finger, auch wenn er in der Grube war… so gut es ging eben. Es zog sich dadurch ewig hin, aber, er hats geschafft. Und als kleines Zubrot hat er auf die Gelenkwelle noch Ersatzmanschetten gezogen, so dass bei einem erneuten Ausfall einfach die Kaputte mit nem Messer aufgeschlitzt werden kann, Gelenk einfetten, Neue rüberziehen, festschrauben, fertig. Das ist ja mal ne Idee. Sowas lernst auch nur hier… auf so ne Idee würde ne deutsche Werkstatt wohl nie kommen. Könnt ja was passieren mit den Ersatzmanschetten. Dann saßen wir, wie üblich in diesen Breiten, noch zusammen beim Tee und unterhielten uns, soweit das aufgrund der Sprache eben möglich war.


So kam es also, dass ich mich optimal vorbereitet fühlte für ne Tour in den Erg Chebbi. Vorräte, Diesel, alles da. In Rissani selber… wieder Tourifang. Hey, ich hab da ein Camping! Mit Beduinenzelt und fantastischem Sternenhimmel!! Jaja, war dann meine Antwort, ich bin mein eigener Camping. Ohne Strom=noch besserer Sternenhimmel. Und mal schauen, ob das hier überhaupt mit Mauretanien mithalten kann. Lasst’s mich einfach in Ruh!! So gings da ab.


Ich verließ Rissani richtung Merzouga, dann hielt ich mal an, um die Koordinaten wichtiger Punkte ins GPS reinzuhämmern. Ich hatte im Därr eine Sonderkarte „Erg Chebbi“, Rundfahrtbeschreibungen und eben die Koordinaten. So ließ sich gut navigieren. Die beschriebene Wellblechpiste allerdings nach Merzouga war mittlerweile glatter Asphalt… alles wird immer weiter für die Massen erschlossen. Irgendwann gibt’s wohl auch ne Autobahn vom Nordkap nach Kapstadt, so dass jeder Depp da runter brausen kann. Es verliert dann halt immer mehr an Reiz und Abenteuer. Bestes Beispiel ist die neue Asphaltstraße durch Mauretanien. In der heutigen politischen Lage mit den Entführungen vielleicht nicht verkehrt, aber der Reiz, die Sahara zu durchqueren, ist eben nicht mehr da. Einfach fahren, paar Fiche abgeben unterwegs, und zack, willkommen in Dakar. So ist das nunmal. Aber hier, da wird’s wohl mal ne Möglichkeit geben, das Weichsandfahren mit dem Blauen zu testen. Ich wollte eben die „ausschließlich 4x4“ Route aus dem Därr nachfahren. Ich hatte ja in meinem imaginären Zeitplan einen Tag gut gemacht. Sollte ich also einen kompletten Tag mit buddeln verbringen, ist das nicht weiter tragisch.


Diese Straße hier… sie wollte einfach nicht zur Piste werden. Ich zweifelte schon Erg Chebbilangsam… aber die Orientierungspunkte aus der Därr-Karte stimmten. Ich war also auf der Strecke. Nach einigen Kilometern wurds mir zu bunt. Ich wollte endlich auf unbefestigtem Untergrund weiter. Nachtplatzsuche stand ja auch noch auf dem Programm für heute. Ich ließ mich einfach mal treiben und per Zufallsprinzip wählte ich eine Piste aus, die nach links von der Straße abzweigte und augenscheinlich auf die Dünen zuführte. Sie war ziemlich hart und somit sehr gut zu fahren. Plan hatte ich immer noch keinen im Hirn, einfach mal auf die Dünen zu, dort wird’s schon sandiger werden. Und irgendwo dort, am Fuße der Sandhäuflein, soll ja auch die 4x4 Piste verlaufen.


Ich erreichte die Dünen, probierte mal dies und das aus… bis ich ein paar Spuren entdeckte, die laut GPS wieder nach Merzouga führen müssten. Die Richtung schlug ich mal ein. Es sah auch so aus, als ob sich hier irgendwo ein nettes Plätzchen zum Nächtigen auftun würde. Diese Spuren waren schon fast keine Piste mehr, einfach nur Spuren und es wurde schwerer zu fahren. Nach Augenmaß kamen nun ein paar Weichsandpassagen. Ich hielt, ging mal vor und ich täuschte mich nicht. Also: Kompressor raus, Luft ablassen auf 0,2bar und Vollgas dann weiter.


Marokko---jetzt-bereist- 2247WAHNSINN!!! Es fährt sich wie auf befestigtem Untergrund, immer schauend, nicht in die Spuren reinzugeraten. So pflügte ich durchs Sandfeld, ein Riesenschweif hinter mir her. Dann sandete ich doch ein. Also buddeln. Und auf einmal waren sie da… Von allen Seiten kamen die Berber raus und meinten, mir helfen zu müssen. Sie waren des Französisch sehr mächtig, also war es kein Problem, denen unmissverständlich klar zu machen, dass ich hier keinen einzigen Penny zahlen werde und dass ich sogar beabsichtigte, in diese Situation zu geraten. Die schauten mich vielleicht an… Wieso ich denn hier einsanden wolle. Ganz einfach, weil ich daheim keine Wüste habe. Ich besuche den Erg Chebbi nicht wegen ner Scheiss Kameltour, sondern des Wüstenfahrens Willen. Verstanden sie nicht. Aber gut, so istMarokko---jetzt-bereist- 2249 das bei mir daheim ja auch… Ich kanns auch nicht verstehen, warum manche Norddeutsche mit ihren Autos oder Motorrädern einfach so die kurvigen Landstraß en im Schwarzwald langheizen… Das vor der Haustür gelegene reizt eben nicht so sehr…


Und trotzdem halfen sie mir. Von mir aus, ich lass denen ihren Spaß. So kam ich schneller als erwartet raus aus dem Sandkasten und als der Daimler wieder härteren Untergrund hatte, sah ich, dass dies ein nettes Örtchen zum Schlafen wäre. Das Angebot, auf irgendeinem Camping in Merzouga zu bleiben (bei den Helfern) schlug ich aus. Ich wollte ja in der Wüste schlafen. Mein eigener Camping. So trollten die Marokkaner sich auf ihren Mopeds und Mofas und ich machte mich ans Kochen, nachdem ich Sandbleche und Spaten wieder eingesammelt hatte.


Es war eine schöne Nacht. Sternenklar, das Essen schmeckte auch. Ich genoss noch ein Weilchen die Stille und schlief dann bald in meinem Motorhome ein. Nachts war es immer noch ziemlich frisch. Also zog ich das Schlafen im Auto vor.


Rkm 16 429 / 375 291

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10. Januar 2011 1 10 /01 /Januar /2011 16:48

Heute stand mal wieder ein Fahrtag auf dem Programm. Getreu dem Motto: Gestern war ich dran in Marrakech, jetzt darf der Blaue mal wieder. Und in diesem Fahrzeug ist ja sowieso der Weg das Ziel. Das Ziel hieß mal grob: Draa-Tal. Wieder eine Atlas-Querung, was natürlich auch wieder zur Folge hat, dass da unten dann die Landschaft wieder wüstenhafter sein dürfte. Dazu uralte Kasbahs, Lehmdörfer… wir werden es sehen.


So gings also nach der allmorgendlichen Prozedur und dem Checkout auf dem sehr angenehmen Camping erst mal wieder in Richtung Marrakech, um dort dann die Straße nach Fes/Ouarzazate zu nehmen. Ich kam noch an der heutigen Königsresidenz und dem königlichen Golfplatz vorbei und schon war ich raus. Dann kam noch der Abzweig rechts Ouarzazate, geradeaus Fes. Also rechts halten und langsam dem Blauen mal was zu trinken spendieren. Der Verkehr war einigermaßen dicht und auch von den Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen her wurde schnell klar, dass ich hier nicht mehr in Sierra Leone, sondern in Marokko durch die Gegend rollte. Die reinsten Truppen aus Holland, Belgien und Spanien zogen mit ihren höhergelegten Landcruisern inklusive modernstes Navi, überhohe Funkantennen an mir vorbei… Das wären eigentlich Fahrzeuge für das tropische Afrika. Aber für Marokko? Nunja, um ins tropische Afrika zu kommen muss man ja durch Mauretanien durch, wo man zu 100% entführt wird und, um Gottes Willen, Guinea mit der Reisewarnung!! Die Hölle auf Erden. Soviel dazu. Ich bin durch beide Länder 2mal gefahren. Ohne weitere Probleme. Soviel dazu.


Dann kam mal eine sympathische Tankstelle, wo ich gleich mal den Dieselvorrat ergänzte, auch in den Kanistern. Damit ich nicht ständig an den Tanken rausfahren muss. Kleinigkeit zu trinken, Schwätzchen mit dem Tankwart und weiter. Der hat sich nur leicht aufgeregt, dass noch kein Marokko Aufkleber auf dem Heck zu finden ist. Ich beruhigte ihn einfach: Jaja das kommt schon noch! Ich genieße doch erst dieses wundervolle Land.


Dann wurde die Landschaft etwas hügliger. Und grüner. Sah toll aus. Der Verkehr war auch so gut wie verschwunden… Ich fühlte mich wohl. Laut aufgedreht im Radio begleiteten mich die neu erworbenen CD’s. Ein herrliches Fahrgefühl…


Mit den Kilometern, die da gen Ouarzazate dahinflogen, wurde die Gegennochmal übern Atlasd wieder richtig bergig. Hoher Atlas, die zweite. Rein aus Interesse schmiss ich mal das GPS an, um die Höhe im Blick zu haben. Auf der Strecke selber zum Pass Tizi-n-Tichka (2260m) passierte an sich nicht viel. Mir fielen nur die verdammt vielen Mietwagen auf. Dazu… Ausflugsbusse. Diesmal allerdings nicht Rotel, sondern die Pauschis. Und die logische Konsequenz daraus wieder… Belagerung. Überall an der Straße stehen sie rum und wollen ihre „original“ Mineralien aus den Bergen verkaufen. Ein Beispiel: Ich sah, zu meiner Überraschung, an einem tollen Aussichtspunkt mal keinen dieser Jungs. Also fuhr ich raus, um mal ein paar Fotos zu machen. Die Blase drückte zudem a uch noch. Es vergingen keine 5 Minuten, da kamen sie angerannt; von weiter oben. Das ist nunmal die negative Begleiterscheinung von Pauschaltourismus und das hier scheint wohl eine beliebte Strecke für die Pauschis im Mietwagen oder Bus zu sein. Seis drum. Ich hatte mit denen keine Probleme, ignorieren und wegschubsen hilft. Da sind die in Schwarzafrika wirklich gscheiter… hartnäckiger.


nochmal übern Atlas - über 2000m hochDie Passhöhe kam immer näher, das GPS zeigte mir das Geklettere an, schon bald über 2000m. Die schneebedeckten 3Tausender zauberten ein tolles Panorama. Jenseits der 2260m gings dann wieder abwärts und es wurde wieder klar, dass dieses Gebirge eine Klimazonengrenze darstellt. Schlagartig wüstenartiger, kaum mehr Vegetation und brache Landschaft. Ich fands schön.


Der letzte größere Ort vor dem Draatal war dann die Oasenstadt Ouarzazate. Und da tauchte dann auch wieder ein mir vertrautes Geräusch auf… tock, tock, tock in schnellem Rhythmus von achtern. Verdammte Scheisse!! Was zur Hölle ist denn da wieder los? Mein geflicktes wieder aufgebrochen? Oder was anderes. Schau mer mal. Weiter richtung Zagora. Nach dem Ort Agdz gings dann los… mit den Lehmdörfern, den Kasbahs, dazu der Fluss Draa mit seinem fruchtbaren grünen Streifen rechts und links vom Wasser. Sah aus wie der Nil, nur in viel kleinerem Maßstab.


Auf einer leichten Anhöhe über dem Fluss, mit toller Aussicht, ging mir  das Getockere Draatalauf die Eier. Ich hielt an und bockte den Boliden mal hoch. Ich untersuchte die bereits geflickte Manschette an der Antriebswelle. Mein Geflicke hielt weiterhin, allerdings war ein neuer Riss drin. Da muss mal die ganze scheiß Manschette weg. Aber erstmal flickte ich wiedermal den Riss mit Ölspray und Silikon. Die Trocknen-Pause nutzte ich zum Essen und Kaffee trinken. Und wieder tauchte ein kleiner Berberjunge mit Fahrrad auf. Wie schon letztes Mal… Lustig. Ich ließ ihn auch mal wieder ein paar Handgriffe machen. Damit machst den Jungs hier echt eine Riesenfreude. Der wird erzählen, bei seinen Freunden, wie er an einem MERCEDES rumgeschraubt hat, auch noch dazu das Auto von einem „Weißen“. Und weiter gings.


Ich wollte jetzt echt mal langsam ankommen. Camping hab ich mir auch schon einen im Därr rausgesucht. Ich kam dann in Zagora an, eine quirlige kleine Stadt mit allem drum und dran. An einer Ampel quatschte mich ein Typ mit seinem Moped an. Wo ich denn hinwolle. Ich sagte zum Campingplatz. Ob ich nicht in ein Hotel wolle… NEIN. Camping d’Amazrou. Ach, da kenne er jemanden, ich solle ihm einfach folgen. Gut, so kam ich gleich an, checkte dann ein und ließ mich noch fürs Abendessen eintragen. Ich war zu faul zum kochen. Ich suchte mir, nach dem Begrüßungstee dann ein nettes Plätzchen und zog noch mit dem Mopedtypen los in die Stadt. Ich fragte ihn halt mal, wo ich denn einen MA-Aufkleber herkrieg. Natürlich kannte er auch da wieder einen.


In Zagora selber war alles schon ziemlich auf den Tourismus ausgelegt und der Aufkleber-Latschi hatte natürlich noch Geschirr und Teppiche. Aber es lief sehr arabisch ab… Wir setzten uns, tranken Tee und ganz nebenbei schaute ich die Aufkleber durch. Es kamen dann noch 2 spanische Chicas dazu und es wurde irgendwie eine lustige Runde. Auf die anderen Kaufangebote reagierte ich freundlich ablehnend und dann fiel mir auf, dass ich ja mal langsam zum Essen wieder auf den Camping sollte. Also machte ich mich langsam los, überließ die Spanierinnen den Arabern und fuhr wieder runter zum Camping. Meinen Aufkleber hatte ich übrigens dabei. Plus eine Visitenkarte von einer Werkstatt, weil ich mich noch nach der Manschette erkundigte.


Das Essen war dann sehr gut, der Camping an sich sehr empfehlenswert. Liegt sehr schön, mit vielen Bäumen, auch Grasstellflächen für Zelte, gutes Essen und freundliches Personal. Neben mir waren noch einige andere da. Viele Franzocken mit ihren Joghurtbechern, eine Truppe Spanier mit 3 hochmodernen, zu Expeditionsmobilen umgebauten, Geländewagen… Es war was los. Ich schlief im Hotel „Zum Blauen Daimler“. Hatte mich immer noch nicht an die neuen Temperaturen gewöhnt und ich war zu faul, das Zelt aufzubauen.


Rkm 16 095 / 374 958

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